Vorstoß, Tabaksteuer

ÄrzteprĂ€sident begrĂŒĂŸt Vorstoß fĂŒr höhere Tabaksteuer

Veröffentlicht am: 13.06.2025 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, Klaus Reinhardt, begrĂŒĂŸt den Vorstoß der EU-Kommission fĂŒr eine höhere Tabaksteuer.
Zigarette (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Höhere Preise fĂŒr Zigaretten könnten dazu beitragen, den Tabakkonsum signifikant zu senken", sagte er der "Bild". Sie wirkten prĂ€ventiv, erhöhten die EinstiegshĂŒrde fĂŒr Jugendliche und motivierten zum Ausstieg. Die Ärzteschaft wĂŒrde schon seit Langem zusĂ€tzliche zweckgebundene Abgaben auf Tabakprodukte fordern.

"Die dadurch entstehenden Einnahmen sollten gezielt und zweckgebunden zum Ausbau wirksamer und hoch notwendiger PrĂ€ventionsmaßnahmen insbesondere im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt werden", so Reinhardt. Auch der gesundheitspolitische Sprecher der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, spricht sich fĂŒr eine höhere Tabaksteuer aus. "Die Forderung der EU-Kommission ist sinnvoll und ĂŒberfĂ€llig. Tabak tötet - und bleibt einer der grĂ¶ĂŸten vermeidbaren Krankheits- und Kostenverursacher in Europa." Höhere Preise seien "ein wirksames Mittel, um gerade junge Menschen vom Einstieg abzuhalten". Wer die öffentliche Gesundheit - vor allem von Kindern, Kranken und Nichtrauchenden - schĂŒtzen wolle, dĂŒrfe vor der Tabakindustrie nicht einknicken: "weder bei klassischen Produkten noch bei vermeintlich harmlosen Alternativen wie E-Zigaretten", so Dahmen. Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im bayerischen Landtag, ist zwar "grundsĂ€tzlich gegen Steuererhöhungen", beim Thema Rauchen könne er sich aber Ausnahmen vorstellen. "Bedingung wĂ€re, dass das zusĂ€tzliche Geld dem Gesundheitssystem zugutekommt, beispielsweise durch höhere ZuschĂŒsse. Damit könnten wir die Kranken- und Pflegekassen kurzfristig entlasten." Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Krankenkasse, Andreas Storm, findet den EU-Vorstoß positiv. "Eine höhere Tabaksteuer wĂ€re sinnvoll, um die zusĂ€tzlichen Mittel gezielt in die PrĂ€vention und StĂ€rkung der Kinder- und Jugendgesundheit fließen zu lassen." Darunter sollten laut Storm auch E-Zigaretten und Vapes fallen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt, sieht die Verteuerung kritisch. "Tabaksteuererhöhungen dĂŒrfen nicht zur versteckten Sozialsteuer werden. Eine Besteuerung nach dem Prinzip `Wohlstand trifft Sucht` ist weder gerecht noch gesundheitswirksam. Wenn es höhere Abgaben geben soll, dann mĂŒssen die Mehreinnahmen zwingend dem Gesundheitsfonds zugutekommen - fĂŒr PrĂ€vention, Entwöhnung und die Behandlung nikotinbedingter Krankheiten." Die EU-Kommission verteidigte ihre PlĂ€ne. Eine Sprecherin sagte der Zeitung: "Eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hat gefordert, dass die Tabakbesteuerung modernisiert wird. Wir haben diese Initiative der Mitgliedstaaten aufgegriffen, die Arbeit an einem Vorschlag dazu lĂ€uft." Wie hoch die Preiserhöhung ausfĂ€llt, lĂ€sst die Sprecherin offen. "Zum jetzigen Zeitpunkt kommentieren wir keine möglichen Inhalte."

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