Deutz: 46 Prozent EBIT-Sprung im Q1
07.07.2026 - 00:19:18 | boerse-global.de
Deutz bündelt seine Elektro-Sparte unter einem neuen Namen. Zeitgleich springt die Aktie deutlich nach oben. Zufall ist das nicht ganz.
Aktie legt kräftig zu
Das Papier notiert aktuell bei 9,49 Euro. Das ist ein Plus von 3,15 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss bei 9,21 Euro. Auf Wochensicht steht sogar ein Zuwachs von 9,14 Prozent zu Buche.
Auf Monatssicht bleibt die Aktie mit minus 0,78 Prozent knapp im Minus. Seit Jahresbeginn hat sie aber bereits 10,09 Prozent gewonnen, auf Zwölfmonatssicht sind es 26,85 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro aus Ende Februar trennen das Papier noch fast 24 Prozent.
Charttechnisch nähert sich die Aktie ihrem 200-Tage-Durchschnitt bei 9,55 Euro. Der RSI von 51,6 zeigt ein neutrales Momentum an. Weder überkauft noch überverkauft, aber mit Aufwärtsdynamik.
Elektro-Sparte firmiert künftig einheitlich
Seit Anfang Juli tragen zwei Deutz-Töchter einen gemeinsamen Namen: Deutz NewTech. Die niederländische Urban Mobility Systems B.V. heißt jetzt Deutz NewTech Netherlands B.V. Die Aachener Futavis GmbH wird zu Deutz NewTech GmbH.
Das niederländische Unternehmen kam 2025 zu Deutz und hat bereits mehr als 300 Maschinen elektrifiziert. Darunter Bagger, Radlader und Kräne. Futavis wiederum ist seit 2019 Teil des Konzerns und entwickelt Batteriemanagementsysteme sowie modulare Batterielösungen.
Bert van Hasselt, CEO der Business Unit NewTech, erklärt den Schritt so: "Mit den neuen Firmennamen machen wir sichtbar, was inhaltlich bereits gelebte Realität ist." Die früheren Einzelmarken sollen künftig zurücktreten. Die Technologiekompetenz unter dem Namen Deutz NewTech rückt stattdessen in den Vordergrund.
Teil der "Next DEUTZ"-Strategie
Die Umbenennung ist kein Alleingang, sondern Teil eines größeren Konzernumbaus. "Next DEUTZ" gliedert sich in fünf Geschäftsbereiche: Defense, Energy, Engines, NewTech und Service. Deutz NewTech soll dabei Antriebstechnologien der nächsten Generation liefern – von batterieelektrischen Systemen über Wasserstoffmotoren bis zu alternativen Kraftstoffen.
Operativ ist das Segment noch klein, wächst aber. Für 2026 hält der Vorstand an ambitionierten Zielen fest. Auf Basis der 2025er-Zahlen mit 2,044 Milliarden Euro Umsatz und 5,5 Prozent bereinigter EBIT-Marge peilt Deutz nun 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro Umsatz an. Die Marge soll auf 6,5 bis 8 Prozent steigen.
Q1-Zahlen stützten die Erholung
Den eigentlichen Rückenwind für die Aktie liefert das starke erste Quartal. Der Konzernumsatz kletterte um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern zog sogar um fast 46 Prozent auf 37,3 Millionen Euro an.
Die Marge stieg dabei um 1,8 Prozentpunkte auf 7 Prozent. Vorstandschef Sebastian Schulte bestätigte bei der Quartalsvorlage die Jahresziele. Der Umsatz soll wie geplant auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro steigen.
Die Umbenennung der Elektro-Sparte wird kurzfristig keine Umsatzsprünge auslösen. Sie zeigt aber, wohin die Reise geht: Deutz will im Zukunftsfeld batterieelektrischer Antriebe als eigenständige Marke wahrgenommen werden. Ein weiterer Baustein auf dem Weg weg vom klassischen Verbrennungsmotor.
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