BMW Aktie: Bestellstart für i3 am 18. Juni
20.06.2026 - 01:47:06 | boerse-global.de
Während die BMW-Aktie nahe einem Fünfjahrestief notiert, öffnet der Konzern früher als geplant die Auftragsbücher für sein wichtigstes Elektromodell. Das produktseitige Signal trifft auf ein schwieriges Umfeld — die Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 37 Prozent verloren.
i3 der Neuen Klasse: Früher bestellbar als gedacht
Ursprünglich wollte BMW die Bestellungen für den neuen i3 erst im Herbst annehmen. Wegen der hohen Nachfrage zog der Konzern den Start auf den 18. Juni 2026 vor. Den Anstoß gab die Resonanz seit der Designpremiere in München Mitte März — und wenig später auch der Auftritt auf der Automesse in Peking, wo das Interesse ebenfalls groß war.
Der i3 ist das zweite rein elektrische Modell auf der Neue-Klasse-Plattform, nach dem iX3. Er startet als i3 50 xDrive mit 469 PS und Allradantrieb ab 65.900 Euro. Die First Edition kostet mindestens 75.340 Euro. Beide Varianten bieten eine WLTP-Reichweite von mehr als 900 Kilometern. Ein günstigeres Basismodell mit Hinterradantrieb soll bei rund 58.000 Euro beginnen.
Die Produktion startet planmäßig im August. Die ersten Auslieferungen sind für Herbst 2026 vorgesehen — im Stammwerk München.
Prognosesenkung schockt den Markt
Der vorgezogene Bestellstart kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Am 16. Juni senkte BMW per Ad-hoc-Mitteilung seine Jahresprognose deutlich. Die EBIT-Marge im Automobilsegment sinkt um 300 Basispunkte. Beim Free Cashflow im Autogeschäft rechnet BMW jetzt nur noch mit mehr als 2,5 Milliarden Euro — statt zuvor mehr als 4,5 Milliarden Euro.
Als Gründe nennt BMW die anhaltende Schwäche im chinesischen Automarkt sowie Folgen des Nahostkonflikts. Im zweiten Quartal beschleunigte sich der Rückgang in China weiter, besonders bei Nicht-Elektrofahrzeugen. Obendrein will BMW Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren, die im zweiten Halbjahr einen einmaligen negativen Ergebniseffekt haben werden.
Die Reaktion an der Börse war heftig. Die Aktie brach nach der Meldung um mehr als 8 Prozent ein und markierte am 18. Juni mit 58,80 Euro ein neues Fünfjahrestief. Aktuell notiert das Papier bei 60,38 Euro — rund 38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro.
Goldman Sachs sieht Überreaktion — Rückkauf läuft weiter
Goldman Sachs hält die Kursreaktion für übertrieben. Die Analysten verweisen auf die Netto-Cash-Position im Industriegeschäft, die mittlerweile die gesamte Marktkapitalisierung von BMW übersteigt. Die Nachricht sei negativ, ein Einbruch von mehr als 8 Prozent an einem Tag aber nicht gerechtfertigt.
Parallel kauft BMW weiter eigene Aktien zurück. Allein zwischen dem 8. und 14. Juni erwarb der Konzern gut 423.000 Stammaktien. Das laufende Programm hat ein Gesamtvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro — davon maximal 350 Millionen Euro für Vorzugsaktien, der Rest für Stammaktien. Alle zurückgekauften Aktien werden eingezogen.
Für Anleger bleibt das Bild gespalten: starke Produktnachfrage auf der einen Seite, struktureller Druck aus China und ein RSI von 20 auf der anderen — ein Wert, der technisch tiefe Überverkauft-Signale anzeigt. Ob der i3 die Belastungen aus China und dem Nahen Osten mittelfristig kompensieren kann, werden die Zahlen zum zweiten Halbjahr zeigen.
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