Anti-Folter-Stelle kritisiert ZustÀnde in GefÀngnissen
06.07.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deBesonders auf den Toiletten werde die PrivatsphĂ€re bei Mehrfachbelegungen verletzt. LĂ€nder wie Baden-WĂŒrttemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und das Saarland stoĂen laut der Ăberwachungsstelle an ihre KapazitĂ€tsgrenzen. "Eine unverzĂŒgliche Herstellung einer verfassungskonformen Unterbringungssituation fĂŒr die Gefangenen ist unabdingbar", fordert die Stelle laut NOZ weiter. In einer Haftanstalt habe der Belegungsdruck derartige AusmaĂe erreicht, dass Gefangene auf dem Boden schlafen mĂŒssten.
DarĂŒber hinaus kritisierte die Stelle die Bedingungen fĂŒr psychisch kranke HĂ€ftlinge: Bundesweit gebe es einen folgenschweren Mangel an FachĂ€rzten und Therapeuten fĂŒr die psychosoziale Behandlung in den GefĂ€ngnissen, heiĂt es weiter. Die Folgen fĂŒr Betroffene seien gravierend. Teils wochen- und monatelang seien sie in Isolationszellen untergebracht - eine Zweckentfremdung, da es an TherapieplĂ€tzen mangele. Aus Sicht der Ăberwachungsstelle könne diese Praxis als "unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" eingestuft werden.
Die Nationale Stelle zur VerhĂŒtung von Folter ist eine unabhĂ€ngige deutsche Einrichtung, die durch regelmĂ€Ăige, unangemeldete Besuche in Einrichtungen wie GefĂ€ngnissen, Psychiatrien oder Altenheimen die Einhaltung der Menschenrechte ĂŒberwacht. Sie wurde in Umsetzung eines Zusatzprotokolls zur Anti-Folter-Konvention der UN eingerichtet.
