POLITIK, Ukraine

POLITIK: Ukraine will Truppen Richtung Belarus verstÀrken

20.05.2026 - 16:43:43 | dpa.de

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat eine VerstĂ€rkung der StreitkrĂ€fte in der Richtung Tschernihiw-Kiew im Norden des Landes angekĂŒndigt.

Erkenntnisse der Geheimdienste ĂŒber Russlands PlĂ€ne fĂŒr Offensivoperationen dort seien analysiert worden, schrieb er in sozialen Medien nach einem Stabstreffen. Die Ukraine bereite Reaktionen auf jedes mögliche Szenario von Aktionen Russlands vor. Er habe auch das Außenministerium beauftragt, zusĂ€tzlichen diplomatischen Einfluss auf Belarus vorzubereiten.

Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen. Moskau wolle von belarussischem Boden aus in Richtung Tschernihiw-Kiew marschieren oder sogar eins der mit Belarus benachbarten Nato-LĂ€nder angreifen, behauptete er etwa Ende vergangener Woche. Er berief sich dabei auf Geheimdienstinformationen und nannte keine Details.

Belarus gilt als Russlands engster VerbĂŒndeter. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch von belarussischem Gebiet in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor.

Kiew will Informationen ĂŒber Mobilisierungsschritte Moskaus haben

Kiew habe Informationen ĂŒber Vorbereitungen neuer Mobilisierungsschritte Moskaus, gab Selenskyj an, ohne Belege zu nennen. Es gehe um 100.000 Menschen. Die Ukraine sei der Ansicht, dass es derzeit kein Potenzial fĂŒr eine verdeckte Mobilisierung in Russland gebe. Daher sei mit weiteren politischen Entscheidungen wie kĂŒrzlich in Bezug auf die Republik Moldau zu rechnen, sagte er.

Kremlchef Wladimir Putin erleichterte in der vergangenen Woche die Ausgabe russischer PĂ€sse im Separatistengebiet Transnistrien, einem schmalen Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Die Region hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der Ex-Sowjetrepublik Moldau abgespalten. International ist das Separatistengebiet nicht anerkannt. FĂŒr Moldau, das in die EU strebt, ist die Abspaltung ein ungelöstes Problem. Russland unterstĂŒtzt Transnistrien und hat dort etwa 1.500 Soldaten stationiert, meist Einheimische mit russischer StaatsbĂŒrgerschaft.

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