Ungarn: Regierung Magyar schrÀnkt Gastarbeiter-Zuzug ein
07.06.2026 - 17:45:35 | dpa.deNeue Aufenthaltsgenehmigungen unter der Gastarbeiter-Regelung der VorgĂ€ngerregierung von Viktor Orban wĂŒrden mit sofortiger Wirkung nicht mehr erteilt, hĂ€lt die Verordnung fest, die in der Nacht zum Samstag im ungarischen Amtsblatt erschien.
Magyar regiert seit dem 9. Mai, nachdem seine bĂŒrgerliche Tisza-Partei die Parlamentswahl am 12. April klar gewonnen hat. In Ungarn sind SchĂ€tzungen zufolge rund 90.000 Arbeitnehmer aus Nicht-EU-LĂ€ndern beschĂ€ftigt, das sind rund zwei Prozent der in Ungarn beschĂ€ftigten Menschen. Sie sind vor allem in der Akkumulator- und Kfz-Industrie, am Bau, als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und bei Lieferdiensten tĂ€tig. Die meisten von ihnen kommen aus den Philippinen, der Ukraine, China, Vietnam und Indien.
Die EinschrĂ€nkung des Zuzugs von Gastarbeitern war ein Versprechen in Magyars Wahlkampf. Der Orban-Bezwinger begrĂŒndete das damit, dass mehr Ungarn in Jobs kommen und die Unternehmen davon abgehalten werden sollten, die Löhne durch die BeschĂ€ftigung von AuslĂ€ndern zu drĂŒcken. Industrie- und ArbeitgeberverbĂ€nde weisen wiederum darauf hin, dass in Ungarn in vielen Branchen ArbeitskrĂ€ftemangel herrsche.
Die Verordnung bestimmt, dass bestehende Aufenthaltsgenehmigungen bis zu ihrem Ablauf gĂŒltig bleiben. Sie lĂ€sst offen, ob ablaufende Genehmigungen verlĂ€ngert werden können. Sie bedeutet kein vollstĂ€ndiges Ende fĂŒr die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen an Nicht-EU-BĂŒrger. Vielmehr bezieht sich der Stopp auf die vereinfachte Gastarbeiter-Regelung der Orban-Regierung.
Diese ermöglichte die relativ reibungslose Rekrutierung von ArbeitskrĂ€ften auĂerhalb der EU ĂŒber Vermittlungsagenturen, die von Orban-nahen GeschĂ€ftsleuten kontrolliert werden. Auch diese Praxis hatte Magyar im Wahlkampf angeprangert.
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