Nord-LĂ€nder fordern vom Bund mehr Tempo bei Sozialwohnungsbau
05.06.2024 - 14:35:08 | dpa.de"Wir setzen uns dafĂŒr ein, dass die Förderungen im sozialen Wohnungsbau verlĂ€sslich sind und der Bund und die LĂ€nder die bestehende Förderkulisse aufrechterhalten und ausbauen", heiĂt es in der am Mittwoch beim Norddeutschen Wohngipfel in Hannover verabschiedeten ErklĂ€rung der fĂŒnf Ressortchefs aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Nur so könne ein Ausbau bei den Sozialwohnungen gelingen.
Um das Bauen zu erleichtern, sei zudem eine Lockerung bei den oft strengen Vorschriften erforderlich. Mit der Anpassung ihrer Landesbauordnungen hĂ€tten die NordlĂ€nder hier nun die Weichen gestellt. "Wir mĂŒssen uns fragen, welche Standards wir uns so noch leisten können und wollen", sagte Niedersachsens Bauminister Olaf Lies (SPD). Nur so lieĂen sich "die derzeit horrenden Baukosten, die den Neubau nahezu vollstĂ€ndig abwĂŒrgen", senken.
Lockerung der Vorschriften soll Kosten senken
"Wir mĂŒssen lernen, dass neue Wohnungen mit geringeren Standards etwa beim Schallschutz allemal besser sind als gar keine Wohnungen", sagte Susanne Schmitt vom Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen, die zusammen mit Lies zu dem Gipfel eingeladen hatte. Mit der Novellierung der Bauordnungen mache man den Neubau "schneller, effizienter und damit gĂŒnstiger und bezahlbar", erklĂ€rte Bremens Bausenatorin Ăzlem Ănsal (SPD). Der neue Regelstandard Erleichtertes Bauen senke die Kosten um bis zu 25 Prozent, sagte Schleswig-Holsteins Bauministerin Sabine SĂŒtterlin-Waack (CDU).
Ihre Hamburger Amtskollegin Karen Pein will die Kosten sogar um ein Drittel senken. "Wenn es uns gemeinsam gelingt, die Baukosten zu senken, können wir weiter Kurs halten und unsere Neubauziele sowie die Klimaschutzziele erreichen", so die SPD-Politikerin. Wichtig seien dabei auch Erleichterungen beim Bauantrag, wie sie Mecklenburg-Vorpommern mit dem Online-Antrag bereits eingefĂŒhrt habe, sagte der dortige Bauminister Christian Pegel (SPD). "Das spart Zeit, Papier und Kosten."
Bund verfehlt Ausbauziel bei Sozialwohnungen
Die Ampel-Regierung hatte sich eigentlich vorgenommen, jedes Jahr fĂŒr 100 000 neue Sozialwohnungen zu sorgen, liegt aber weit hinter dem Ziel zurĂŒck. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit nur rund 23 000 Sozialwohnungen neu gebaut. Zugleich fielen viele bisherige Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung heraus. Unterm Stricht sank die Zahl der verfĂŒgbaren Sozialwohnungen in Deutschland dadurch um 15 000 auf knapp 1,1 Millionen.
Mit Blick auf weitere Ănderungen im Mietrecht, auf die sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag geeinigt hatte, forderten die Nord-Minister, den Wohnungsbau durch nichts zu erschweren. "Der Schutz von Mieterinnen und Mietern ist uns sehr wichtig", heiĂt es in ihrer AbschlusserklĂ€rung. "Zugleich mĂŒssen Anreize fĂŒr Investitionen in den Wohnungsbau bestehen bleiben. Es ist Aufgabe des Bundes, die erforderlichen Ănderungen im Mietrecht alsbald vorzunehmen."
Die Ampelkoalition hatte sich im Koalitionsvertrag neben der bereits beschlossenen Mietpreisbremse weitere MaĂnahmen zum Mieterschutz vorgenommen. Die FDP hĂ€lt Ănderungen im Mietrecht aber nicht fĂŒr das richtige Mittel. "Bei den aktuellen Bau- und Zinskosten sind Diskussionen um weitere VerschĂ€rfungen im Mietrecht toxisch fĂŒr Investitionen", erklĂ€rte kĂŒrzlich die Fraktionsvize im Bundestag, Carina Konrad.
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