Union, SPD

Union und SPD sondieren - Schweigen zum Verhandlungsstand

04.03.2025 - 00:15:37 | dpa.de

Am Donnerstag will die EU auf den Eklat zwischen den USA und der Ukraine reagieren. Gelingt es Union und SPD bis dahin, einen Finanzrahmen fĂŒr eine kĂŒnftige schwarz-rote Regierung abzustecken?

CDU-Chef Friedrich Merz kommt zu den SondierungsgesprÀchen von Union und SPD. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Union und SPD haben bis in die Nacht SondierungsgesprĂ€che zur Bildung einer Regierungskoalition gefĂŒhrt – am Dienstag sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Kurz vor Mitternacht ging die Runde auseinander, ĂŒber Ergebnisse wurde zunĂ€chst nichts bekannt. 

Das ZerwĂŒrfnis zwischen den USA und der Ukraine setzt die Politik unter Zeitdruck. Die fĂŒr die weitere Ukraine-Hilfe so wichtigen Finanzfragen sollen sehr schnell geklĂ€rt werden - möglichst bis zum EU-Gipfel am Donnerstag.

CDU-Chef Friedrich Merz hatte gesagt, Ziel sei es, die Finanzfragen vor dem EU-Gipfel zu klĂ€ren. Bei dem Treffen wollen die EuropĂ€er auf den Eklat zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj reagieren und einen gemeinsamen Kurs auf dem Weg zum Frieden fĂŒr die Ukraine abstecken. Dabei wird es um weitere Finanz- und MilitĂ€rhilfen fĂŒr das von Russland angegriffene Land und um die StĂ€rkung der europĂ€ischen StreitkrĂ€fte gehen, um unabhĂ€ngiger von den USA zu werden.

Zwei getrennte Sondervermögen in Milliardenhöhe im GesprÀch

Sowohl Merz als auch SPD-Chef Lars Klingbeil betonten zuletzt, dass aber nicht nur fĂŒr die Ukraine und die Landesverteidigung finanzielle Klarheit geschaffen werden mĂŒsse, sondern auch fĂŒr andere Bereiche wie Infrastruktur, Soziales und wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit. Im GesprĂ€ch sind seit dem Wochenende zwei getrennte Sondervermögen im dreistelligen Milliardenbereich fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur. Als Alternative gilt eine Reform der Schuldenbremse, um den Finanzspielraum grundsĂ€tzlich zu erweitern.

FĂŒr beide Schritte wĂ€re eine GrundgesetzĂ€nderung und damit eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag nötig, die Union und SPD im neuen Parlament selbst zusammen mit den GrĂŒnen nicht haben. AfD und Linke können also blockieren. Deswegen wird ĂŒber einen Beschluss des alten Parlaments vor dessen Auflösung am 25. MĂ€rz nachgedacht. FĂŒr eine GrundgesetzĂ€nderung ist zudem auch eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundesrat, also der LĂ€nderkammer, nötig.

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