Alexander Zverev, US Open

Alexander Zverev gewinnt US Open und feiert zweiten Grand-Slam-Titel

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 00:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Alexander Zverev hat in New York das US-Open-Finale gegen Ben Shelton gewonnen und damit nach seinem French-Open-Erfolg den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere geholt. Der 29-Jährige schreibt damit ein neues Kapitel im deutschen Herrentennis.

  • Alexander Zverev bejubelt seinen zweiten Grand-Slam-Titel.  - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
    Alexander Zverev bejubelt seinen zweiten Grand-Slam-Titel. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
  • Ben Shelton blieb chancenlos.  - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
    Ben Shelton blieb chancenlos. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
  • Zahlreiche Stars wie der frühere James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan schauten auf der Tribüne zu.  - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
    Zahlreiche Stars wie der frühere James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan schauten auf der Tribüne zu. - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
Alexander Zverev bejubelt seinen zweiten Grand-Slam-Titel.  - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa Ben Shelton blieb chancenlos.  - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa Zahlreiche Stars wie der frühere James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan schauten auf der Tribüne zu.  - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Alexander Zverev hat die US Open gewonnen und sich in New York mit einem Vier-Satz-Sieg über den Amerikaner Ben Shelton zum Champion gekrönt.

Zweiter Grand-Slam-Titel und historischer deutscher Erfolg

Der 29-Jährige setzte sich im Finale mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 durch und feierte damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel nach dem Triumph bei den French Open wenige Monate zuvor. Zverev ist im Männer-Einzel erst der zweite deutsche Sieger bei den US Open seit Boris Becker, der das Turnier 1989 gewonnen hatte. Direkt nach dem verwandelten Matchball wirkte Zverev zunächst sichtlich irritiert, ehe er nach einem Blick zur Anzeigetafel die Arme zum Jubel hochriss.

Becker lobt Zverev und spricht von „Lebensleistung“

Boris Becker bezeichnete den Moment des verspäteten Jubels als besondere Szene und sprach von einer „Lebensleistung der Familie Zverev“. Nach seiner Einschätzung ist Zverev mit seiner Saison und zwei Grand-Slam-Finals der Spieler des Jahres. Zverev selbst hatte bereits vor dem Endspiel betont, wie sehr er atmosphärisch auf große Arenen eingestellt ist.

Matchverlauf und Atmosphäre im Arthur-Ashe-Stadium

Im Arthur-Ashe-Stadium, vor den Augen prominenter Gäste aus Sport und Showbusiness, kontrollierte Zverev das Geschehen über weite Strecken. Während Shelton zu Beginn nervös wirkte und früh seinen Aufschlag abgab, blieb Zverev in den langen Grundlinienduellen stabil. Nach vier klaren Siegen im Turnier musste er im Finale zwar einen Satz abgeben, verteidigte aber im entscheidenden Moment seinen Vorsprung und verwandelte nach 3:33 Stunden seinen ersten Matchball.

Shelton verpasst historischen US-Titel

Für den 23 Jahre alten Shelton war es bereits das sechste Duell mit Zverev, das er erneut verlor. Der Weltranglistenneunte verpasste damit den ersten Grand-Slam-Titel eines US-Amerikaners im Männer-Einzel seit Andy Roddick 2003. Zugleich wäre Shelton der erste schwarze männliche US-Open-Sieger seit Arthur Ashe im Jahr 1968 gewesen, dessen Witwe das Finale von der Tribüne aus verfolgte.

Kontroverse um Zverevs Aufschlag-Routine

Wie schon im Verlauf des Turniers sorgte Zverevs lange Vorbereitung vor dem Aufschlag mit häufigem Auftippen des Balls für Diskussionen. Shelton beklagte sich beim Finale über die Dauer, Schiedsrichterin Marijana Veljovi? mahnte Zverev zu mehr Tempo. Auch Bryans Shelton, Vater und Trainer des US-Profis, kritisierte während der TV-Übertragung, die Routine bringe seinen Sohn aus dem Rhythmus.

Zverev trotzt der Stimmung und bleibt nervenstark

Die überwiegend pro-amerikanische Stimmung im Stadion änderte nichts an Zverevs Konzentration. Das Publikum feuerte Shelton an und jubelte auch bei Fehlern des Deutschen, doch Zverev ließ im zweiten Satz keinen Breakball zu und blieb beim eigenen Aufschlag äußerst effektiv. Im Tie-Break des zweiten Satzes dominierte er die Ballwechsel klar, erspielte sich schnell eine Führung und setzte sich souverän durch.

Vierter Satz bringt Entscheidung für Zverev

Im dritten Satz nutzte Shelton die kurze Schwächephase Zverevs und holte sich Durchgang drei, nachdem der Deutsche mehrere Breakbälle abwehren musste und einen leichten Volleyfehler beging. Im vierten Satz stellte Zverev die Kontrolle jedoch rasch wieder her, schaffte direkt ein frühes Break und ließ sich von einer Verwarnung wegen Zeitüberschreitung beim Aufschlag und der aufgeheizten Kulisse nicht aus der Ruhe bringen.

Familienbox ohne die Partnerinnen

In Zverevs Box fehlte wie schon während des gesamten Turniers seine Freundin Sophia Thomalla, die beruflich verhindert war. Auf der Seite Sheltons war Partnerin Trinity Rodman, Profifußballerin, ebenfalls nicht im Stadion, da sie zeitgleich selbst im Einsatz stand. Zverev vertraute einmal mehr auf sein Team um Vater und Trainer Alexander Zverev Senior und nutzte seine physische Stärke, um den US-Star am Ende zu entnerven.

Zverevs historische Nacht in New York

Der Sieg von Alexander Zverev bei den US Open markiert einen seltenen Moment für das deutsche Herrentennis. Er ist erst der zweite deutsche Profi, der das Einzelturnier in Flushing Meadows gewinnt, und knüpft damit an den Triumph von Boris Becker im Jahr 1989 an. Zverev vollendet damit eine Saison, in der er bereits die French Open gewonnen und in Wimbledon das Finale erreicht hat. Diese Kombination aus Konstanz und Titelgewinnen unterstreicht seinen Status in der Weltspitze und hebt ihn sportlich in eine Reihe mit den prägenden Spielern der vergangenen Jahrzehnte.

Bedeutung für deutsches und internationales Tennis

Für den deutschen Tennisverband und die heimische Szene hat dieser Erfolg eine Signalwirkung. Ein Spieler, der regelmäßig Grand-Slam-Endspiele erreicht und nun zwei dieser Turniere gewonnen hat, stärkt die Wahrnehmung Deutschlands als Tennisnation im Männerbereich. International verschiebt Zverev mit dem US-Open-Titel die Kräfteverhältnisse etwas weg von der Dominanz der sogenannten „Big Three“ vergangener Jahre hin zu einer breiteren Spitze, in der mehrere Spieler Grand-Slam-Titel untereinander ausspielen. Der Sieg gegen einen aufstrebenden US-Star wie Ben Shelton zeigt zudem, dass Zverev in der Lage ist, auch in feindseliger Atmosphäre und gegen Publikumslieblinge seine Linie zu halten.

Karrierebilanz, Kontroversen und sportliche Perspektive

Der Auftritt in New York fügt sich in eine Karriere, die von frühen Erfolgen, Verletzungspausen und Rückschlägen geprägt ist. Die nervenstarke Vorstellung im Endspiel steht im Kontrast zu früheren Niederlagen in entscheidenden Momenten und kann als Wendepunkt hin zu größerer Abgeklärtheit gelesen werden. Die Diskussion um sein langes Auftippen vor dem Aufschlag zeigt zugleich, dass Zverev mit seinem Stil polarisiert. Sportlich eröffnet der zweite Grand-Slam-Titel die Perspektive, dauerhaft um den Status als Spieler des Jahres mitzuspielen und bei den kommenden großen Turnieren zu den Favoriten zu gehören, während der US-Erfolg auch wirtschaftlich und medial seine Position im internationalen Profizirkus festigt.

Disclaimer...

de | politik | 70095900 |