Tesla Aktie: Belgien genehmigt FSD am 10. Juni
17.06.2026 - 00:51:23 | boerse-global.de
Bei Tesla prallen aktuell zwei Welten aufeinander. In Europa feiert der Konzern wichtige Zulassungen fĂŒr sein autonomes Fahren. In China hebeln Fahrer das System derweil mit billigem Plastik aus. Die Aktie reagiert am Dienstag mit einem leichten Minus von 1,48 Prozent auf 349,00 Euro.
Plastikfiguren gegen KI
Chinesische Tesla-Fahrer haben eine SicherheitslĂŒcke entdeckt. Sie nutzen kleine Plastikfiguren oder Smartphone-Videos, um die Innenraumkamera zu tĂ€uschen. Das System glaubt an einen aufmerksamen Fahrer. Die Folge: Der Autopilot ĂŒbernimmt die Kontrolle. Diese Gadgets ĂŒberschwemmen aktuell asiatische Online-MarktplĂ€tze. Sie kosten meist zwischen 20 und 50 US-Dollar.
Der Boom begann nach einem Software-Update. Tesla hatte die Kamera ĂŒber dem Spiegel aktiviert, um Ablenkungen zu erkennen. Bei InaktivitĂ€t schaltet das System den Autopiloten ab. Fahrer umgehen diese Sperre nun gezielt. Tesla reagierte auf Ă€hnliche Tricks in der Vergangenheit meist mit neuen Software-Updates.
Europa gibt grĂŒnes Licht
Parallel dazu treibt der Konzern seine Expansion in Europa voran. Belgien hat am 10. Juni 2026 das System "FSD Supervised" offiziell zugelassen. Damit ist das Land der fĂŒnfte europĂ€ische Markt fĂŒr die Software. Tesla hatte zuvor 5.000 Testkilometer auf flĂ€mischen StraĂen absolviert.
DÀnemark erteilte bereits einen Tag zuvor eine vorlÀufige Genehmigung. Beide LÀnder nutzen eine niederlÀndische Typgenehmigung als Basis. Das beschleunigt den Prozess enorm.
Warten auf BrĂŒssel
Die nationalen AlleingĂ€nge bergen ein Risiko. Jede Zulassung enthĂ€lt eine Verfallsklausel von sechs Monaten. FĂ€llt die EU-Kommission eine negative Entscheidung, erlöschen die nationalen Erlaubnisse sofort. Ein EU-weites Votum erwarten Beobachter frĂŒhestens im Oktober. Möglicherweise verschiebt sich die Entscheidung bis Anfang 2027.
An der Börse sorgt diese Gemengelage fĂŒr ZurĂŒckhaltung. Die Tesla-Aktie rutschte zuletzt unter ihre 200-Tage-Linie von 358,45 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund sieben Prozent auf der Anzeigetafel.
Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt Anlegern jedoch ein Plus von fast 23 Prozent. Analysten bewerten die Zukunftsaussichten unterschiedlich. Einige Experten kritisieren den starken Fokus auf kĂŒnstliche Intelligenz auf Kosten des klassischen AutogeschĂ€fts.
Die kommenden Monate bringen klare Fristen. Tesla muss die Software-LĂŒcken in Asien schlieĂen, um das Vertrauen der Aufsichtsbehörden nicht zu gefĂ€hrden. SpĂ€testens beim nĂ€chsten Treffen des zustĂ€ndigen EU-Ausschusses Ende Juni entscheidet sich dann der Fahrplan fĂŒr den europĂ€ischen Markt.
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