Dressel, Bund

Dressel: 'Bund hat einen klaren Warnschuss bekommen'

08.05.2026 - 12:12:08 | dpa.de

Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der LĂ€nder (TdL), Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), hat das Nein im Bundesrat zur EntlastungsprĂ€mie als einen Warnschuss fĂŒr den Bund bezeichnet.

Die LĂ€nderfinanzminister hĂ€tten dem Bund einen Kompromissweg aufgezeigt, erklĂ€rte Dressel auf Facebook. "Aber die Hand der LĂ€nder hat der Bund nicht ergriffen und deshalb heute einen klaren Warnschuss bekommen." Die Ablehnung des Gesetzentwurfs biete nun die Möglichkeit, ihn zu ĂŒberarbeiten und zu ergĂ€nzen.

Dressel: Mindereinnahmen mĂŒssen ausgeglichen werden

Mit Blick auf die Kosten der EntlastungsprĂ€mie betonte Dressel: "Wenigstens die kommunalen Mindereinnahmen dieser PrĂ€mie in Höhe von 700 Millionen Euro hĂ€tte der Bund ausgleichen mĂŒssen, wenn er sich schon selbst mit der Erhöhung der Tabaksteuer schadlos hĂ€lt." Von den Steuermindereinnahmen von insgesamt 2,8 Milliarden Euro entfielen zwei Drittel auf LĂ€nder und Kommunen. Dressel betonte: Der Bund "muss bei seinen steuerlichen Maßnahmen den Konsens mit den LĂ€ndern suchen: Entweder mĂŒssen Maßnahmen aufkommensneutral sein oder Mindereinnahmen ausgeglichen werden".

Eine steuerfreie PrÀmie in Höhe von 1.000 Euro könne in anstehenden Tarifverhandlungen einen Beitrag leisten, zu Entlastungen zu kommen, betonte der TdL-Vorsitzende. "Als Breitband-Antibiotikum in der aktuellen Krise taugt sie nicht." Die LÀnder seien sich auch einig, diese PrÀmie im öffentlichen Dienst wegen der erst vor kurzem erfolgten Tarifeinigung bis auf weiteres nicht zu gewÀhren.

Bundesrat lehnt EntlastungsprĂ€mie ĂŒberraschend ab

Der Bundesrat hatte zuvor dem vom Bundestag bereits beschlossenen Gesetzentwurf ĂŒberraschend nicht zugestimmt. Er sieht vor, dass Arbeitgeber ihren BeschĂ€ftigten in diesem Jahr und bis zum 30. Juni 2027 eine "EntlastungsprĂ€mie" von bis zu 1.000 Euro zahlen können, die nicht versteuert werden muss.

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