Gewitterfronten verursachten 2023 immense SchÀden
07.12.2023 - 15:49:26 | dpa.de(neu: mehr Details und Hintergrund)
ZĂRICH (dpa-AFX) - Eine Reihe von Gewitterfronten hat im laufenden Jahr weltweit groĂe und teure SchĂ€den angerichtet. Besonders die USA waren stark betroffen. Aber auch in Europa treten immer hĂ€ufiger verheerende Gewitter auf und sorgen bei den Versicherern fĂŒr hohe Kosten. Insgesamt dĂŒrften Katastrophen im laufenden Jahr wirtschaftliche SchĂ€den von 269 Milliarden US-Dollar angerichtet haben, schĂ€tzt der Schweizer RĂŒckversicherer Swiss Re CH0126881561 in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das waren zwar 9 Prozent weniger als 2022, doch deutlich mehr als der 10-Jahres-Durchschnitt von 235 Milliarden.
Ein wesentlicher Teil der KatastrophenschĂ€den wird von Erstversicherern wie Allianz DE0008404005 und Axa FR0000120628 und RĂŒckversicherern wie der Swiss Re und ihren deutschen Konkurrenten Munich Re DE0008430026 und Hannover RĂŒck DE0008402215 getragen. Der Swiss Re zufolge waren geschĂ€tzt 108 Milliarden Dollar der SchĂ€den versichert - deutlich weniger als die 141 Milliarden ein Jahr zuvor. Allein Zerstörungen durch Naturkatastrophen kosteten die Branche demnach 100 Milliarden Dollar. Der Swiss Re zufolge wurde damit die 100-Milliarden-Marke zum vierten Mal infolge erreicht oder ĂŒberschritten.
Nicht Hurrikans, sondern Gewitterfronten prĂ€gten diesmal die Schadensbilanz. Allein in den USA hĂ€tten Gewitter erstmals versicherte SchĂ€den von ĂŒber 50 Milliarden Dollar verursacht, heiĂt es in der Studie. Die Experten der Swiss Re zĂ€hlten dabei in den USA 18 Gewitter mit Kosten von jeweils einer Milliarde oder mehr.
Auch in Europa tobten die Gewitter diesmal besonders stark, wenn auch nicht ganz so ausgeprÀgt wie in den USA. Italien war laut Studie davon mit einer versicherten Schadenssumme von gut 3,3 Milliarden Dollar am stÀrksten betroffen, nachdem 2022 Gewitter in Frankreich die höchsten Kosten in Europa verursacht hatten.
Eine Nebenrolle nahmen 2023 Hurrikane, Flutkatastrophen, WaldbrĂ€nde oder Erdbeben ein, auch wenn diese Ereignisse einzeln betrachtet zum Teil sehr hohe SchĂ€den verursachten. Am stĂ€rksten belastete das Erdbeben in der TĂŒrkei und Syrien zu Jahresanfang mit Kosten von 6 Milliarden Dollar die Bilanzen der Versicherer. Teuer waren auch die WaldbrĂ€nde auf Hawaii (3,5 Milliarden) sowie ein Zyklon der ĂŒber Neuseeland hinwegfegte (2,4 Milliarden).
An der von Hurrikans bedrohten OstkĂŒste der USA ist es hingegen bislang ziemlich ruhig geblieben. Wetterinstitute hatten vor der im Sommer beginnenden Hurrikan-Saison aufgrund der unĂŒblich hohen Meerestemperaturen noch eine "aktive Saison" vorausgesagt.
Was Hurrikane anrichten können, hatte das Sturmtief "Ian" im letzten Jahr gezeigt. Der Sturm hatte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde VersicherungsschÀden im Umfang von rund 53 Milliarden Dollar zur Folge. Spitzenreiter ist Hurrikan "Katrina" aus dem Jahr 2005 mit Kosten von knapp 90 Milliarden Dollar.
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