Braskem I’m green Polyethylene von BAK - Kunststoff aus Zuckerrohr
04.07.2026 - 00:34:33 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Lifestyle & Consumer. Geprueft am 04.07.2026, 00:34 Uhr. Details im Impressum.
Braskem I’m green Polyethylene von BAK riecht in der Pilotanlage leicht nach feuchter Melasse, waehrend ein Techniker die warmen Granulatstraenge mit einem Metalmesser in saubere Pellets schneidet. Das bio-basierte Polyethylen soll denselben Verarbeitungskomfort wie konventioneller Kunststoff bieten, aber mit deutlich geringerem fossilen CO2-Fussabdruck. In Sao Paulo spricht Nachhaltigkeitschefin Alessandra Souza von einem Baustein fuer klimabewusstere Verpackungen, Spielwaren und Haushaltsprodukte.
Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr-Ethanol
Der Kern von Braskem I’m green Polyethylene ist Ethylen, das nicht aus Erdöl oder Erdgas, sondern aus Zuckerrohr-Ethanol gewonnen wird. BAK nutzt dazu brasilianisches Zuckerrohr, das zu Hydrous Ethanol vergoren und anschliessend in einer Dehydrationsanlage zu bio-basiertem Ethylen umgesetzt wird. Dieses Ethylen dient als Ausgangsmonomer fuer Polyethylen-Typen, die funktional mit fossilen Vergleichsprodukten kompatibel sind. Laut Hersteller kann der Bioanteil je nach Type bis zu 100 Prozent betragen, wodurch sich der Anteil fossilen Kohlenstoffs im Endprodukt signifikant reduziert.
In einer offiziellen Produktinformation hebt BAK hervor, dass I’m green Polyethylene in unterschiedlichen Dichten und Klassen angeboten wird, etwa als HDPE, LDPE und LLDPE fuer Verpackungsfolien, Flaschen, Kanister und Spritzgussteile. Die mechanischen Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Schlagzaehigkeit und Verarbeitungstemperatur orientieren sich an Standard-Polyethylen, sodass bestehende Produktionsanlagen ohne grundsaetzliche Umruestung genutzt werden koennen. Die Bio-Basis soll damit primar den Kohlenstoff-Fussabdruck beeinflussen, nicht die Prozessparameter der Kunden.
Klimabilanz und Zertifizierungen
BAK verweist in seinen Nachhaltigkeitsunterlagen darauf, dass der Einsatz von Zuckerrohr-Ethanol als Rohstoff eine relevante Treibhausgasreduktion gegenueber fossilem Polyethylen ermoeglichen kann, wenn landwirtschaftliche Praxis und Logistik bestimmte Kriterien erfuellen. In Lifecycle-Analysen, die mit externen Partnern erstellt wurden, wird betont, dass der biogene Kohlenstoff im Produkt waehrend seiner Nutzungsphase als CO2-Senke fungiert, bevor er nach Entsorgung und Recyclingprozessen wieder in den Kreislauf gelangt. Kunden erhalten auf Wunsch detaillierte Datenblaetter mit CO2-Vergleichswerten fuer einzelne I’m green Typen.
Zur Absicherung dieser Angaben setzt BAK auf Zertifizierungen wie den International Sustainability & Carbon Certification (ISCC) Standard und branchenspezifische Audits. Mehrere I’m green Polyethylene Typen sind demnach als bio-basiert zertifiziert, wobei die Kette vom Zuckerrohrfeld bis zum Granulat inklusive Energieeinsatz dokumentiert wird. Ein Teil des Portfolios ist zudem fuer Massenbilanz-Modelle in komplexen Lieferketten geeignet, sodass Verarbeiter anteilig biogenen Kohlenstoff in ihren Endprodukten ausweisen koennen, ohne die Rohstoffströme physisch zu trennen.
Mehr zu BAK I’m green und der Aktie
Kennzahlen, News und Hintergruende zur BAK Aktie und zum Portfolio an biobasierten Kunststoffen finden Sie in unserem Themenbereich sowie direkt beim Unternehmen.
Portfolio, Anwendungen und Kundengeschichten
Das I’m green Polyethylene Programm umfasst laut BAK ein wachsendes Dutzend an Typen fuer unterschiedliche Anwendungen, von duennen Blasfolien fuer Snackbeutel ueber Steigrohre fuer Kosmetikflaschen bis hin zu dickwandigen Kanistern fuer Reinigungschemie. In einer Fallstudie wird erwaehnt, wie ein europaeischer Getraenkeabfueller die Griffteile seiner Saftkartons auf I’m green HDPE umgestellt hat, ohne die Spritzgussform oder Zykluszeiten anzupassen. Stattdessen wurde nur das Rohmaterial in der Dosierung geaendert, waehrend die Lieferkette den biogenen Kohlenstoffanteil dokumentiert.
Ein weiteres Beispiel zeigt, wie ein Spielwarenhersteller aus Skandinavien farbige Bausteine mit einem Anteil von I’m green LDPE produziert, um den fossilen Anteil im Materialmix zu senken. Produktmanager Jonas Lindberg beschreibt in einem Interview, dass Eltern zunehmend darauf achten, ob Kunststoffspielzeug zumindest teilweise aus nachwachsenden Quellen stammt. Fuer das Unternehmen sei wichtig gewesen, dass I’m green Pellets sich optisch und haptisch nicht von Standard-Polyethylen unterscheiden, damit Farbe, Glanz und Oberflaeche im Regal unveraendert erscheinen.
Technische Eigenschaften und Verarbeitung
In den technischen Datenblaettern betont BAK, dass die Viskositaet und Schmelzeflussraten der I’m green Typen so ausgelegt sind, dass sie sich in gängigen Extrusions- und Spritzgussprozessen nutzen lassen. Maschinenbediener muessen laut Hersteller in der Regel keine grossen Prozessanpassungen vornehmen, sondern koennen die gewohnten Temperaturprofile und Druckkennlinien weiterfahren. Dadurch sinkt die Einstiegshuürde fuer Verarbeiter, die den Einsatz biobasierter Kunststoffe testen moechten, ohne das gesamte Prozesslayout anzupassen.
Verarbeiter, die bislang Mischungen aus verschiedenen Polyethylen-Typen nutzen, koennen bio-based I’m green Varianten in ihre Rezepturen integrieren, um einen bestimmten Anteil biogenen Kohlenstoffs zu erreichen. BAK erwaehnt, dass einige Kunden mit 30 bis 50 Prozent I’m green Anteil starten, bevor sie bei positiven Testergebnissen vollstaendig auf bio-basiertes Material umstellen. Die Mischbarkeit mit konventionellem PE ist dabei ein zentrales Argument, um Qualitaetstests und Zertifizierungen kontrolliert zu durchlaufen.
Kreislaufwirtschaft und Recycling
Ein wichtiger Punkt im Vertrieb von I’m green Polyethylene ist die Kompatibilitaet mit bestehenden Recyclingstroemen. BAK betont, dass das Material chemisch identisch mit konventionellem Polyethylen ist, so dass es im gleichen Recyclingstrom verarbeitet werden kann und die mechanische Qualitaet der Rezyklate nicht negativ beeinflusst. Die Produkte werden oft mit dem Hinweis beworben, dass sie zwar bio-basiert sind, aber nicht biologisch abbaubar im Sinne von kurzfristiger Zersetzung, sondern dem Standard-Kunststoffkreislauf folgen.
In Diskussionspapieren zur Kreislaufwirtschaft ordnet BAK I’m green Polyethylene als Zwischenschritt zu einem zukuenftigen Modell ein, in dem recycelte und bio-basierte Polymere gemeinsam ein Portfolio mit deutlich reduziertem fossilen Anteil bilden. Die Firma arbeitet nach eigenen Angaben mit Sortiertechnik- und Recyclingunternehmen zusammen, um sicherzustellen, dass Kennzeichnung und Materialfluss transparent bleiben. Einige Kunden kennzeichnen ihre Endprodukte mit einem I’m green Logo, um Konsumenten den bio-basierten Anteil sichtbar zu machen, ohne Recyclingprozesse zu verkomplizieren.
Marktposition, Wettbewerber und Preisbild
Auf dem Markt fuer bio-basierte Kunststoffe tritt BAK mit I’m green Polyethylene gegen andere Anbieter von Bio-PE, Bio-PET und Bio-PLA an. Fachpublikationen verweisen darauf, dass der Vorteil von I’m green vor allem in der chemischen Identitaet zu bestehendem PE liegt, waehrend etwa PLA andere Verarbeitungsparameter und Einsatzfelder hat. Die Kundenbasis reicht von globalen Konsumgueterkonzernen bis zu regionalen Verpackungsherstellern, die damit eigene Nachhaltigkeitsziele adressieren wollen.
Beim Preis argumentiert BAK, dass I’m green Polyethylene aufgrund des landwirtschaftlichen Ursprungs und spezieller Verarbeitungsschritte in der Regel ueber dem Niveau fossilen Standards liegt. Verarbeiter kalkulieren daher mit einem Aufpreis, der durch Markenpositionierung, gesetzliche Anforderungen und CO2-Bilanzvorteile kompensiert werden soll. In lateinamerikanischen Maerkten, in denen Zuckerrohr gut verfuegbar ist, faellt der Aufpreis teilweise geringer aus als in Regionen, in denen die Lieferketten laenger und komplexer sind.
BAK Aktie und strategische Bedeutung
Fuer BAK ist I’m green Polyethylene mehr als ein Nischenprodukt im Portfolio: Der Bereich dient als Schaufenster fuer Nachhaltigkeitskompetenz und als Testfeld fuer klimafreundlichere Rohstoffketten. Investoren finden in den Nachhaltigkeitsberichten des Konzerns detaillierte Angaben dazu, wie hoch der Umsatzanteil bio-basierter Kunststoffe am Gesamtportfolio bereits ist und welche Kapazitaetserweiterungen geplant werden. Die Firma kommuniziert, dass Nachfrage von grossen Konsumgueterherstellern, die eigene Klimaziele verfolgen, einen wichtigen Treiber fuer zukünftige Investitionen darstellt.
Die BAK Aktie (ISIN US10554K1025) wird an der Heimatboerse in Brasilien sowie als international handelbares Wertpapier gelistet und reflektiert in ihrer Kursentwicklung unter anderem die Erwartung, ob Segmente wie I’m green Polyethylene langfristig profitables Wachstum liefern und fossile Polymerproduktion teilweise substituieren koennen.
Kernfakten zu Braskem I’m green Polyethylene
- Produkt: Braskem I’m green Polyethylene
- Hersteller: Braskem SA
- Kategorie: Lifestyle & Consumer Kunststoffe
- Markteinfuehrung: erste Serienproduktion ab Mitte der 2010er Jahre, Portfolio laufend erweitert
- UVP / Preis: industrielle Vertragspreise, in der Regel mit Aufpreis gegenueber konventionellem PE (Preis je nach Type und Region)
- Verfuegbarkeit: vor allem in Brasilien, Europa und Nordamerika ueber Distributoren und Direktvertraege
- Zielgruppe: Verpackungshersteller, Konsumgueterproduzenten, Spielwaren- und Haushaltswarenindustrie, Marken mit Nachhaltigkeitsfokus
- Besonderheit / USP: voll funktionsfaehiges Polyethylen aus Zuckerrohr-Ethanol mit reduzierter fossiler CO2-Bilanz, kompatibel mit bestehenden Verarbeitungs- und Recyclingstroemen
Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Produktinformationen ohne Gewaehr; Preise und Verfuegbarkeit koennen sich kurzfristig aendern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
