Gesundheitsministerin Warken neue Chefin der Frauen-Union
24.05.2025 - 17:21:17 | dpa.de
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist neue Vorsitzende der Frauen-Union der CDU. Die 46-JĂ€hrige tritt damit die Nachfolge von Annette Widmann-Mauz an, die nach zehn Jahren im Amt nicht mehr angetreten war.Â
Warken setzte sich beim Bundesdelegiertentag der Frauen-Union in Reutlingen in einer Kampfkandidatur mit 62,1 Prozent der Stimmen klar gegen Ina Scharrenbach durch, die auf 37,4 Prozent kam. Die 48-jĂ€hrige Scharrenbach ist Nordrhein-Westfalens Ministerin fĂŒr Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Warken forderte in ihrer Antrittsrede unter anderem mehr weibliche Perspektiven in der Politik.
Mangel an Frauen in CDU-FĂŒhrungspositionen beklagt
Zuvor hatten bereits Widmann-Mauz (58) und Bundesfamilienministerin Karin Prien (59) einen Mangel an weiblichen FĂŒhrungspersonen in der CDU beklagt. «Die Positionen, die mit der Durchsetzung von Macht verbunden sind, sind nach wie vor auch in der CDU, in Partei und Funktionen fast ausschlieĂlich von MĂ€nnern besetzt», sagte Prien. Perspektivisch mĂŒssten die Positionen paritĂ€tisch besetzt sein. Die Frauen mĂŒssten ihre Stimmen noch ein bisschen lauter erheben.
Aus Widmann-Mauz' Sicht ist man auf dem Weg zu tatsĂ€chlicher Gleichstellung ziemlich weit gekommen. Im ParteiprĂ€sidium, Parteivorstand und im Bundeskabinett liege der Frauenanteil bei 44 Prozent - «das lĂ€sst sich sehen, und wir freuen uns und sind stolz auf jede unserer Ministerinnen». Jedoch Ă€hnlich wie beim Bundestagswahl-Ergebnis bleibe die Union in anderen Bereichen unter ihren Möglichkeiten und Notwendigkeiten.Â
Nur 4 von 20 Mitgliedern im geschĂ€ftsfĂŒhrenden Fraktionsvorstand seien Frauen. Und 4 weibliche Arbeitsgruppenvorsitzende und Sprecherinnen von insgesamt 23 entsprĂ€chen nicht ansatzweise dem Anspruch an gleichberechtigte Teilhabe. «Wenn der Koalitionsausschuss Herz und Hirn der Bundesregierung sein soll, dann fehlt ihm noch Entscheidendes: Frauen», sagte Widmann-Mauz, die nicht mehr fĂŒr den neuen Bundestag angetreten war. Dabei mangele es nicht an qualifizierten Frauen in der Fraktion.Â
«Keine Groopies mÀnnlicher Polit-Stars»
Die Frauen-Union habe die Kommunikation neu ausgerichtet und die KampagnenfĂ€higkeit in den sozialen Medien massiv ausgebaut. Sie habe sich zudem mit wichtigen Themen eingebracht, wie Gewalt gegen Frauen. «Die Frauen-Union ist keine Cheerleader-Gruppe in der politischen Bundesliga, und unsere Frauen auch keine Groopies mĂ€nnlicher Polit-Stars», sagte Widmann-Mauz.Â
Im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz sitzen zehn MĂ€nner und acht Frauen. Die wichtigsten Ministerien - Finanzen, Inneres, Verteidigung und AuswĂ€rtiges - sind mit MĂ€nnern besetzt. Dem Koalitionsausschuss â dem zweiten zentralen Entscheidungsgremium von Schwarz-Rot â gehören zehn MĂ€nner und eine Frau an. Im engsten FĂŒhrungskreis um Merz im Kanzleramt sind sogar ausschlieĂlich MĂ€nner. Dasselbe gilt fĂŒr die vier Spitzenposten in den Koalitionsfraktionen, also die Vorsitzenden und Ersten Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer.
Die Frauen-Union hat rund 95.000 Mitglieder, die Vorsitzende sitzt automatisch im CDU-Bundesvorstand.
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