Rheinmetall Aktie: 1,01 Milliarden Euro Bundeswehr-Auftrag
09.06.2026 - 22:04:48 | boerse-global.de
Ab morgen steht Rheinmetall im Scheinwerferlicht. Auf der ILA Berlin 2026 präsentiert sich der Konzern erstmals als nahezu reiner Rüstungsanbieter — und will zeigen, dass der strategische Umbau mehr ist als Ankündigungen.
Ghost Bat, Satelliten, F-35-Rümpfe
Auf rund 840 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt Rheinmetall, wie breit das Verteidigungsportfolio inzwischen aufgestellt ist. Zentrales Exponat ist die MQ-28 Ghost Bat — ein autonomes Kampfflugzeug, das gemeinsam mit bemannten Jets operiert. Das System hat mehr als 150 Testflüge absolviert. Rheinmetall koordiniert die geplante Bundeswehr-Beschaffung bis 2029.
Hinzu kommt das Joint Venture Rheinmetall ICEYE Space Solutions. Es sicherte sich zuletzt einen milliardenschweren Bundeswehr-Vertrag für weltraumgestützte Aufklärung per SAR-Satelliten. Ferner zeigt der Konzern seinen Einstieg in den militärischen Flugzeugbau: In Weeze am Niederrhein produziert er Rumpfmittelteile für den F-35 Lightning II — insgesamt 400 Stück im Auftrag von Northrop Grumman. Das achte befindet sich bereits in der Fertigung.
Automotive-Abschied besiegelt
Der ILA-Auftritt fällt mit einem klaren Schnitt zusammen. Rheinmetall verkauft den größten Teil seiner Kfz-Zuliefersparte für 350 Millionen Euro an die Münchner Industrieholding Aequita. Der Abschluss soll im vierten Quartal erfolgen. Rund 6.200 Beschäftigte wechseln den Eigentümer; beim Konzern verbleiben 34.000.
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Die Automotive-Sparte hatte zuletzt unter schwacher Nachfrage europäischer Autohersteller gelitten. Das Verteidigungsgeschäft wuchs derweil zu schnell, als dass die Sparte noch ins Bild gepasst hätte. Standorte in Neuss und Spanien sollen künftig Satelliten und Rüstungsgüter produzieren.
Starke Aufträge, schwacher Kurs
Das Paradox ist offensichtlich. Neue Bundeswehr-Aufträge treffen ein — einer davon über 1,01 Milliarden Euro — und trotzdem notiert die Aktie rund 40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie rund 25 Prozent verloren.
Die Analysten bleiben konstruktiv. Von 21 abgedeckten Experten empfehlen 18 den Kauf, drei raten zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.889 Euro — weit über dem aktuellen Niveau von 1.198 Euro.
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Das Vertrauen fehlt trotzdem. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rheinmetall einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro — acht Prozent mehr als im Vorjahr, aber rund 15 Prozent unter den Analystenerwartungen. Das Management verwies darauf, dass Produktionshochlauf und Vertragslieferungen auf die zweite Jahreshälfte gewichtet sind. Die Jahreszielspanne von 14 bis 14,5 Milliarden Euro steht.
Der Markt wartet auf den Beweis. Rekordauftragseingang ist eine Sache — ob daraus nachhaltiges Gewinnwachstum wird, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
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