AfD-Russland-Kontakte, Georg Maier

AfD will Russland-Gespräche zu Gas – Maier warnt vor Verstoß

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Thüringens Innenminister Georg Maier sieht in den Russland-Plänen der AfD einen Verstoß gegen das Grundgesetz und fordert erneut ein Verbotsverfahren. Anlass sind angekündigte Gesprächskanäle nach Moskau und ein mögliches Treffen im Frühjahr 2027.

Thüringens Innenminister warnt AfD vor Russland-Gesprächen
Kreml (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) warnt die AfD-Spitze vor Gesprächen mit Russland über eine mögliche Wiederaufnahme von Gaslieferungen. Als Oppositionspartei dürfe die AfD nach seiner Auffassung keine internationalen Verträge verhandeln; diese Zuständigkeit liege bei der Bundesregierung.

Maier fordert erneut AfD-Verbotsverfahren

Maier bringt die Russland-Pläne mit den jüngsten Wahlerfolgen der AfD in Verbindung. Er wirft der Partei vor, die liberale Demokratie zu verachten und auf illegalem Weg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu paktieren.

Zugleich bekräftigt der SPD-Politiker seine Forderung nach einem AfD-Verbotsverfahren. Die Partei agiere immer offensichtlicher als Handlanger Putins, um Deutschland und Europa zu destabilisieren, sagte Maier.

Weidel kündigt Gesprächskanal nach Moskau an

AfD-Chefin Alice Weidel hatte am Montag in der Bundespressekonferenz angekündigt, gemeinsam mit den USA einen Gesprächskanal zur russischen Seite öffnen zu wollen. Medienberichten zufolge bereiten die AfD-Spitze und Kirill Dmitrijew, ein enger Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, für Frühjahr 2027 ein Treffen vor.

Bei dem möglichen Treffen soll es auch um eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Deutschland gehen. Maier bewertet diesen Vorstoß als Überschreitung der Zuständigkeiten einer Oppositionspartei und als Anlass, ein Verbotsverfahren gegen die AfD anzustrengen.

Die Warnung des Thüringer Innenministers richtet sich gegen einen außenpolitischen Vorstoß der AfD, der über die klassische Oppositionsarbeit hinausweist. Alice Weidel hatte angekündigt, gemeinsam mit den USA einen Gesprächskanal nach Moskau öffnen zu wollen; im Raum steht zudem ein Treffen mit Kirill Dmitrijew im Frühjahr 2027. Das geplante Gespräch soll auch eine mögliche Rückkehr russischer Gaslieferungen nach Deutschland berühren.

Russland hat sich nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD grundsätzlich offen für Kontakte mit der Partei gezeigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete AfD-Äußerungen über eine Wiederaufnahme der Beziehungen als vorteilhaft. Kontakte zwischen AfD-Politikern und russischen Vertretern bestehen bereits seit mehreren Jahren; dazu gehören frühere Gespräche in Moskau und Begegnungen bei Wirtschaftsveranstaltungen.

Gas, Sanktionen und Zuständigkeiten

Eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen wäre nicht allein eine wirtschaftliche Entscheidung. Sie berührte europäische Sanktionen, die Energieabhängigkeit Deutschlands, die Unterstützung der Ukraine und die außen- sowie europapolitische Linie der Bundesregierung. Russland knüpft entsprechende Angebote an eine Aufhebung westlicher Sanktionen und langfristige Vereinbarungen.

Maier verbindet die Russland-Pläne mit seiner Forderung nach einem AfD-Verbotsverfahren. Für Leser ist damit vor allem die politische Trennlinie entscheidend: Die AfD wirbt für direkte Gesprächskanäle und eine veränderte Russlandpolitik, während der Thüringer Innenminister darin einen verfassungswidrigen Kompetenzanspruch und eine Gefährdung der demokratischen Ordnung sieht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Kreml ist offen für Austausch mit erfolgreicher AfD“ (22.09.2026)

Der Beitrag bestätigt die Gesprächsbereitschaft des Kremls gegenüber der AfD und ordnet sie in die russische Reaktion auf die Wahlerfolge der Partei ein. Anders als die dts-Meldung konzentriert sich der Artikel auf die Moskauer Perspektive, frühere Kontakte und die Bedingungen für eine mögliche Rückkehr russischen Gases.

FOCUS online: „Kreml ist beeindruckt von der AfD und offen für Gespräche“ (22.09.2026)

FOCUS online berichtet ebenfalls über Peskows positive Reaktion auf AfD-Positionen und hebt die bestehende Verbindung zwischen Partei und russischen Akteuren hervor. Der Schwerpunkt liegt stärker auf Russlands Kritik an der Bundesregierung und auf der außenpolitischen Einordnung als auf Maiers verfassungsrechtlicher Warnung.

Beide Beiträge bestätigen den russischen Gesprächswillen und den Zusammenhang mit der AfD-Russlandpolitik. Offen bleibt, wie konkret ein Treffen im Frühjahr 2027 vorbereitet ist und welche politischen oder rechtlichen Folgen ein solcher Vorstoß hätte.

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