Alexander Zverev wird Nummer eins nach Sieg in Wien
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZverevs Ziele nach dem Sprung an die Spitze
- Zverev setzte sich im Achtelfinale von Wien mit 6:4 und 7:5 gegen Tallon Griekspoor durch.
- Am Montag löst der 29-Jährige den verletzungsbedingt pausierenden Jannik Sinner an der ATP-Spitze ab.
- Als nächstes stehen für Zverev die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde in Bologna an.
Zverev erreicht in Wien die Spitze der Tennis-Welt
Alexander Zverev hat sich in Wien den Traum von der Nummer eins der Tennis-Weltrangliste erfüllt. Nach seinem 6:4, 7:5 gegen den Niederländer Tallon Griekspoor im Achtelfinale wird der 29-Jährige am kommenden Montag als erster deutscher Mann seit Boris Becker an der Spitze geführt.
Aufstieg nach dem Viertelfinaleinzug
Mit dem Einzug ins Viertelfinale des Turniers in der österreichischen Hauptstadt löst Zverev den Italiener Jannik Sinner ab. Sinners verletzungsbedingtes Saisonende hatte bereits zuvor festgelegt, dass Zverev das Jahr als Weltranglistenerster abschließen wird.
Nach dem Sieg ließ sich Zverev von den Fans feiern und sagte, dies sei eines der besten Gefühle auf der Welt. Neben einer großen weißen Eins erklärte er, er sei nun die Nummer eins der Welt.
Erst der 30. Spitzenreiter
Zverev ist der 30. Profi, der die 1973 eingeführte ATP-Weltrangliste anführt. Vor gut 35 Jahren hatte Boris Becker zuletzt als deutscher Tennisspieler die Topposition inne.
Bei den deutschen Tennisspielerinnen waren bislang Steffi Graf und Angelique Kerber die einzigen Spitzenreiterinnen im WTA-Ranking. Zverev hatte bereits vor vier Jahren bei den French Open nach Platz eins gegriffen, ehe er sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal schwer am Fuß verletzte.
Zwei Grand-Slam-Titel in dieser Saison
Der Hamburger krönte in diesem Jahr seine bislang erfolgreichste Saison mit Siegen bei den French Open und den US Open. Bei den US Open fehlte Sinner wegen einer Knieverletzung, während Carlos Alcaraz nach einer langwierigen Handgelenksblessur zurückgekehrt war.
In der Tennisszene wird deshalb diskutiert, welchen Anteil die Ausfälle der beiden zuletzt dominierenden Profis an Zverevs Aufstieg haben. Der frühere Weltranglistenerste Daniil Medwedew stellte sich hinter den Deutschen und sagte, Punkte seien der fairste Teil des Tennis; Zverev verdiene den Erfolg zu hundert Prozent.
ATP Finals und Davis Cup als nächste Ziele
Zverev will nach Angaben aus Wien auch die ATP Finals in Turin zum dritten Mal gewinnen. Anschließend steht die Davis-Cup-Endrunde in Bologna an, bei der Deutschland seit 1993 auf einen weiteren Titel wartet.
Der Deutsche sagte, sein Team habe in diesem Jahr und möglicherweise in den kommenden zwei oder drei Jahren eine Chance auf den Davis-Cup-Sieg. Er wolle jede Gelegenheit nutzen, den Wettbewerb zu gewinnen.
Alexander Zverevs Aufstieg an die Spitze der ATP-Weltrangliste ordnet sich in eine Saison ein, in der sich die Kräfteverhältnisse im Männer-Tennis deutlich verschoben haben. Der Hamburger nutzte seine Konstanz bei den großen Turnieren und sicherte sich bei den French Open sowie den US Open seine ersten beiden Grand-Slam-Titel.
Sein Sprung auf Platz eins fällt zugleich in eine Phase, in der Jannik Sinner verletzungsbedingt pausiert und Carlos Alcaraz nach einer längeren Handgelenksverletzung zurückgekehrt ist. Dadurch fehlen dem Ranking wichtige direkte Vergleichsmöglichkeiten mit den beiden Profis, die das Tennis der vergangenen Jahre geprägt haben. Für die ATP-Wertung zählen jedoch die erspielten Punkte; Zverevs Position beruht damit auf dem offiziellen Regelwerk.
Bedeutung für das deutsche Tennis
Als erst 30. Spieler führt Zverev die 1973 eingeführte ATP-Rangliste an. Für Deutschland beendet er eine mehr als drei Jahrzehnte lange Wartezeit seit Boris Beckers letzter Regentschaft bei den Männern.
Die nächsten sportlichen Prüfungen folgen unmittelbar. Zverev kann bei den ATP Finals in Turin um seinen dritten Titel kämpfen und mit dem deutschen Team beim Davis-Cup-Finale in Bologna antreten. Ein Erfolg im Mannschaftswettbewerb würde seine Saison zusätzlich aufladen, während die Diskussion über seine Position im Verhältnis zu den verletzten Konkurrenten weiterlaufen dürfte.
