Entwurf, Wahlprogramms

Entwurf des Wahlprogramms: Union will schÀrfere Asylpolitik

13.12.2024 - 18:10:35 | dpa.de

Am Dienstag wollen die Spitzen von CDU und CSU das gemeinsame Programm fĂŒr die Bundestagswahl verabschieden. Im Entwurf spielt die Migrationspolitik eine wichtige Rolle.

Am Dienstag wollen die Spitzen von CDU und CSU das gemeinsame Programm fĂŒr die Bundestagswahl verabschieden. Im Entwurf wird deutlich, dass die Migrationspolitik eine wichtige Rolle spielen soll. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Union will sofort nach einem Sieg bei der Bundestagswahl im Februar einen faktischen Aufnahmestopp fĂŒr illegale Migranten durchsetzen. «Dazu weisen wir diejenigen an den deutschen Grenzen zurĂŒck, die aus einem anderen Mitgliedstaat der EU oder dem Schengen-Raum nach Deutschland einreisen und bei uns einen Asylantrag stellen wollen», heißt es im Entwurf fĂŒr das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU zum Thema Migration, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. 

Die VorstĂ€nde von CDU und CSU wollen das Wahlprogramm an diesem Dienstag in Berlin beschließen. Anschließend ist geplant, dass die Vorsitzenden von CDU und CSU, Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der bayerische MinisterprĂ€sident Markus Söder, das Programm vorstellen. 

Die Union skizziert ihre PlĂ€ne in der Migrationspolitik unter dem Titel «Illegale Migration stoppen» in acht Punkten. Dabei handelt es sich um bekannte Forderungen, die gebĂŒndelt werden. Da die Union nach der Wahl am 23. Februar auf einen oder mehrere Koalitionspartner angewiesen sein dĂŒrfte, ist offen, ob und wieweit sie ihre Forderungen tatsĂ€chlich durchsetzen kann.

«Zuzug zu viel und nicht mehr stemmbar»

Zur BegrĂŒndung fĂŒr einen schĂ€rferen Kurs in der Migrationspolitik heißt es in der Partei, Deutschland brauche vor allem FachkrĂ€fteeinwanderung. Die illegale Migration ĂŒberfordere das Land und die IntegrationsfĂ€higkeit. Die Ampel-Regierung habe Hilferufe aus den Kommunen und den Wunsch der Menschen nach einer grundsĂ€tzlichen Wende in der Migrationspolitik ĂŒberhört. Der Zuzug sei «zu viel und nicht mehr stemmbar», eine strikte Begrenzung dringend nötig. 

FĂŒr Ausreisepflichtige Leistungen nach Grundsatz «Bett, Brot, Seife»

Geht es nach den Vorstellungen der Union, sollen Sachleistungen generell Vorrang vor Geldleistungen haben. In allen BundeslĂ€ndern soll die Bezahlkarte «flĂ€chendeckend und restriktiv» eingefĂŒhrt werden. «FĂŒr Ausreisepflichtige richten wir die Sozialleistungen an dem Grundsatz "Bett, Brot und Seife" aus und sehen, wo immer möglich, einen gĂ€nzlichen Leistungsausschluss vor.»

Grenzkontrollen will die Union mit ZurĂŒckweisungen verbinden. Die dafĂŒr erforderlichen Kontrollen sollen so lange wie notwendig verlĂ€ngert werden. «Zugleich investieren wir in modernste Grenzsicherungstechnik, wie etwa in Drohnen, Nachtsicht- und WĂ€rmebildkameras.» Den Nachzug von Familienangehörigen bei sogenannten subsidiĂ€r Schutzberechtigten will die Union aussetzen, alle freiwilligen Aufnahmeprogramme sollen beendet werden. 

SubsidiĂ€rer - also eingeschrĂ€nkter - Schutz gilt fĂŒr Menschen, die nicht als individuell verfolgte FlĂŒchtlinge anerkannt werden, aber stichhaltige GrĂŒnde liefern, warum ihnen bei einer RĂŒckkehr in ihr Herkunftsland ernsthafte SchĂ€den – etwa durch BĂŒrgerkrieg – drohen. 

VerschĂ€rfungen auch fĂŒr Ukrainer geplant

Auch den Kurs gegenĂŒber FlĂŒchtlingen aus der von Russland angegriffenen Ukraine will die Union verschĂ€rfen, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Demnach sollen neu ankommende FlĂŒchtlinge aus der Ukraine kein BĂŒrgergeld mehr erhalten, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. CDU und CSU wollen die Verfahren zur Berufsanerkennung vereinfachen und Möglichkeiten stĂ€rken, die deutsche Sprache parallel zur Arbeit zu lernen.

Um Asylverfahren zu beschleunigen und RĂŒckfĂŒhrungen zu erleichtern, sollen weitere LĂ€nder als «sichere HerkunftslĂ€nder» eingestuft und verstĂ€rkt RĂŒcknahmeabkommen mit den HauptherkunftslĂ€ndern geschlossen werden. «Asylbewerber ohne Schutzberechtigung mĂŒssen unser Land wieder verlassen. Wenn dies nicht freiwillig geschieht, muss die Ausreisepflicht staatlich durchgesetzt werden», heißt es in dem Entwurf weiter.

FĂŒr zentrale Asylverfahren und «Bundesausreisezentren»

Zugleich will die Union zentrale Asylverfahren und «Bundesausreisezentren» einfĂŒhren, um Verfahren zu beschleunigen und RĂŒckfĂŒhrungen zu erleichtern. «Nach Afghanistan und Syrien wollen wir regelmĂ€ĂŸig abschieben – vor allem StraftĂ€ter und GefĂ€hrder», kĂŒndigen die Unionsschwestern an. 

Zudem mĂŒsse die Bundespolizei die Kompetenz bekommen, ausreisepflichtige AuslĂ€nder vorĂŒbergehend in Haft oder Ausreisegewahrsam zu nehmen, um ihre Abschiebung sicherzustellen. Ausreisepflichtige StraftĂ€ter und GefĂ€hrder sollen im Anschluss an ihre Haft in zeitlich unbegrenzten Ausreisearrest genommen werden können, bis sie freiwillig ausreisen oder die Abschiebung gelingt.

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