Trumps, China-Reise

Vor Trumps China-Reise - Taiwan billigt MilitÀr-Sonderetat

08.05.2026 - 13:01:45 | dpa.de

Nach monatelangem Streit hat Taiwans Parlament den Sonderhaushalt fĂŒr die Verteidigung des Landes verabschiedet.

Mit ihrer Mehrheit im Legislativ-Yuan setzte die Opposition damit ihren Vorschlag von 780 Milliarden Taiwan-Dollar (derzeit etwa 21,13 Milliarden Euro) durch. Die Regierung hatte zuvor einen Plan mit einem deutlich grĂ¶ĂŸeren Budget vorgeschlagen. Nun entfallen zentrale Posten wie die Förderung der Drohnenindustrie, KI-gestĂŒtzte Entscheidungsfindung und gemeinsame MilitĂ€rforschung mit den USA.

Taiwans Parlament billigte den bis 2033 geltenden Etat knapp eine Woche vor dem anvisierten China-Besuch von US-PrĂ€sident Donald Trump. US-Vertreter hatten zuvor den Regierungsvorschlag unterstĂŒtzt und dessen Verabschiedung gefordert. Die USA sind Taiwans wichtigster Waffenlieferant und UnterstĂŒtzer gegen China, das die unabhĂ€ngig regierte Insel zu seinem Staatsgebiet zĂ€hlt und notfalls auch mit einer Invasion an sich binden will. Die US-Hilfe fĂŒr Taiwan belastet das VerhĂ€ltnis zwischen Washington und Peking immer wieder.

Opposition gegen Regierungsplan

UrsprĂŒnglich hatte Taiwans PrĂ€sident Lai Ching-te im November den Zusatz-MilitĂ€retat in Höhe von 1,25 Billionen Taiwan-Dollar vorgeschlagen, um Taiwans Verteidigung zu stĂ€rken. Oppositionsparteien, die einen engeren Austausch mit China befĂŒrworten, stemmten sich jedoch dagegen.

Die Chefin der grĂ¶ĂŸten Oppositionspartei Kuomintang (KMT), Cheng Li-wun, erklĂ€rte, die jetzige Fassung konzentriere sich auf die Beschaffung von US-Waffen. Dem Vorschlag der Regierung fehlten klar definierte Posten im Etatplan, kritisierte Cheng, die im April in Peking Chinas PrĂ€sident Xi Jinping getroffen hatte.

Regierung fĂŒrchtet um Ansehen

Laut dem KMT-Fraktionschef Fu Kun-chi sieht der Etat in der ersten Phase bis zu 300 Milliarden Taiwan-Dollar fĂŒr bestehende und potenzielle US-WaffengeschĂ€fte vor. Die ĂŒbrigen 480 Milliarden Taiwan-Dollar sollen in der zweiten Phase in Waffensysteme wie Patriot-Raketen, Hellfire-Raketen und Drohnen-Luftabwehrsysteme fließen.

Die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) warnte, die Änderungen könnten das internationale Vertrauen in Taiwans Verteidigungsengagement untergraben. "Ich verstehe nicht, warum sie so wichtige Teile gestrichen haben, was letztendlich unsere VerteidigungsfĂ€higkeit schwĂ€chen könnte", sagte DPP-Verteidigungspolitiker Puma Shen.

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