Bundeswehr, Militär

BAAINBw beauftragt Netzwerferdrohnen zum Schutz von Bundeswehrliegenschaften

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 15:30 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Koblenz - Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat am 15. Oktober 2026 einen Vertrag zur Beschaffung von Netzwerferdrohnensystemen (NWDS) unterzeichnet. Die Systeme sollen künftig unbefugt eindringende Drohnen abfangen und so den Schutz von Bundeswehrliegenschaften im In- und Ausland verbessern. Die ersten Systeme sollen bereits 2027 ausgeliefert werden.

BAAINBw beauftragt Netzwerferdrohnen zum Schutz von Bundeswehrliegenschaften - Bild: presseportal.de
BAAINBw beauftragt Netzwerferdrohnen zum Schutz von Bundeswehrliegenschaften - Bild: presseportal.de

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte der Beschaffung am 14. Oktober 2026 zugestimmt. Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung durch Klein- und Kleinstdrohnen, die unter anderem zur Ausspähung militärischer Einrichtungen oder für Sabotageversuche eingesetzt werden können.

Drohnenabwehr mit Netz statt Abschuss

Eine besondere Herausforderung bei der Drohnenabwehr ist der Schutz unbeteiligter Personen. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten kann die Bekämpfung von Drohnen durch herabfallende Trümmer zusätzliche Gefahren verursachen. Hier setzen die neuen Systeme an: Sie können eindringende Drohnen mithilfe eines verschossenen Netzes einfangen. Die abgefangenen Fluggeräte werden anschließend an einem zuvor festgelegten Punkt abgelegt. So wird das Risiko durch unkontrolliert herabfallende Drohnen verringert. Gleichzeitig können die eingefangenen Fluggeräte anschließend untersucht werden.

Automatisierte Zielerfassung und kontrollierter Abfangvorgang

Die Systeme nutzen bodengebundene Aufklärungsmittel und bordeigene Sensoren, um Drohnen zu erkennen und zu verfolgen. Der anschließende Abfangvorgang erfolgt nach Freigabe durch einen Bediener. Je nach Einsatzsituation kann die Netzwerferdrohne ein Ziel verfolgen oder an einer vorgegebenen Verteidigungslinie eingesetzt werden, um auch schnell anfliegende Drohnen abzufangen.

Die Netzwerferdrohnen ergänzen bestehende Maßnahmen zur Drohnenabwehr und können im Verbund mit weiteren Systemen, beispielsweise Detektionsradaren und Störsendern, eingesetzt werden.

Mehr Schutz für militärische Einrichtungen

Die neuen Systeme sollen insbesondere Bundeswehrliegenschaften, Standorte verbündeter Streitkräfte in Deutschland sowie Stationierungsorte der Bundeswehr im Ausland schützen. Darüber hinaus eignen sie sich für den Schutz sensibler Veranstaltungen und kritischer Infrastruktur.

Mit der Beschaffung erweitert die Bundeswehr ihre Möglichkeiten, auf Bedrohungen durch unbemannte Luftfahrzeuge zu reagieren. Die Netzwerferdrohnen leisten damit einen weiteren Beitrag zum Schutz militärischer Einrichtungen vor Ausspähung und Sabotage.

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