WHO-Chef: Wir leben in gefÀhrlichen Zeiten
18.05.2026 - 14:51:12 | dpa.deDer Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte bei der Eröffnung des WHO-Jahrestreffens: "Wir leben in schwierigen, gefÀhrlichen und von Spaltung geprÀgten Zeiten."
Die WHO hatte in der Nacht zu Sonntag wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo eine Notlage von internationaler Tragweite erklÀrt. Ansteckungsrisiken gibt es vor allem im Kongo und den NachbarlÀndern. Die Gefahr einer Ausbreitung nach Europa gilt als gering.
HerzstĂŒck des Pandemie-Vertrags fehlt
Das wichtigste geplante Unterfangen bei dieser Konferenz findet mangels Einigung der mehr als 190 WHO-Mitgliedsstaaten nicht statt: Eigentlich sollte das HerzstĂŒck des Pandemie-Vertrags, ein System namens Pabs, verabschiedet werden. Die AbkĂŒrzung bedeutet auf deutsch: Zugangs- und Vorteilsausgleich fĂŒr Krankheitserreger. Das soll unter anderem regeln, wie LĂ€nder kompensiert werden, die einen bei ihnen aufgetauchten Erreger teilen, damit dagegen Impfstoffe und Medikamente entwickelt werden können.
Die Verhandlungen wurden vor kurzem ohne Einigung vertragt. LĂ€nder des Nordens mit Pharmaindustrien haben andere Interessen als LĂ€nder des SĂŒdens. "Ich bin zuversichtlich, wenn sich alle etwas bewegen, dass man zueinander kommt", meinte Warken. Pabs soll nun spĂ€testens bei der nĂ€chsten Gesundheitsversammlung in einem Jahr verabschiedet werden.
Der Pandemie-Vertrag selbst wurde ohne Pabs im vergangenen Jahr zwar beschlossen. Die Ratifizierung in den einzelnen LÀndern kann aber erst beginnen, wenn er vollstÀndig ist.
WHO-Chef in letzter Amtszeit - Nachfolge aus Deutschland?
WHO-Chef Tedros ist in seiner zweiten und letzten Amtszeit. Bewerbungen fĂŒr seine Nachfolge können eingereicht werden. Es könnte auch einen deutschen Kandidaten geben. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte in Genf, mehrere LĂ€nder hĂ€tten sich entsprechend geĂ€uĂert. Die Bundesregierung werde sich dazu in den kommenden Wochen eine Meinung bilden. Tedros Amtszeit lĂ€uft bis August 2027.
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