Rehlinger fordert Spritpreisdeckel und Übergewinnsteuer
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSaarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) fordert angesichts weiter steigender Spritpreise einen Spritpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer. Sie verlangt zudem, dass die Bundesregierung beim Kartellamt härter gegen Preisanstiege vorgeht.
Rehlinger verlangt politische Antwort
Deutsche Autofahrer zahlten nach Rehlingers Darstellung derzeit die Zeche unter anderem für Trumps Iran-Eskapaden und die Aggression der Huthi. Steigende Benzin- und Gaspreise brauchten deshalb eine politische Antwort der Bundesregierung.
Preisdeckel nach Luxemburger Vorbild
Die SPD-Politikerin richtet sich dabei auch an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Reiche müsse endlich das Kartellamt von der Leine lassen, damit in Verbindung mit einem Preisdeckel nach Luxemburger Vorbild der Preisanstieg gedämpft werden könne.
Zusätzlich fordert Rehlinger eine Übergewinnsteuer, mit der Krisenprofite bei den Öl-Konzernen abgeschöpft werden sollen. Das bringe auch Spielraum für Entlastungen, sagte die Ministerpräsidentin.
Die Forderung nach einem Spritpreisdeckel und einer Übergewinnsteuer zielt auf zwei Hebel zugleich: kurzfristige Entlastung an der Zapfsäule und eine stärkere Abschöpfung außergewöhnlicher Gewinne in einem angespannten Energiemarkt.
Politisch rückt damit erneut die Frage in den Mittelpunkt, wie stark der Staat in Preisspitzen eingreifen kann, ohne Marktmechanismen grundsätzlich zu verändern. Gerade bei Kraftstoffen wirkt sich die internationale Lage schnell auf die Inlandspreise aus, weil Rohöl, Raffineriekapazitäten, Wechselkurse und geopolitische Spannungen unmittelbar auf die Kosten an der Tankstelle durchschlagen.
Bedeutung für die Bundesregierung
Rehlingers Vorstoß erhöht den Druck auf die Bundesregierung, die Debatte über Entlastungsinstrumente nicht nur über Steuer- oder Abgabensenkungen zu führen. Im Zentrum steht dabei auch die Rolle des Kartellrechts: Wenn Preisbewegungen als zu dynamisch oder intransparent wahrgenommen werden, wächst der Ruf nach stärkerer Kontrolle durch die Wettbewerbsbehörden.
Ordnungspolitische Konfliktlinie
Die Übergewinnsteuer bleibt zugleich ordnungspolitisch umstritten, weil sie gezielt außerordentliche Krisengewinne adressiert und zugleich die Abgrenzung zu regulären Erträgen schwierig macht. Für Verbraucher ist die politische Botschaft dennoch klar: Die Debatte dreht sich nicht nur um Symbole, sondern um spürbare Entlastung bei Energie- und Mobilitätskosten.
