Umfrage, Regierungspartei

Umfrage: Regierungspartei liegt bei vorgezogener Wahl im Kosovo vorn

07.06.2026 - 20:13:49 | dpa.de

Die Regierungspartei Vetevendosje (Selbstbestimmung) von MinisterprÀsident Albin Kurti liegt Umfragen am Wahltag zufolge bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Kosovo vorn.

Die linke Partei kÀme demnach auf 43 Prozent der Stimmen, ergab die Umfrage des Senders TV7 und der "Albanian Post".

Demnach hĂ€tte die liberale Demokratische Partei (PDK) 22 Prozent, die bĂŒrgerliche Demokratische Liga des Kosovos (LDK) 18 Prozent und die konservative Allianz fĂŒr die Zukunft (AAK) 7 Prozent der WĂ€hler hinter sich gebracht. Die Anzahl der Befragten wurde zunĂ€chst nicht angegeben. AussagekrĂ€ftige Teilergebnisse der Wahlkommission werden im Laufe des Abends erwartet.

Die dritte Parlamentswahl innerhalb von 16 Monaten wurde notwendig, weil das vorangegangene Parlament nicht fristgerecht ein neues Staatsoberhaupt wĂ€hlen konnte. DafĂŒr mangelte es am verfassungsmĂ€ĂŸig vorgeschriebenen Quorum.

Noch ist nicht klar, ob Vetevendosje wie schon bei der vergangenen Wahl im Dezember 2025 zusammen mit Abgeordneten von ethnischen Parteien eine Regierungsmehrheit erringen wird. Damals hatte Kurtis Partei am Ende deutlich mehr Stimmen und Mandate, als die Wahltagsumfragen nahelegten.

Außer Reichweite dĂŒrfte aber fĂŒr sie weiterhin die Super-Mehrheit von 80 von 120 Abgeordneten liegen. Diese Zahl von Volksvertretern muss im Parlament anwesend sein, damit dieses einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin fĂŒr die vormalige StaatsprĂ€sidentin Vjosa Osmani wĂ€hlen kann. Ihr Mandat war am 4. April abgelaufen.

Das von der Verfassung vorgeschriebene Quorum zwingt das Regierungslager zu einem gewissen Konsens mit der Opposition. Nach Osmanis Ausscheiden aus dem Amt war ein solcher nicht erreicht worden, weshalb das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgeschrieben werden mussten.

Die PrĂ€sidentenwahl bleibt auch Aufgabe des neuen Parlaments. Wird weiterhin keine Einigung ĂŒber die Person des höchsten AmtstrĂ€gers des Landes erreicht, könnte das Kosovo in einen Kreislauf immer neuer Parlamentswahlen geraten.

Der jĂŒngste Staat Europas hatte 2008 seine UnabhĂ€ngigkeit erklĂ€rt. Serbien, zu dem das Kosovo einst gehörte, erkennt dies nicht an und beansprucht das Gebiet weiterhin.

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