Boeing Aktie: Liefertakt zieht an
09.06.2026 - 17:26:09 | boerse-global.de
60 Flugzeuge im Mai, 33 Prozent mehr als im Vorjahr â Boeing meldet seinen bislang stĂ€rksten Auslieferungsmonat seit dem Ende des Streiks. Das Momentum stimmt, auch wenn der europĂ€ische Rivale Airbus mit 81 Maschinen im gleichen Zeitraum noch deutlich vorne liegt.
737 MAX auf Hochtouren
Das RĂŒckgrat der Erholung ist der Narrowbody: 51 der 60 Auslieferungen entfielen auf den 737 MAX â der höchste Monatswert seit dem Wiederanlauf der Produktion im Dezember 2024. Boeing plant, die Fertigungsrate fĂŒr das Modell noch in diesem Sommer von 42 auf 47 Maschinen pro Monat anzuheben. HĂ€lt das Tempo, dĂŒrfte die LĂŒcke zu Airbus im zweiten Halbjahr kleiner werden.
Auf der Auftragseite bleibt das Bild gemischt. Zwar sicherte sich Boeing im Mai 27 neue Bestellungen, darunter 14 militĂ€rische 737-UmrĂŒstungen fĂŒr einen ungenannten Kunden und zehn 787-Dreamliner von Lufthansa. Allerdings standen dem 16 Stornierungen beim 737 MAX gegenĂŒber â unterm Strich nur elf Nettobestellungen fĂŒr den Monat. Durch Ende Mai summieren sich die NettoauftrĂ€ge fĂŒr 2026 auf 295 Maschinen, der Auftragsbestand liegt bei 6.178 Flugzeugen.
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Geopolitik als RĂŒckenwind
AuĂerhalb der reinen Produktionsdaten entwickelt sich ein strategischer Hebel fĂŒr Boeing: Vietnam drĂ€ngt seine Fluggesellschaften, bereits geschlossene KaufvertrĂ€ge mit US-Partnern zĂŒgig umzusetzen. Hintergrund sind laufende Handelsuntersuchungen der Trump-Administration gegen Hanoi. Vietnam Airlines und Vietjet Air haben zusammen 250 Boeing 737 MAX bestellt; die neue Sun Phu Quoc Airways hĂ€lt VertrĂ€ge ĂŒber 40 Dreamliner des Typs 787-9. Dass die vietnamesische Regierung nun aktiv auf die Umsetzung drĂ€ngt, gibt diesen Bestellungen zusĂ€tzliches Gewicht.
777X rĂŒckt nĂ€her
Auf dem Widebody-Markt liefert Emirates ein weiteres positives Signal. Airline-PrĂ€sident Tim Clark zeigte sich optimistisch, dass die erste 777X bis spĂ€testens Juni 2027 ausgeliefert wird â 14 Jahre nach den ursprĂŒnglichen Erstbestellungen. Die Maschinen kĂ€mpften lange mit Zertifizierungsproblemen, doch Clark beschrieb den aktuellen Stand schlicht als "in good shape". Parallel dazu verschiebt Emirates Bestellungen beim Airbus A350-1000, solange Rolls-Royce die Triebwerksprobleme fĂŒr den WĂŒstenbetrieb nicht löst. FĂŒr Boeing bedeutet das: Der gröĂte Widebody-KĂ€ufer der Welt bleibt vorerst in der eigenen Pipeline.
Die 787 bereitet indes noch Kopfzerbrechen: Zertifizierungsverzögerungen fĂŒr Premium-Sitzkonfigurationen bremsen das Auslieferungstempo. Im Mai kamen nur sechs Dreamliner zu den Kunden â ein Bereich, den Boeing in den kommenden Monaten auflösen muss, um das volle Potenzial des Typs auszuschöpfen.
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