ROUNDUP, Litauen

Staatsspitze in Sicherheit gebracht

20.05.2026 - 16:43:27 | dpa.de

VILNIUS - In Litauen ist bei einem erneuten Drohnenvorfall Luftalarm in der litauischen Hauptstadt Vilnius ausgelöst worden.

(neu: Regierungschefin)

VILNIUS (dpa-AFX) - In Litauen ist bei einem erneuten Drohnenvorfall Luftalarm in der litauischen Hauptstadt Vilnius ausgelöst worden. Die Einwohner sollten auf Aufforderung der Behörden vorsorglich Schutz suchen. Auch die Staatsspitze wurde nach Medienberichten zur Sicherheit in SchutzrĂ€ume gebracht. Der Luftraum ĂŒber dem Flughafen wurde gesperrt und auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt. SpĂ€ter wurde Entwarnung gegeben und der Alarm fĂŒr Vilnius nach einer guten halben Stunde aufgehoben.

"Dieser Vorfall Ă€hnelt dem, was wir in den vergangenen Tagen in Lettland und Estland erlebt haben", teilte das litauische MilitĂ€r mit. "Die Warnung der Bevölkerung ist eine ĂŒbliche PrĂ€ventivmaßnahme." Nach Angaben des Leiters des Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, war eine Drohne ĂŒber dem Bezirk Vilnius gesichtet worden. Wegen ihrer Flugbahn hĂ€tten die Bewohner der Hauptstadt eine dringende Warnung erhalten. Das Flugobjekt sei spĂ€ter vom Radar verschwunden, sagte Vitkauskas. Der Verbleib war unklar.

Zuvor hatten die StreitkrĂ€fte die Bevölkerung ĂŒber eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Demnach wurde in GrenznĂ€he ein mutmaßliches Flugobjekt gesichtet, das sich aus Richtung Belarus dem baltischen EU- und Nato-Land nĂ€herte. Nato-Kampfjets seien alarmiert worden - sie konnten das Flugobjekt nach MilitĂ€rangaben aber nicht sichten. Vilnius befindet sich rund 30 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.

Regierung: Drohnen-Warnsystem funktioniert

Nach Angaben eines Beraters von StaatsprÀsident Gitanas Nauseda und von Regierungschefin Inga Ruginiene hat das Warnsystem nach dem Drohnenalarm wie vorgesehen funktioniert. Beide verwiesen auf erkannte Schwachstellen im System, die es zu beheben gilt, und betonten, dass Àhnliche VorfÀlle sich wiederholen könnten, solange Russlands Krieg in der Ukraine andauert.

"Wir leben neben einem Krieg, in dem neue und sich rasant entwickelnde Technologien eingesetzt werden", sagte Ruginiene nach einer Sitzung des Nationalen Sitzungsrats. "Der Krieg ist nÀher denn je." Zugleich betonte sie, dass Litauen kein passiver Beobachter sei, sondern alle Bedrohungen und VorfÀlle ernst nehme und seine Verteidigung stÀrke.

ParlamentsprĂ€sident Juozos Olekas, der zusammen mit anderen Abgeordneten und Mitarbeitern Zuflucht im Schutzraum der Volksvertretung suchte, lobte das besonnene Verhalten der Bevölkerung. Wie auch Ruginiene hielt er es fĂŒr richtig, dass die Menschen ĂŒber die potenzielle Gefahr informiert wurden.

Immer wieder DrohnenvorfÀlle

Im Zuge des Ukraine-Krieges hatte es zuvor bereits mehrere VorfĂ€lle mit Drohnen im Luftraum des an Russland und Belarus grenzenden Landes gegeben. Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Nach Angaben des litauischen MilitĂ€rs habe Belarus habe die beiden LĂ€nder ĂŒber ein möglicherweise unbemanntes FluggerĂ€t informiert, das sich deren Luftraum nĂ€here.

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