Abtreibungsdebatte, Unionsfraktionsspitze

Abtreibungsdebatte: Unionsfraktionsspitze droht mit Klage

Veröffentlicht am: 09.04.2024 um 10:24 Uhr | dpa.de

Die Union will gegen Ampel-PlÀne zur Abtreibung bis zum Verfassungsgericht ziehen. CDU-Politiker Frei warnt vor einem Aufbrechen alter Wunden und gesellschaftlicher Spaltung.

Nimmt die Union am fĂŒr den Nachmittag geplanten Spitzentreffen zur Migration im Bundesinnenministerium teil oder nicht? Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), lĂ€sst das zunĂ€chst weiterhin offen. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Nimmt die Union am fĂŒr den Nachmittag geplanten Spitzentreffen zur Migration im Bundesinnenministerium teil oder nicht? Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), lĂ€sst das zunĂ€chst weiterhin offen. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Unionsfraktionsmanager Thorsten Frei rechnet mit einer Klage der Unionsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht, falls die Ampelkoalition SchwangerschaftsabbrĂŒche in den ersten zwölf Wochen generell straffrei stellen sollte.

Falls sich die Koalition entsprechende VorschlĂ€ge einer Arbeitsgruppe unabhĂ€ngiger Experten der Bundesregierung zu eigen mache, «wĂŒrde das zwangslĂ€ufig dazu fĂŒhren», dass man in Karlsruhe klagen werde, sagte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Abgeordneten in Berlin.

«Grundfalsch, weitere gesellschaftliche Konflikte zu provozieren»

Frei warnte eindringlich davor, mit einem solchen Vorstoß gesellschaftliche Konfliktlinien nach dem Kompromiss um das Abtreibungsrecht aus den 1990er Jahren wieder neu aufzureißen. Dies sei «grundĂŒberflĂŒssig» in einer Situation, in der die Koalition ganz andere Probleme zu bewĂ€ltigen habe wie etwa die Wirtschaftskrise oder die steigende KriminalitĂ€tsrate. «Es wĂ€re grundfalsch, weitere gesellschaftliche Konflikte zu provozieren», betonte der CDU-Politiker. Es gebe zu dem Thema zwar noch keinen Beschluss der Fraktion. Aber «ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da auch fĂŒr die Fraktion sprechen kann».

Einem «Spiegel»-Bericht zufolge will die Arbeitsgruppe unabhĂ€ngiger Experten die generelle Straffreiheit von SchwangerschaftsabbrĂŒchen innerhalb der ersten zwölf Wochen empfehlen. Das Magazin bezog sich auf den Abschlussbericht der Kommission, die die Bundesregierung mit der PrĂŒfung dieser Frage beauftragt hatte. Laut «Spiegel» legen die Experten der Bundesregierung nahe, die grundsĂ€tzliche Rechtswidrigkeit von AbbrĂŒchen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen zu ĂŒberdenken.

Offiziell vorgestellt wird der Bericht am kommenden Montag. Das Gesundheits- und das Familienministerium wollten den «Spiegel»-Bericht auf Anfrage zunÀchst nicht kommentieren und verwiesen auf eine geplante Vorstellung der Kommissions-Empfehlungen in der kommenden Woche.

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