Lanxess, DE0005470405

Lanxess AG-Aktie (DE0005470405): Kurseinbruch und Bewertung im Fokus

19.05.2026 - 14:09:47 | ad-hoc-news.de

Die Lanxess AG-Aktie ist zuletzt deutlich gefallen. Neue Zahlen und Bewertungskennziffern rücken das Spezialchemie-Unternehmen in den Fokus deutscher Anleger. Was steckt hinter der Schwächephase und wie ist das Geschäft aufgestellt?

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Lanxess, DE0005470405

Die Lanxess AG-Aktie hat in den vergangenen Wochen eine ausgeprägte Schwächephase erlebt und damit die Aufmerksamkeit vieler Privatanleger auf sich gezogen. Auf Xetra notierte die Aktie am 19.05.2026 bei rund 18 Euro, nachdem sie in den Vortagen deutlich an Wert verloren hatte, wie Daten von Stuttgart und Xetra zeigen, die unter anderem von finanzen.net Stand 19.05.2026 aufbereitet werden.

Parallel dazu dokumentiert der Informationsdienst Boersennews einen deutlichen Rückgang über verschiedene Zeiträume: Demnach hat die Lanxess AG-Aktie auf Monatssicht rund 37 Prozent und auf Jahressicht über 60 Prozent an Wert eingebüßt, ausgehend von höheren Kursniveaus, wie aus der Kursübersicht bei Boersennews Stand 19.05.2026 hervorgeht.

Stand: 19.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Lanxess
  • Sektor/Branche: Spezialchemie
  • Sitz/Land: Köln, Deutschland
  • Kernmärkte: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik
  • Wichtige Umsatztreiber: Additive, Zwischenprodukte, Kunststoffe, Spezialchemikalien für Konsumgüter- und Automobilindustrie
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Xetra (Ticker LXS), Börse Frankfurt
  • Handelswährung: Euro

Lanxess AG: Kerngeschäftsmodell

Lanxess ist ein international ausgerichteter Spezialchemie-Konzern mit Sitz in Köln, der aus einer Abspaltung von Geschäftsbereichen eines großen deutschen Chemiekonzerns hervorging. Das Unternehmen konzentriert sich auf chemische Zwischenprodukte, Additive, Spezialchemikalien und Kunststoffe, die in zahlreichen Industrien eingesetzt werden. Die Wertschöpfung basiert auf integrierten Produktionsverbünden mit Fokus auf Effizienz und spezialisierte Anwendungen, wodurch sich Lanxess von breit aufgestellten Basischemieproduzenten abgrenzt.

Das Geschäftsmodell von Lanxess ist stark auf industrielle B2B-Kunden ausgerichtet. Zu den wichtigsten Abnehmerbranchen zählen die Automobilindustrie, Konsumgüterhersteller, Bauwirtschaft, Elektronik, Agrarchemie sowie der Bereich Consumer Protection, in dem beispielsweise Desinfektions- und Materialschutzprodukte angeboten werden. Die Produkte werden in der Regel in langfristigen Kundenbeziehungen und oft auf Basis spezifizierter Rezepturen vermarktet, was den Wechsel zu Wettbewerbern erschweren kann, aber gleichzeitig eine hohe Abhängigkeit von der industriellen Konjunktur mit sich bringt.

Lanxess unterteilt sein Geschäft typischerweise in mehrere Segmente, in denen Spezialchemikalien und Additive im Mittelpunkt stehen. In der Vergangenheit spielten etwa die Segmente Advanced Industrial Intermediates, Specialty Additives und Consumer Protection eine zentrale Rolle, wie aus Geschäftsberichten hervorgeht, die das Unternehmen auf seiner Investorenwebsite veröffentlicht. Die Profitabilität dieser Sparten hängt stark von Rohstoffpreisen, Energie- und Logistikkosten sowie der Nachfrage in den jeweiligen Endmärkten ab.

In den vergangenen Jahren hat Lanxess sein Portfolio mehrfach umgebaut, Randbereiche verkauft und sich stärker auf margenstärkere Spezialchemikalien ausgerichtet. Dazu kamen Kooperationen und Gemeinschaftsunternehmen, um volatilere Geschäfte auszulagern und Kapitaleinsatz zu reduzieren. Ein Beispiel ist die Fokussierung weg von stark zyklischen Standard-Kautschukaktivitäten hin zu Anwendungen mit höherer Wertschöpfung, soweit aus älteren Unternehmensmitteilungen und Präsentationen ersichtlich. Diese strategische Neuausrichtung soll die Widerstandsfähigkeit über den Zyklus verbessern, ist aber mit Einmalkosten und strukturellen Anpassungen verbunden.

Die geografische Diversifikation ist ein weiteres Kernelement des Geschäftsmodells. Lanxess betreibt Produktionsstandorte in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien. Damit kann das Unternehmen Kunden regional bedienen und gleichzeitig von Wachstumsdynamik in Schwellenländern profitieren. Allerdings erhöht die globale Präsenz die Komplexität, etwa in der Logistik, im Energieeinkauf und im Management regulatorischer Vorgaben. Auch Währungsschwankungen beeinflussen Umsatz und Ergebnis, da ein erheblicher Teil der Erlöse außerhalb des Euroraums erwirtschaftet wird.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Lanxess AG

Zu den wichtigsten Umsatztreibern von Lanxess zählen Spezialadditive und Zwischenprodukte für Kunststoffe, Gummi, Schmierstoffe und eine Vielzahl industrieller Anwendungen. Diese Produkte verbessern beispielsweise Flammhemmung, Stabilität, Flexibilität oder Beständigkeit von Materialien. Solche Spezialadditive werden oft nur in kleinen Mengen beigemischt, sind aber für die Funktionalität entscheidend. Dadurch lässt sich mit relativ niedrigen Volumina ein höherer Wertschöpfungsbeitrag erzielen als in klassischen Massenchemikalien.

Im Segment Consumer Protection adressiert Lanxess unter anderem Anwendungen im Materialschutz, in der Wasseraufbereitung und bei Desinfektionslösungen. Während der Corona-Pandemie verzeichnete der Bereich zeitweise eine erhöhte Nachfrage nach Desinfektions- und Hygieneprodukten. In der Folge hat sich die Nachfrage normalisiert, trotzdem bleibt der Bereich angesichts verschärfter Hygiene- und Umweltstandards ein strukturelles Wachstumsfeld. Details zu Produktportfolios und Anwendungen dokumentiert das Unternehmen in Präsentationen und Produktbroschüren auf der Investorenwebsite, wie etwa auf den Seiten von Lanxess Stand 19.05.2026.

Ein weiterer Treiber sind Produkte für die Automobil- und Transportindustrie, darunter Additive für Kunststoffe in Innenraumanwendungen, Komponenten für Leichtbau-Lösungen und Materialien für Elektromobilität. Steigende Anforderungen an Gewicht, Energieeffizienz und Sicherheit führen zu höherem Einsatz spezialisierter Kunststoffe und Additive. Gleichzeitig wirkt sich die zyklische Natur der Automobilindustrie deutlich auf die Nachfrage aus. Rückgänge in der Autoproduktion oder Lagerabbau bei Herstellern und Zulieferern können kurzfristig zu deutlichen Volumenschwankungen führen.

Rohstoff- und Energiepreise sind ein zentraler Hebel für die Margenentwicklung von Lanxess. Ein Teil der Kosten kann über vertragliche Preisformeln oder Preisanpassungen an Kunden weitergegeben werden, oft aber mit zeitlicher Verzögerung. In Phasen stark steigender Energiepreise kann dies zu Margendruck führen. Umgekehrt können sinkende Rohstoffkosten bei stabilen Verkaufspreisen die Profitabilität verbessern. Wie stark diese Effekte ausfallen, geht aus den jeweils aktuellen Quartals- und Jahresberichten hervor, deren Kennzahlen das Unternehmen regelmäßig im Rahmen seiner Finanzkommunikation publiziert.

Auch regulatorische Entwicklungen im Umwelt- und Chemikalienrecht haben einen Einfluss auf Umsatz- und Produktmix. Strengere Vorgaben zu Emissionen, Recyclingquoten und chemischer Sicherheit erhöhen zwar den Anpassungsaufwand, schaffen aber gleichzeitig Nachfrage nach leistungsfähigeren und umweltverträglicheren Spezialchemikalien. Lanxess positioniert sich in einigen Bereichen als Anbieter von Lösungen, die Kunden bei Nachhaltigkeitszielen unterstützen sollen, etwa durch Produkte zur Reduktion von Emissionen oder zur Verbesserung der Ressourceneffizienz.

Aktuelle Kursentwicklung und Bewertungskennzahlen der Lanxess AG-Aktie

Die jüngste Kursentwicklung der Lanxess AG-Aktie fällt deutlich negativ aus. Laut Boersennews lag der letzte ausgewiesene Kurs bei 11,90 Euro, was einem Tagesverlust von rund 9 Prozent entsprach und auf Monatssicht einem Rückgang von knapp 37 Prozent gleichkam, wie die Plattform zusammenfasst, vgl. Boersennews Stand 19.05.2026. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Aktie in kurzer Zeit massiv an Wert eingebüßt hat.

Über einen Zeitraum von zwölf Monaten verzeichnet die Lanxess AG-Aktie den Angaben zufolge einen Wertverlust von mehr als 60 Prozent, gemessen am jeweiligen Ausgangsniveau. Damit zählt das Papier zu den schwächeren Titeln im chemienahen Sektor in Deutschland. Dies ist vor allem für Anleger relevant, die auf eine Stabilisierung oder Erholung im Rahmen einer möglichen Branchenrotation spekulieren oder auf einen Turnaround im Unternehmen hoffen.

Parallel zu den Kursverlusten sind Bewertungskennziffern stärker in den Fokus gerückt. Boersennews berichtet, dass das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf Basis der letzten verfügbaren Jahresumsätze im Jahr 2024 bei etwa 0,32 lag und sich bei Verwendung des deutlich niedrigeren, aktuellen Kursniveaus rechnerisch auf etwa 0,16 reduziert. Diese Werte werden aus Umsatzzahlen des Geschäftsjahres 2024 abgeleitet und mit aktuellen Kursdaten kombiniert, wie aus der entsprechenden Kennzahlenanalyse hervorgeht, siehe Boersennews Stand 19.05.2026.

Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Für das Jahr 2026 wird ein auf Schätzungen basierendes KGV von rund 83,9 angegeben. Gleichzeitig ergibt sich, auf Basis eines ausgewiesenen Fehlbetrags von rund minus 0,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024, eines Bestands von 86,3 Millionen ausstehenden Aktien und des Kursniveaus von 11,90 Euro, ein aktuell negatives KGV von etwa minus 5,8. Diese Berechnung verdeutlicht, dass Lanxess im relevanten Zeitraum einen Verlust erzielte und der Markt die Aktie aktuell vor allem nach Umsatz- und Bilanzkennziffern bewertet.

Ein weiterer Aspekt für einkommensorientierte Anleger ist die Dividendenpolitik. Boersennews weist für die Aktie eine zuletzt gezahlte Dividende von 0,10 Euro je Anteil und eine Dividendenrendite von rund 0,74 Prozent aus. Diese Zahlen beziehen sich auf das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr und die dazugehörige Hauptversammlung, bei der die Dividende beschlossen wurde. Gemessen an der aktuellen Kursvolatilität und der Einkommenssituation des Unternehmens bleibt die Ausschüttung damit vergleichsweise niedrig.

Die Marktkapitalisierung von Lanxess wird bei Boersennews aktuell mit rund 1 Milliarde Euro angegeben, basierend auf dem dort zugrunde gelegten Kurs und der Anzahl ausstehender Aktien. Diese Größenordnung zeigt, dass der Marktwert des Konzerns deutlich gesunken ist und Lanxess inzwischen zu den kleineren Werten im deutschen Chemiesektor zählt, obwohl das Unternehmen über ein globales Produktions- und Vertriebsnetz verfügt.

Finanzlage und Ergebnisentwicklung im Kontext vergangener Berichtsperioden

Ein Blick auf die jüngeren Geschäftsberichte von Lanxess zeigt, dass das Unternehmen in den letzten Jahren mit einem anspruchsvollen Umfeld konfrontiert war. In einigen Perioden wurden Ergebnisrückgänge und Belastungen durch hohe Einmalaufwendungen, Wertberichtigungen oder Portfoliomaßnahmen berichtet. Für das Geschäftsjahr 2024 liegt laut Boersennews ein Fehlbetrag von rund minus 0,2 Milliarden Euro vor, der für die Berechnung aktueller Bewertungskennziffern herangezogen wurde. Der entsprechende Geschäftsbericht wurde im Frühjahr 2025 veröffentlicht, wie sich aus den üblichen Publikationsterminen deutscher Emittenten ablesen lässt.

Ursachen für die Ergebnisbelastung waren demnach unter anderem schwächere Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie Restrukturierungsaufwendungen. Lanxess hat in diesem Umfeld zusätzliche Effizienzprogramme gestartet und Portfoliomaßnahmen umgesetzt, um Kosten zu senken und die Kapitalallokation zu optimieren. Diese Schritte gehen allerdings oft mit Einmalbelastungen einher, die das Ergebnis kurzfristig drücken, während die erhofften Einsparungen erst in späteren Perioden voll zur Geltung kommen.

Die Bilanzstruktur spielt ebenfalls eine Rolle bei der Bewertung der Aktie. Lanxess finanziert sich aus einer Kombination von Eigenkapital, Anleihen und Bankkrediten. In den vergangenen Jahren wurden Anleihen begeben und teilweise refinanziert, um Fälligkeiten zu strecken und Zinssätze zu sichern. Höhere Zinsen im Marktumfeld verteuern jedoch die Finanzierung, was wiederum die Zinsaufwendungen erhöht. In den Geschäftsberichten wird regelmäßig über die Verschuldungskennziffern, insbesondere das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA, berichtet.

Liquidität und verfügbare Kreditlinien sind für ein zyklisches Unternehmen wie Lanxess von zentraler Bedeutung. Nach Angaben in früheren Quartalsberichten verfügt der Konzern über zugesagte, weitgehend ungenutzte Kreditlinien sowie ausreichende Barmittel, um auch schwächere Marktphasen zu überbrücken. Dennoch bleibt die Entwicklung der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit entscheidend, da nur aus stabilen operativen Mitteln Investitionen und Ausschüttungen nachhaltig finanziert werden können.

Für Anleger ist außerdem relevant, inwieweit das Management Prognosen zur künftigen Geschäftsentwicklung abgibt. In der Regel äußert sich Lanxess im Rahmen von Jahres- und Quartalsberichten zur erwarteten Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das laufende Geschäftsjahr, häufig in Form von Bandbreiten oder qualitativen Einschätzungen. Diese Guidance wird regelmäßig an das Marktumfeld angepasst und kann bei Änderungen deutliche Kursreaktionen auslösen, wie in der Vergangenheit auch bei anderen Chemiewerten zu beobachten war.

Marktumfeld für Spezialchemie und Stellung von Lanxess AG

Die Spezialchemie-Branche ist stark von der globalen Industriekonjunktur abhängig. Nachfrageimpulse ergeben sich aus Sektoren wie Automobil, Bau, Elektronik, Konsumgüter und Agrar, die wiederum sensibel auf Zinsniveau, Konsumklima und Investitionsbereitschaft reagieren. In Phasen schwächerer Industrieproduktion kommt es häufig zu Lagerabbau, wodurch kurzfristig weniger Spezialchemikalien bestellt werden, selbst wenn der Endverbrauch relativ stabil bleibt. Dies kann Umsätze und Kapazitätsauslastung von Anbietern wie Lanxess belasten.

Gleichzeitig bietet der Trend zu höherwertigen und funktionalisierten Materialien Chancen. Leichtbau in der Mobilität, Elektromobilität, erneuerbare Energien, strengere Emissionsvorschriften und wachsende Anforderungen an Produktsicherheit und -haltbarkeit führen dazu, dass mehr Spezialadditive und maßgeschneiderte Zwischenprodukte benötigt werden. Lanxess adressiert diese Felder mit einem breiten Portfolio, dessen genaue Zusammensetzung und Schwerpunkte der Konzern regelmäßig in seinen Präsentationen erläutert, wie auf der Investorenwebsite dargestellt.

Ein zentrales Branchenthema ist zudem Nachhaltigkeit. Kunden fordern zunehmend Produkte mit geringerem CO2-Fußabdruck, verbesserter Recyclingfähigkeit und geringeren Emissionen. Lanxess berichtet in seinen Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichten über Initiativen zur CO2-Reduktion, zur Energieeffizienz und zum Einsatz alternativer Rohstoffe. Der Ausbau klimafreundlicher Produktionsverfahren erfordert allerdings oft hohe Investitionen, die sich erst langfristig auszahlen.

In der Wettbewerbslandschaft der Spezialchemie trifft Lanxess auf eine Reihe internationaler Anbieter. Dazu zählen große europäische und US-amerikanische Konzerne, aber auch zunehmend asiatische Wettbewerber, die in einzelnen Segmenten aggressive Preisstrategien verfolgen können. In diesem Umfeld versucht Lanxess, sich über spezialisierte Anwendungen, technische Serviceleistungen und enge Kundenbeziehungen zu differenzieren. Die Fähigkeit, gemeinsam mit Kunden neue Formulierungen zu entwickeln, gilt als wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Der Standort Deutschland bringt Vor- und Nachteile mit sich. Einerseits profitiert Lanxess von gut ausgebildeten Fachkräften, technischer Infrastruktur und Nähe zu wichtigen Industriekunden. Andererseits belasten vergleichsweise hohe Energiepreise und umfangreiche Regulierung in Bereichen wie Emissionsschutz und Arbeitssicherheit die Kostenstruktur. Dies führt immer wieder zu Diskussionen über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie und mögliche Standortverlagerungen.

Relevanz der Lanxess AG-Aktie für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Lanxess AG-Aktie aus mehreren Gründen relevant. Zum einen handelt es sich um ein Unternehmen mit Hauptsitz in Köln und einem bedeutenden Anteil der Wertschöpfung in Deutschland. Lanxess ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, der wesentliche Handel findet über Xetra statt. Dadurch ist die Aktie für Anleger hierzulande leicht zugänglich, mit enger Einbindung in deutsche Indizes und eine breite Coverage durch inländische Finanzmedien.

Zum anderen spiegelt die Kursentwicklung von Lanxess teilweise die Lage der deutschen Industrie und insbesondere der Chemiebranche wider. Schwache Konjunktur, hohe Energiepreise und strukturelle Veränderungen in Abnehmerindustrien wie der Automobilbranche wirken sich auf die Nachfrage nach Spezialchemikalien aus. Wer die Lanxess AG-Aktie beobachtet, erhält damit indirekt Einblicke in die Dynamik wichtiger Teile der deutschen Wirtschaft.

Für Anleger, die auf Dividenden aus sind, spielt zudem eine Rolle, wie stabil und berechenbar die Ausschüttungen sind. Angesichts der jüngsten Verlustsituation und der niedrigen Dividende je Aktie von 0,10 Euro, die laut Boersennews für das letzte Geschäftsjahr gezahlt wurde, steht bei Lanxess derzeit eher der Turnaround im operativen Geschäft als ein hohes Ausschüttungsniveau im Vordergrund. Veränderungen der Dividendenpolitik könnten in Zukunft ein Signal darüber geben, wie das Management die finanzielle Lage einschätzt.

Darüber hinaus ist die Aktie auch für Anleger interessant, die gezielt nach Titeln aus der Spezialchemie suchen, um ihr Portfolio breit über verschiedene Sektoren zu diversifizieren. Lanxess bietet hier die Möglichkeit, an globalen Trends wie zunehmender Regulierung, Nachhaltigkeit und funktionalen Materialien teilzuhaben, trägt aber gleichzeitig die damit verbundenen Risiken eines zyklischen, kapitalintensiven Geschäfts.

Risiken und offene Fragen rund um die Lanxess AG-Aktie

Investoren, die die Lanxess AG-Aktie analysieren, müssen eine Reihe von Risiken berücksichtigen. Dazu gehört die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur und insbesondere von zyklischen Industrien wie Automobil, Bau und Konsumgüter. Ein anhaltend schwacher Konjunkturverlauf könnte Umsätze und Margen weiter unter Druck setzen, insbesondere wenn Kunden Lagerbestände abbauen und Investitionen zurückstellen.

Ein weiteres Risiko sind anhaltend hohe oder volatile Energie- und Rohstoffpreise. Zwar versucht Lanxess, diese Kosten teilweise über Preisanpassungen und Effizienzmaßnahmen abzufedern, doch zeitliche Verzögerungen oder begrenzte Verhandlungsmacht in bestimmten Segmenten können dazu führen, dass Einschnitte zunächst bei den Margen sichtbar werden. In extremen Fällen können Produktionsstandorte zeitweise gedrosselt werden, was Fixkosten auf weniger Einheiten verteilt.

Regulatorische Entwicklungen können zusätzliche Unsicherheit bringen. Verschärfungen im Chemikalienrecht, strengere Emissionsvorgaben oder neue Sicherheitsstandards erfordern kontinuierliche Investitionen und können bei bestimmten Produkten zu Markteintrittsbarrieren oder produktionsseitigen Anpassungen führen. Hinzu kommen geopolitische Risiken, etwa Handelsbeschränkungen, Sanktionen oder politische Instabilität in Regionen, in denen Lanxess produziert oder Kunden beliefert.

Offene Fragen betreffen auch die Umsetzung der laufenden Strategieprogramme. Die Wirksamkeit von Kostensenkungsmaßnahmen und Portfoliobereinigungen zeigt sich oft erst über mehrere Jahre. Anleger beobachten daher genau, ob Lanxess seine Ziele bei Margen, Cashflow und Verschuldung erreicht. Abweichungen von den kommunizierten Zielen können zu Kursreaktionen führen, insbesondere wenn sie auf strukturelle Probleme hinweisen.

Schließlich spielt die Kapitalmarktkommunikation eine Rolle. Klare und konsistente Aussagen des Managements zu Strategie, Investitionen und Ausschüttungspolitik tragen zur Planbarkeit für Anleger bei. Unklare Signale oder häufige Richtungswechsel können dagegen Vertrauen kosten. Für detaillierte Informationen zu aktuellen Einschätzungen und Planungen verweist das Unternehmen auf seine Präsentationen und Berichte im Investor-Relations-Bereich, der unter anderem über Lanxess Stand 19.05.2026 zugänglich ist.

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Fazit

Die Lanxess AG-Aktie befindet sich nach deutlichen Kursverlusten in einer anspruchsvollen Phase, in der Bewertungskennzahlen wie KUV und KGV stark vom schwachen Ergebnis des Geschäftsjahres 2024 geprägt sind. Das Spezialchemie-Geschäft des Konzerns bietet grundsätzlich Chancen in wachstumsstarken Nischen, ist aber zugleich stark von der konjunkturellen Entwicklung und von Energie- sowie Rohstoffpreisen abhängig. Für deutsche Anleger bleibt Lanxess als heimischer Spezialchemie-Anbieter mit globaler Präsenz ein wichtiger Indikator für die Lage der Industrie und ein potenzieller Turnaround-Kandidat, dessen weitere Entwicklung eng mit der Umsetzung der Strategieprogramme und der Stabilisierung der Ertragslage verknüpft ist.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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