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Super Micro: 2,5 Milliarden Dollar Umleitung vorgeworfen

02.07.2026 - 05:10:03 | boerse-global.de

Taiwanische Behörden durchsuchen neun Standorte von Super Micro. Der Vorwurf: illegale Exporte von KI-Servern nach China. Auch in den USA droht ein Prozess.

Super Micro Computer: Razzien in Taiwan und US-Klage belasten Aktie
Super - Abstrakte Darstellung von Finanzbetrug und Umleitung von Geldern in dunklen, bedrohlichen Tönen mit subtilen Farbakzenten. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Super Micro Computer steht unter massivem rechtlichem Druck. In Taiwan durchsuchten Ermittler am 29. Juni mehrere Standorte des Server-Spezialisten wegen des Verdachts auf illegale Exporte nach China. Behörden vermuten systematische Verstöße gegen Exportrichtlinien.

Verdacht auf Dokumentenfälschung

Die Staatsanwaltschaft Keelung koordinierte Razzien an insgesamt neun Standorten. Neben den lokalen Büros von Super Micro waren auch verbundene Unternehmen wie Albatron Technology betroffen. Zwei Mitarbeiter des Konzerns wurden festgenommen, zwei weitere gegen Kaution und unter Reiseauflagen freigelassen.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen rund 50 High-End-Server. Diese sind mit leistungsstarken Nvidia-Chips bestückt und gelangten mutmaßlich über Hongkong und Macau auf das chinesische Festland. Da der Export von KI-Hardware in Taiwan rechtlich komplex ist, lautet der Vorwurf der Ermittler auf Urkundenfälschung und falsche Zollerklärungen.

Das Unternehmen gab an, vollständig mit den Behörden zu kooperieren. Nach eigener Darstellung ist der Konzern selbst nicht das primäre Ziel der Untersuchung. Parallel dazu hatte Super Micro bereits im Frühjahr eine interne Prüfung der Export-Compliance eingeleitet.

US-Justiz erhöht den Druck

Die Probleme beschränken sich nicht auf Asien. In den USA bereiten Bundesstaatsanwälte einen Prozess gegen den Mitbegründer Wally Liaw vor. Ihm wird Verschwörung zur illegalen Umleitung von Hardware im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar nach China vorgeworfen. Der Prozessbeginn ist für November angesetzt.

Derweil plant der taiwanesische Gesetzgeber schärfere Handelsgesetze. Künftig könnte der nicht autorisierte Export von KI-Hardware nach China explizit unter Strafe gestellt werden. Beamte prüfen bereits eine Erweiterung der Liste für beschränkte Halbleiter-Komponenten.

Volatilität auf Extremniveau

Anleger reagieren empfindlich auf die juristischen Schlagzeilen. Die Aktie schloss zuletzt bei 27,65 US-Dollar und notiert damit deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 33,48 Dollar. Die annualisierte Volatilität liegt bei 136 Prozent — ein Zeichen für die tiefe Unsicherheit im Markt.

Seit Jahresbeginn hat das Papier rund zehn Prozent an Wert verloren. Analysten halten sich derzeit zurück. Von 18 beobachteten Experten raten zwölf zum Halten der Aktie, während das durchschnittliche Kursziel bei 38,57 US-Dollar liegt. Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich vom Ausgang des US-Verfahrens im Spätherbst ab.

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