Aktien, Europa

Aktien Europa: Anleger warten nach Erholung auf Fed-Zinsentscheidung

08.12.2025 - 10:36:54 | dpa.de

Zwei Tage vor der womöglich wegweisenden Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed sind die Anleger an den Börsen Europas erst einmal vorsichtiger geworden.

Nach der jĂŒngsten Erholungsrally fehlte ihnen der Mut fĂŒr AnschlusskĂ€ufe.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel am Vormittag um 0,2 Prozent auf 5.712,77 Punkte, blieb damit aber in Reichweite seines Rekordhochs von Mitte November. Außerhalb des Euroraums notierte der britische FTSE 100 GB0001383545 leicht im Minus, wĂ€hrend der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,2 Prozent auf 12.960,40 Punkte kletterte.

"Man ist sich in der Fed aktuell nicht einig, ob der Fokus auf die erhöhte Inflation oder den schwachen Arbeitsmarkt gelegt werden soll", stellte Gunter Deuber fest, Chefvolkswirt der Raiffeisen Bank International. Das duale Mandat der Notenbank aus PreisstabilitĂ€t und VollbeschĂ€ftigung fĂŒhre derzeit zu einem Zielkonflikt. Da die Inflation trotz der Zollpolitik von US-PrĂ€sident Trump aber bisher geringer ausgefallen sei als erwartet, dĂŒrfte eine Zinssenkung das wahrscheinlichere Szenario sein, so Deuber.

Durchaus positive Wirtschaftsdaten aus China rĂŒckten in den Hintergrund. So waren die Exporte des Landes im November nach einem ĂŒberraschenden RĂŒckgang wieder deutlich gestiegen. Der HandelsĂŒberschuss betrug zudem fast 111,7 Milliarden US-Dollar (rund 95,9 Milliarden Euro).

Allerdings nehmen auch die Spannungen zwischen der EU und China eher zu als ab: Noch vor der Veröffentlichung der Handelsdaten stellte Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron in einem GesprĂ€ch mit der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" Gegenmaßnahmen gegen China wegen dessen HandelsbeschrĂ€nkungen in den Raum. "Ich versuche, den Chinesen zu erklĂ€ren, dass ihr HandelsĂŒberschuss nicht tragbar ist, weil sie dabei sind, ihre eigenen Kunden zu ruinieren, vor allem, indem sie nicht mehr viel von uns importieren", so Macron nach seiner RĂŒckkehr von einem dreitĂ€gigen Besuch in der Volksrepublik.

Mit Blick aufs Branchentableau waren Industriewerte EU0009658905 sowie Versicherer EU0009658822 zum Wochenauftakt noch am ehesten gefragt - mit moderaten Gewinnen.

Rohstoffwerte EU0009658624 hielten sich mit einem Minus von 0,3 Prozent im Mittelfeld der SektorenĂŒbersicht. 2026 dĂŒrfte ein weiteres starkes Jahr fĂŒr Bergbaukonzerne werden, schrieb Analyst Christopher LaFemina in einem Ausblick. Bei wichtigen Rohstoffen, vor allem Kupfer und Aluminium, gebe es AngebotsengpĂ€sse bei gleichzeitig robuster Nachfrage.

Im EuroStoxx 50 fĂŒhrten Bayer und Rheinmetall die Gewinnerliste an - mit AufschlĂ€gen von jeweils rund 2,5 Prozent. Bayer nahm damit nach kurzer Konsolidierung wieder Schwung auf, nachdem Richard Vosser von der Bank JPMorgan sein Kursziel auf 50 Euro verdoppelt und die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft hatte. Bei Bayer verbessere sich die GeschĂ€ftslage und obendrein bestehe die Chance auf eine EindĂ€mmung der negativen Folgen aus den Rechtsstreitigkeiten zum Unkrautvernichter Glyphosat, erklĂ€rte der Experte.

GrĂ¶ĂŸter Verlierer im Eurozonen-Leitindex waren die Aktien von Ferrari NL0011585146, die nach einer Abstufung auf "Equal-weight" durch die Analysten von Morgan Stanley um 2,8 Prozent fielen.

Ebenfalls weit hinten rangierten die Anteilsscheine von L'Oreal FR0000120321 mit einem Minus von 1,9 Prozent. Der Kosmetikkonzern verstĂ€rkt sein Engagement beim Schweizer Dermatologiespezialisten Galderma CH1335392721. Die Franzosen wollen 10 Prozent der Galderma-Anteile von den bisherigen AktionĂ€ren EQT, Abu Dhabi Investment Authority und Auba Investment ĂŒbernehmen und ihre Beteiligung auf diese Weise auf 20 Prozent verdoppeln. FĂŒr Galderma ging es um mehr als 4 Prozent nach oben.

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