China: Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion und Investitionen enttÀuschen
18.05.2026 - 07:58:29 | dpa.deWichtige Konjunkturdaten blieben hinter den Erwartungen von Analysten zurĂŒck. Die EinzelhandelsumsĂ€tze stiegen im April den am Montag vom Statistikamt veröffentlichten Daten zufolge nur noch um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im MĂ€rz hatte das Plus noch bei 1,7 Prozent gelegen. Die Industrieproduktion legte um lediglich 4,1 Prozent zu, nach 5,7 Prozent im MĂ€rz. Auch die Investitionen enttĂ€uschten: Diese sanken in den ersten vier Monaten des Jahres um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal hatten sie noch um 1,7 Prozent zugelegt. Von Bloomberg befragte Experten hatten bei allen drei Daten mit deutlich besseren Werten gerechnet.
Der Sprecher des Statistikamts, Fu Linghui, verwies bei der Vorstellung der Zahlen auf die WiderstandsfĂ€higkeit der chinesischen Wirtschaft trotz des anhaltenden geopolitischen Konflikts im Nahen Osten, stĂ€rkerer Schwankungen am internationalen Energiemarkt und Belastungen fĂŒr globale Lieferketten. Zugleich rĂ€umte er ein, dass es viele Ă€uĂere Unsicherheiten gebe. Die Kostenbelastung fĂŒr Unternehmen sei gestiegen, einige Firmen stĂŒnden weiter unter Druck.
Chinas Wirtschaft war zu Jahresbeginn noch robust gewachsen. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 5,0 Prozent zu und lag damit am oberen Rand des offiziellen Jahresziels von 4,5 bis 5,0 Prozent. Auch die Exporte hatten sich trotz des Iran-Kriegs und höherer Energiepreise ĂŒberraschend widerstandsfĂ€hig gezeigt.
Ăkonomen sehen derzeit vor allem die schwache Binnennachfrage als zentrales Problem. Hinzu kommt: Sollte der Konflikt im Nahen Osten lĂ€nger anhalten und die Weltwirtschaft zusĂ€tzlich belasten, könnte das auch fĂŒr China problematisch werden. Die Volksrepublik ist stark auf Exporte angewiesen. TrĂŒbt sich die Nachfrage aus anderen LĂ€ndern ein, wĂŒrde eine wichtige StĂŒtze der chinesischen Konjunktur schwĂ€cher.
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