ROUNDUP, Strom

Strom fließt wieder in Reutlingen - Ermittler rĂ€tseln weiter

09.06.2026 - 13:25:03 | dpa.de

(Aktualisierung: Stromversorgung der Privathaushalte und Stellungnahme MinisterprĂ€sident Özdemir)STUTTGART/REUTLINGEN - Nach dem folgenreichen Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen werden alle Haushalte wieder mit Strom versorgt.

(Aktualisierung: Stromversorgung der Privathaushalte und Stellungnahme MinisterprĂ€sident Özdemir)

STUTTGART/REUTLINGEN (dpa-AFX) - Nach dem folgenreichen Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen werden alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Das teilte Jens Balcerek von der FairNetz GmbH mit. "Wir haben aktuell circa 50 Kunden, die noch nicht versorgt werden im Gewerbegebiet. Privathaushalte sind bis auf EinzelfÀlle alle versorgt seit gestern Abend 22.02 Uhr."

Bei der Suche nach den TĂ€tern und dem möglichen Motiv tun sich die Ermittler hingegen schwer. "Wir ermitteln ergebnisoffen weiter", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. "Wir haben kein Bekennerschreiben." Der am Umspannwerk gesicherte, mögliche Brandbeschleuniger und weitere Asservate wĂŒrden nun analysiert.

Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart gefĂŒhrt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. "Eine Bekennung zur Tat wurde hier bislang nicht bekannt", sagte auch ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Kritische Infrastruktur als wunder Punkt

Kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung lĂ€sst sich nach Worten von Baden-WĂŒrttembergs MinisterprĂ€sident Cem Özdemir (GrĂŒne) nur bis zu einem gewissen Maß schĂŒtzen. "Die Vorstellung, dass wir alle Umspannwerke quasi von der Öffentlichkeit abschirmen, die ist kaum durchsetzbar", sagte Özdemir in Stuttgart. Trotzdem prĂŒfe man, was man nach dem Brand in einem Umspannwerk mit großflĂ€chigem Stromausfall in Reutlingen besser machen könne. "Es geht darum, unsere Resilienz zu stĂ€rken, um möglichst wenig angreifbar zu sein", sagte Özdemir. Es sei aber zu frĂŒh, zu sagen, was man aus dem Fall in Reutlingen lernen könne.

Hinweise auf Brandbeschleuniger

Die bisherigen Ermittlungen hĂ€tten Hinweise auf einen eingesetzten Brandbeschleuniger ergeben. Die kriminaltechnischen Analysen und Laboruntersuchungen dauern an. Das Ermittlungsverfahren wird derzeit gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsĂ€tzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe gefĂŒhrt.

Reutlingen hat knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der SchwĂ€bischen Alb. Nach Angaben von Baden-WĂŒrttembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren rund 7.600 GebĂ€ude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen.

Zehntausende fĂŒr Stunden ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

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