ROUNDUP, Israel

Israel greift den Iran an - Hoffnung auf GeiselgesprÀche

27.10.2024 - 15:45:57 | dpa.de

(aktualisierte Fassung)TEL AVIV/DOHA/TEHERAN - Israel greift den Iran am Schabbat mit Hunderten Kampfflugzeugen an, die Schiiten-Miliz Hisbollah feuert aus Libanon Raketen Richtung Israel, und es gibt es Hoffnung fĂŒr Geiseln in der Hand der Hamas.

(aktualisierte Fassung)

TEL AVIV/DOHA/TEHERAN (dpa-AFX) - Israel greift den Iran am Schabbat mit Hunderten Kampfflugzeugen an, die Schiiten-Miliz Hisbollah feuert aus Libanon Raketen Richtung Israel, und es gibt es Hoffnung fĂŒr Geiseln in der Hand der Hamas. Das Wochenende im Nahen Osten:

Irans ReligionsfĂŒhrer mahnt ĂŒberlegtes Handeln an

Ajatollah Ali Chamenei hat in allen strategischen Belangen im Iran das letzte Wort. Nun mahnt der ReligionsfĂŒhrer ein ĂŒberlegtes Vorgehen an. "Wie die Kraft und der Wille des iranischen Volkes dem zionistischen Regime (Israel) verdeutlicht werden sollen, mĂŒssen die Verantwortlichen entscheiden", sagte Chamenei (85) laut der Staatsagentur Irna in der Hauptstadt Teheran. Chameneis Worte fielen vergleichsweise moderat aus. Nach der Tötung iranischer GenerĂ€le oder fĂŒhrender VerbĂŒndeter hatte er noch Rache geschworen.

Netanjahu: Angriff auf den Iran war "prÀzise und mÀchtig"

Der Angriff im Iran war nach Worten des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu "prĂ€zise und mĂ€chtig". Er habe "alle seine Ziele erreicht", sagte der Regierungschef bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Herzlberg in Jerusalem fĂŒr die Opfer des Hamas-Massakers am 7. Oktober vergangenen Jahres.

"Wir haben die VerteidigungsfĂ€higkeit des Irans schwer beschĂ€digt, ebenso wie ihre FĂ€higkeit, Raketen herzustellen, die gegen uns gerichtet sind." Er wandte sich an das iranische Volk: "Unser Kampf ist nicht gegen euch, sondern gegen das tyrannische Regime, das euch unterdrĂŒckt und die ganze Region bedroht."

US-Medien: Israel zerstört iranische Luftabwehr russischer Produktion

Die israelische Luftwaffe hat nach Berichten des "Wall Street Journal" und der "New York Times" vor allem auf die Luftabwehr aus russischer Produktion in der Nacht zum Samstag gezielt. Unter Berufung auf einen israelischen Offiziellen zerstörten die Angreifer zahlreiche S-300 Flugabwehrraketensysteme.

Die "NYT" schrieb von vier getroffen S-300 - eine auf einer MilitĂ€rbasis in der Provinz Isfahan und drei am internationalen Teheraner Flughafen. Auch Abwehrsysteme nahe von Raffinerien und einem großen Gasfeld seien getroffen worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf iranische und israelische Quellen.

Der Vergeltungsschlag war die Antwort auf eine iranische Attacke am 1. Oktober, bei der Israel mit rund 200 ballistischen Raketen beschossen worden war.

Iran: Israelische Kampfjets nicht in den Luftraum eingedrungen

Bei dem Angriff sind nach Darstellung des iranischen MilitĂ€rs israelische Kampfjets nicht in den eigenen Luftraum eingedrungen. Israels Luftwaffe habe vielmehr nahe der Grenze im Irak luftgestĂŒtzte Langstreckenraketen abgefeuert, hieß es in einer Mitteilung des Generalstabs. Dabei seien etwa Radarstationen getroffen worden. Die SchĂ€den seien "begrenzt und geringfĂŒgig" gewesen. Vier Soldaten seien getötet worden.

Diplomaten wollen eine Waffenruhe im Gaza-Krieg aushandeln

Nach Israels Vergeltungsschlag sollten in Katar Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe im Gaza-Krieg wieder aufgenommen werden. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte in einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant, es gebe jetzt Möglichkeiten, "die Spannungen in der Region auf diplomatischem Wege" abzubauen. Dazu gehöre ein Deal im Gaza-Krieg und eine Übereinkunft mit der Hisbollah im Libanon, die es Zivilisten auf beiden Seiten der Grenze zu Israel ermögliche, in ihre HĂ€user zurĂŒckzukehren. Israel fordert die Freilassung der noch etwa 100 in Gaza festgehaltenen Geiseln, von denen viele nicht mehr am Leben sein dĂŒrften.

Allerdings berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass eine Einigung vor den US-Wahlen am 5. November unwahrscheinlich sei.

Israel Armee ging im Gazastreifen weiter gegen die islamistische Terrororganisation vor. Bei einem Angriff im Norden Gazas sollen örtlichen Berichten zufolge mindestens 30 PalĂ€stinenser getötet worden sein. Israels MilitĂ€r Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht dazu.

Bei Gefechten mit der Schiitenmiliz Hisbollah im SĂŒdlibanon wurden vier weitere israelische Soldaten getötet. Auf einer Gedenkseite der Armee fĂŒr die Gefallenen wurde deren Gesamtzahl seit Beginn des Krieges im Gazastreifen und im Libanon mit 769 angegeben.

Der aktuelle Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah begann vor mehr als einem Jahr mit Raketenangriffen der Miliz zur UnterstĂŒtzung der Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg fĂŒhrt. Auslöser war das Massaker der Hamas und anderer Extremisten aus dem Gazastreifen in Israel am 7. Oktober 2023 mit 1.200 Toten und 250 Verschleppten.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | politik | 66000609 |

Weitere Meldungen

Waffenruhe im Libanon - Hoffnung auf Einigung im Iran-Krieg WASHINGTON/BEIRUT/TEHERAN - WĂ€hrend im Libanon seit Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah-Miliz gilt, zeigt sich US-PrĂ€sident Donald Trump zuversichtlich ĂŒber eine Einigung auch im Krieg mit Teheran. (Boerse, 17.04.2026 - 07:05) weiterlesen...

Trump verkĂŒndet zehntĂ€gige Waffenruhe im Libanon Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jĂŒngsten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon hat US-PrĂ€sident Donald Trump eine Waffenruhe verkĂŒndet. (Boerse, 16.04.2026 - 18:33) weiterlesen...

Trump kĂŒndigt SpitzengesprĂ€ch zwischen Israel und Libanon an Israel und der Libanon werden nach Angaben von US-PrĂ€sident Donald Trump heute auf höchster Ebene sprechen. (Boerse, 16.04.2026 - 08:43) weiterlesen...

Auch wĂ€hrend Kriegs RĂŒstungsexporte nach Israel genehmigt Die Bundesregierung hat auch in den ersten Wochen des Iran-Kriegs RĂŒstungsexporte nach Israel genehmigt - allerdings in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringem Umfang. (Boerse, 16.04.2026 - 06:15) weiterlesen...

GesprÀche zwischen Israel und Libanon beginnen Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind israelische und libanesische Vertreter zu direkten GesprÀchen auf politischer Ebene zusammengekommen. (Boerse, 14.04.2026 - 18:50) weiterlesen...

Unruhe im Libanon - Protest gegen GesprÀche mit Israel (Aktualisierung: mit neuen Opferzahlen)BEIRUT - Hunderte AnhÀnger der proiranischen Hisbollah haben in Beirut gegen die Entscheidung der Regierung protestiert, Verhandlungen mit Israel aufzunehmen. (Boerse, 11.04.2026 - 20:38) weiterlesen...