Altersvorsorgedepot: Linke-Politikerinnen kritisieren Förderlogik und fordern einkommensabhÀngige Zulagen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 10:35 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Vollath und Vandre kritisieren, dass die staatliche Förderung mit den eigenen BeitrĂ€gen steigt. Aus ihrer Sicht profitieren dadurch stĂ€rker diejenigen, die mehr Geld fĂŒr die private Vorsorge aufbringen können. Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen hĂ€tten dagegen hĂ€ufig nicht genĂŒgend finanziellen Spielraum, um die LĂŒcke in der gesetzlichen Rente durch eigene BeitrĂ€ge auszugleichen.
"Das ist auch bei der neuen Reform so, dass die Höhe der Förderungen zum Beispiel mit den eigenen BeitrĂ€gen steigt. Das heiĂt, gerade die Leute, die sowieso schon mehr Geld haben, mehr Möglichkeiten haben anzusparen, werden auch noch stĂ€rker gefördert", sagt Vollath. Vandre bezeichnet die BeitragsproportionalitĂ€t als einen zentralen Kritikpunkt ihrer Fraktion und fordert, den unteren Förderbereich zu stĂ€rken und die Förderung stĂ€rker am Einkommen auszurichten.
Die BeitragsproportionalitĂ€t wird von den Linken jedoch verkĂŒrzt betrachtet. Es ist zwar korrekt, dass ein höherer Eigenbeitrag zu mehr Grundzulage fĂŒhrt. Setzt man die Zulagenhöhe jedoch ins VerhĂ€ltnis zum Eigenbeitrag, fĂ€llt die Förderung von kleinen BeitrĂ€gen prozentual höher aus (Förderquote).
Sorge vor falschem Zeitpunkt zum Renteneintritt
Mit Blick auf die geplante Kapitalkomponente in der gesetzlichen Rentenversicherung warnt Vollath vor den Folgen einer ungĂŒnstigen Marktlage im Jahr des Renteneintritts. Vollath zufolge kann eine schwache Marktentwicklung dauerhaft zu einer niedrigeren Rentenleistung fĂŒhren. "Wenn man in einem Jahr der Wirtschaftskrise in Rente geht und der Kapitalmarkt gerade schlecht dasteht, [bekommt man] eine sehr schlechte Rente, und zwar lebenslang", schlussfolgert Vollath. Sie begrĂŒndet ihre EinschĂ€tzung damit, dass fĂŒr die Kapitalkomponente keine Dynamisierung vorgesehen sei. Die geplante Ausgestaltung stellt einen der zentralen Streitpunkte des GesprĂ€chs dar.
Vandre gegen 85-Jahres-Grenze
Vandre kritisiert eine aus ihrer Sicht bestehende Altersgrenze von 85 Jahren im Auszahlplan. Sie warnt, Menschen, die Ă€lter werden, könnten dadurch im hohen Alter ohne Zahlungen aus dem Depot dastehen. Besonders Frauen könnten betroffen sein, da sie im Durchschnitt lĂ€nger leben. Vandre fordert daher, die 85-Jahre-Grenze zu streichen. Finanzklar-GrĂŒnder und CEO Galkin korrigiert die Aussagen zu den Auszahlungswegen: Die Altersgrenze von 85 Jahren gelte vielleicht bei einem Abschluss ĂŒber einen Broker, nicht jedoch ĂŒber eine Versicherung. Denn diese kann eine lebenslange Rentenzahlung gewĂ€hren.
Vollath hĂ€lt ein staatliches Standardprodukt im bestehenden System grundsĂ€tzlich fĂŒr die bessere Alternative zu privaten Versicherungsangeboten. Zugleich stellt sie infrage, ob das Produkt noch als staatlich gelten könne, wenn private Anbieter es organisieren oder vertreiben: "Das staatliche Produkt, organisiert von privaten Anbietern, ist halt kein staatliches Produkt mehr", urteilt Vollath. Vandre Ă€uĂert sich im GesprĂ€ch auĂerdem skeptisch dazu, ob der Staat selbst in einem "spekulativen Bereich" als Anbieter auftreten sollte.
Beide sprechen auĂerdem ĂŒber Verbraucherschutz und finanzielle Bildung. Vandre fordert, finanzielle Bildung als Querschnittsthema in der Schule zu verankern und Verbraucherinnen und Verbraucher vor "hochspekulativen" oder "problematischen Finanzprodukten" zu schĂŒtzen.
Das vollstÀndige GesprÀch mit Sarah Vollath und Isabelle Vandre ist im Finanzklar-Podcast "Der Podcast zum Altersvorsorgedepot" erschienen. Hier geht es zum Podcast https://alters-vorsorge-depot-vergleich.de/
Ăber die Finanzklar GmbH
Finanzklar ist ein digitaler, unabhĂ€ngiger Versicherungsmakler mit Sitz in Mannheim und Maklerzulassung nach § 34d GewO. Das Unternehmen hat sich auf die private Altersvorsorge spezialisiert und mit einer eigenen Vergleichsplattform und eigenen Rechnern eine zentrale Anlaufstelle fĂŒr den Umstieg von der Riester-Rente auf das neue Altersvorsorgedepot geschaffen. GegrĂŒndet wurde Finanzklar von Juri Galkin. Galkin ist MitgrĂŒnder des Zukunftstags, eines Crashkurstags fĂŒr Schulen, mit dem er und sein Team bereits an Tausenden Schulen in Deutschland Projekttage zur finanziellen Bildung durchgefĂŒhrt haben. Bundes- und Landesminister sind Schirmherren des Formats. Er ist SPIEGEL-Bestsellerautor und war Gast in mehreren Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
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