Scharfe Kritik an Drittstaaten-Kompromiss aus SPD
22.06.2024 - 03:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deBozkurt kritisiert: "In Krisenzeiten braucht es eine politische FĂŒhrung, die Orientierung liefert und das lĂ€uft gewaltig schief." Kritik am Drittstaaten-Modell kommt auch aus dem SPD-Parteivorstand. "Drittstaatenregelungen wie das britische `Ruanda-Modell` oder die PlĂ€ne Italiens mit Albanien lösen keine Fluchtursachen", sagte Serpil Midyatli, stellvertretende Bundeschefin der SPD und Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein. "Sie schaffen neue Probleme: Asylzentren im Ausland sind teuer, ineffizient und in der Umsetzung kompliziert." Ihre Hauptkritik richtete Midyatli allerdings in Richtung der Union: "Anstatt sich mit Maximalforderungen zu ĂŒberbieten, sollte sich die Union mit praktischen AnsĂ€tzen der BekĂ€mpfung von Fluchtursachen beschĂ€ftigen." Ăhnlich kritisch Ă€uĂert sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir. "Insbesondere die unionsgefĂŒhrten LĂ€nder geben sich der Illusion hin, dass man sich der humanitĂ€ren Verantwortung fĂŒr Schutzsuchende entledigen kann", sagte Demir dem "Tagesspiegel". Der Migrationsexperte sprach von "einem fatalen Signal an die Weltgemeinschaft". Verfahren in Drittstaaten seien aufwĂ€ndig und teuer und verlangten teilweise doppelten Rechtsschutz. "Die selbst fĂŒr Deutschland teilweise herausfordernden Verfahren und IntegrationsbemĂŒhungen solchen Staaten aufzubĂŒrden, die ĂŒber deutlich geringere Ressourcen verfĂŒgen, ist zudem ein Irrweg", ergĂ€nzte Demir. Der SPD-Politiker bedankte sich bei den drei LĂ€ndern, die bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz kritische ProtokollerklĂ€rungen abgegeben hatten. "Ich bin den Landesregierungen in Niedersachsen, Bremen und ThĂŒringen dankbar, dass sie ausgelagerten Verfahren als Abschreckungsinstrument eine Absage erteilen." Am Donnerstag hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf Druck der unionsgefĂŒhrten BundeslĂ€nder eine PrĂŒfung von Asylverfahren in Drittstaaten zugesagt. Ergebnisse sollen bis zur nĂ€chsten MinisterprĂ€sidentenkonferenz im Dezember vorgelegt werden. Scholz hatte bei einer Pressekonferenz aber ebenfalls seine Skepsis zum Ausdruck gebracht.
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