Krankenversicherung, Gesundheitspolitik

Am 16.10. ist Tag der Überlastung. Die SBK macht den Reform-Check: Was wurde für die GKV-Finanzen entschieden, was hat sich verändert und was steht noch aus?

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:58 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

München - Am 16. Oktober ist der "Tag der Überlastung im Gesundheitswesen". An diesem Tag reichen die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr aus, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren. Bereits in den vergangenen Jahren fiel der Tag immer früher: 2024 war es der 31. Oktober, 2025 der 22. Oktober.

Am 16.10. ist Tag der Überlastung. Die SBK macht den Reform-Check: Was wurde für die GKV-Finanzen entschieden, was hat sich verändert und was steht noch aus? - Bild: SBK / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/40635 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildre
Am 16.10. ist "Tag der Überlastung". Die SBK macht den Reform-Check: Was wurde für die GKV-Finanzen entschieden, was hat sich verändert und was steht noch aus? - Bild: SBK / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/40635 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildre

Der Zeitpunkt fällt in eine Woche, in der die Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ohnehin im Mittelpunkt steht: Der GKV-Schätzerkreis bewertet die aktuelle Einnahmen- und Ausgabenentwicklung und legt seine Prognose für das kommende Jahr vor. Seine Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes.

"Wir wissen sehr genau, wo die Probleme liegen. Es fehlt nicht an Analysen. Es fehlt an konsequenten Entscheidungen", sagt Dr. Gertrud Demmler, Vorständin der SBK. "Der Tag der Überlastung sollte deshalb nicht jedes Jahr nur ein neues Datum liefern. Er sollte zeigen, was sich seit dem vergangenen Jahr tatsächlich verändert hat."

Der SBK Reform-Check zum "Tag der Überlastung"

Was wurde entschieden?

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat die Politik Maßnahmen beschlossen, die das Ausgabenwachstum begrenzen, die Einnahmen erhöht und die Beitragssätze kurzfristig stabilisieren sollen. Wesentliche Regelungen greifen ab 2027.

Das kann dazu beitragen, dass sich der Tag der Überlastung künftig nach hinten verschiebt. Die finanzielle Stabilisierung ist wichtig. Jetzt kommt es darauf an, die gewonnene Zeit zu nutzen, um die Versorgung weiterzuentwickeln und das Geld im Gesundheitswesen so einzusetzen, dass es bei den Versicherten ankommt.

Was hat sich dadurch verändert?

Die politischen Entscheidungen, die dieses Jahr getroffen wurden, greifen erst 2027 oder später. Und die anstehenden Änderungen wirken unterschiedlich auf die Versicherten: Die Beitragssatzstabilisierung soll einen weiteren Anstieg der Zusatzbeiträge begrenzen. Gleichzeitig kommen auf Versicherte an anderer Stelle höhere Belastungen zu - etwa durch höhere Zuzahlungen oder die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für höhere Einkommen.

Damit können die Beiträge GKV-weit stabil bleiben, während die persönlichen Ausgaben trotzdem steigen. An den grundlegenden Herausforderungen der Versorgung ändert sich dadurch zunächst wenig. Die Ausgaben der GKV wachsen schneller als die Einnahmen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Ausgaben für Leistungen und Verwaltung um rund 7 Prozent, während die Einnahmen ohne Zusatzbeiträge deutlich langsamer zunahmen.

Was steht noch aus?

1. Eine Versorgung, die den ganzen Weg der Patientinnen und Patienten im Blick hat.

Versicherte müssen schneller wissen, wohin sie sich mit einem gesundheitlichen Problem wenden können und welche Versorgung für sie die richtige ist. Dafür braucht es klarere Patientenpfade, eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Versorgungsbereiche und eine Versorgung, bei der der ganze Weg eines Menschen im Blick bleibt.

Ein Gesetzentwurf zur Primärversorgung ist für November angekündigt. Er muss kommen - und er sollte den Einstieg in eine Versorgung schaffen, die Patientinnen und Patienten besser orientiert und schneller zur passenden Hilfe führt. Primärversorgung darf dabei nicht auf einen einzigen Zugang über die Hausarztpraxis reduziert werden. Auch andere Gesundheitsberufe, Fachärztinnen und Fachärzte sowie digitale Angebote müssen Teil eines funktionierenden Versorgungspfads sein.

Die notwendige digitale Grundlage dafür ist mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDiG) bereits angelegt. Hybride Ersteinschätzungssysteme, Terminvermittlungsplattformen und leistungsfähige digitale Überweisungssysteme können helfen, Patientinnen und Patienten besser zu orientieren, Versorgung zu vernetzen und den Zugang zur passenden Hilfe zu erleichtern.

2. Mehr Qualität und Transparenz

Gute Versorgung sollte nicht daran gemessen werden, wie viele Leistungen erbracht werden. Entscheidend ist, ob Patientinnen und Patienten die richtige Versorgung zur richtigen Zeit erhalten.

Dafür braucht es mehr Transparenz über die Qualität und die Ergebnisse medizinischer Versorgung. Qualität sollte stärker zum Maßstab für Entscheidungen und schlussendlich auch für die Vergütung werden. Denn wenn Geld, Personal und Zeit begrenzt sind, sollten sie dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für die Patientinnen und Patienten bringen.

3. Gesundheit erhalten statt später aufwendig behandeln

Prävention muss stärker Teil einer guten Versorgung werden. Ziel sollte sein, Gesundheit möglichst lange zu erhalten, Risiken früh zu erkennen und Menschen rechtzeitig zu unterstützen - bevor aus gesundheitlichen Problemen behandlungsbedürftige Erkrankungen werden.

Dafür braucht es mehr Gesundheitskompetenz, niedrigschwellige Angebote und eine bessere Verbindung von Prävention und Versorgung. Im Mittelpunkt sollte stehen, was Versicherte dabei unterstützt, gesund zu bleiben und Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.

Der nächste Reform-Check

Der "Tag der Überlastung" soll deshalb künftig mehr sein als ein jährlich neu berechnetes Datum. Er soll zeigen, ob das Gesundheitssystem nicht nur finanziell stabilisiert wird, sondern ob sich auch die Versorgung weiterentwickelt.

"Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz haben wir Zeit gewonnen. Diese Zeit sollten wir nutzen", sagt Demmler. "Wir brauchen jetzt die strukturellen Veränderungen, die unser Gesundheitssystem langfristig besser machen: eine Versorgung, die Patientinnen und Patienten auf dem richtigen Weg begleitet, mehr Orientierung an Qualität und Ergebnissen und eine stärkere Prävention. Beim nächsten Tag der Überlastung sollte deshalb nicht nur die Finanzierungslücke im Mittelpunkt stehen. Wir sollten auch sagen können, was sich für die Versicherten in der Versorgung verbessert hat."

Über die SBK:

Die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen. Als geöffnete, bundesweit tätige Krankenkasse versichert sie mehr als eine Million Menschen und betreut rund 186.000 Firmenkunden in Deutschland - mit rund 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 79 SBK Geschäftsstellen.

Seit über 100 Jahren setzt sich die SBK persönlich und engagiert für die Interessen der Versicherten ein. Sie positioniert sich als Vorreiterin für einen echten Qualitätswettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung. Voraussetzung dafür ist aus Sicht der SBK mehr Transparenz für die Versicherten - über relevante Finanzkennzahlen, aber auch über Leistungsbereitschaft, Beratung und Dienstleistungsqualität von Krankenkassen. Im Sinne der Versicherten vereint die SBK darüber hinaus das Beste aus persönlicher und digitaler Welt und treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv voran.

Für Fragen:

SBK Siemens-Betriebskrankenkasse
Franziska Herrmann
Stab Unternehmenskommunikation

Tel.: +49 89 62700-710
Mobil: +49 160 95332422
E-Mail: franziska.herrmann@sbk.org

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