Landtagswahlen an einem Tag? - Nein aus mehreren LĂ€ndern
07.06.2026 - 19:02:31 | dpa.deThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt (CDU) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", "wer alle Landtagswahlen zu einer Art bundesweitem Zwischenzeugnis fĂŒr die Bundesregierung macht, schwĂ€cht den Föderalismus". Ăhnlich Ă€uĂerten sich auch andere Regierungschefs in der Zeitung. Hintergrund ist ein Vorschlag von BundestagsvizeprĂ€sident Omid Nouripour (GrĂŒne).
Voigt sagte, die WĂ€hler sollten ĂŒber Bildung, Wirtschaft, Sicherheit und die Zukunft ihrer Heimat entscheiden können. DafĂŒr brauche es eigenstĂ€ndige Landtagswahlen und keine bundespolitische GroĂabstimmung. Ăhnlich argumentiert nach Angaben der Zeitung die Regierung des Saarlands, in dem die SPD-Politikerin Anke Rehlinger MinisterprĂ€sidentin ist. Bei Landtagswahlen sollte es weitgehend um landespolitische Weichenstellungen fĂŒr die Zukunft des Bundeslandes gehen.
Der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Gordon Schnieder (CDU) befĂŒrchtet, dass sich durch gleichzeitige Wahlen die Mehrheiten in den LĂ€ndern angleichen wĂŒrden. "Dadurch bestĂŒnde die Gefahr, dass der Bundesrat ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume zu einem dauerhaften Gegenpol der Bundesregierung wird und das verfassungsrechtliche Gleichgewicht zwischen Bund und LĂ€ndern beeintrĂ€chtigt", Ă€uĂerte Schnieder.
Sachsens MinisterprÀsident Michael Kretschmer (CDU) sieht in dem Vorschlag eine Ablenkung davon, die eigentlichen Probleme im Land zu lösen. "Die Landtagswahlen sind lÀngst Ausdruck einer tiefen Unzufriedenheit mit der Bundespolitik der vergangenen Monate", sagte Kretschmer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
BundestagsvizeprĂ€sident Nouripour hatte kĂŒrzlich in der Zeitung argumentiert, die groĂe Aufmerksamkeit fĂŒr Umfragen hĂ€nge auch mit den stĂ€ndigen Kommunal- und Landtagswahlen zusammen. "Politik ist gefangen in einem ewigen Wahlkampf."
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