Heidelberger, Druck

Heidelberger Druck: Dividende komplett gestrichen

19.06.2026 - 00:43:47 | boerse-global.de

Heidelberger Druckmaschinen streicht die Dividende und investiert in den Umbau zum Rüstungskonzern. Der Nettogewinn stieg zwar, doch der Cashflow bleibt negativ.

Heidelberger Druck: Dividende gestrichen für Rüstungsumbau
Heidelberger - Ein stillstehendes Zahnrad einer Druckmaschine auf einem Industrieboden mit langen Schatten. Repräsentiert die Einstellung der Dividende. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Heidelberger Druckmaschinen vollzieht einen harten Schnitt. Obwohl sich der Nettogewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr verdreifachte, gehen Aktionäre leer aus. Das Management streicht die Dividende komplett und steckt das Geld in einen radikalen Konzernumbau.

Rüstung statt Druckmaschinen

Das klassische Druckmaschinengeschäft schrumpft massiv. Der Vorstand hat bereits mehr als 550 Aufhebungsverträge abgeschlossen. Die Produktion wichtiger Modellreihen wanderte komplett nach China. Ein weiteres Werk in Nordmazedonien startet noch dieses Jahr.

Die Folge: Heidelberg baut sich zum Technologiekonzern um. Unter der neuen Sparte HD Advanced Technologies drängt das Unternehmen in den Rüstungsmarkt. Drohnenabwehr, Sicherheitstechnik und Ladeinfrastruktur sollen künftig die Kassen füllen.

Cashflow zwingt zur Nullrunde

Dieser Umbau kostet viel Geld. Der freie Cashflow rutschte zuletzt auf minus 19 Millionen Euro ab. Geringere Kundenanzahlungen belasteten die Kasse schwer. Deshalb reicht die Liquidität trotz eines gestiegenen Nettogewinns von 15 Millionen Euro nicht für eine Ausschüttung.

Der Umsatz blieb mit knapp 2,3 Milliarden Euro stabil. Allerdings drückten vorgezogene Investitionen und ein schwacher Produktmix die operative Marge. Den Beschluss, die Dividende zu streichen, legt das Management am 23. Juli auf der virtuellen Hauptversammlung vor.

Rote Zahlen im Übergangsjahr

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einer schwierigen Übergangsphase. Am Ende soll ein Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich stehen. Der freie Cashflow bleibt wegen der teuren Rüstungsinvestitionen ebenfalls negativ. Immerhin brachten neue Aufträge im Wert von 619 Millionen Euro im vierten Quartal ein positives Signal.

An der Börse spiegelt sich die harte Umbauphase wider. Die Aktie notiert aktuell bei 1,52 Euro und verlor seit Jahresbeginn rund 25 Prozent an Wert. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 2,54 Euro fehlt ein massiver Aufholprozess.

Der erste echte Härtetest für die neue Strategie folgt in Kürze. Am 19. August präsentiert Heidelberger Druckmaschinen die Zahlen zum ersten Quartal. Dieser Bericht muss belegen, dass die Verlagerung der Kosten greift und das Rüstungsgeschäft erste messbare Umsätze abwirft.

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