Baden-Württemberg: Grüne führen mit 30 Prozent vor CDU und AfD
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSUmfragewerte nach sieben Monaten Regierung
- Die Befragung fand vom 8. bis 13. Oktober 2026 in Baden-Württemberg statt.
- Die Grünen erreichen 30 Prozent und liegen damit nahe an ihrem Landtagswahlergebnis von 30,2 Prozent.
- Für die Erhebung wurden insgesamt 1.191 Menschen befragt.
Grüne führen Baden-Württemberg nach neuer Umfrage an
Gut sieben Monate nach der Landtagswahl bleiben die Grünen in Baden-Württemberg laut einer Infratest-Erhebung mit 30 Prozent stärkste Kraft. Die CDU verliert deutlich und liegt mit 23 Prozent gleichauf mit der AfD, die auf ein Allzeithoch im BW-Trend kommt.
CDU verliert, AfD legt zu
Die Grünen bleiben damit nahezu auf dem Niveau ihres Landtagswahlergebnisses von 30,2 Prozent im März 2026. Die CDU, Juniorpartner in der grün-schwarzen Koalition, sinkt von 29,7 auf 23 Prozent.
Die AfD verbessert sich von 18,8 auf 23 Prozent. Zusammen könnten Grüne und CDU nach diesen Werten weiterhin eine Koalition bilden.
Linke würde in den Landtag einziehen
Die SPD kommt auf 7 Prozent und verbessert sich damit gegenüber ihrem Wahlergebnis von 5,5 Prozent. Die Linke erreicht 6 Prozent, nachdem sie im März den Einzug in den Landtag knapp verpasst hatte.
Die FDP bleibt bei 4 Prozent. Die Liberalen waren bei der Landtagswahl erstmals aus dem Parlament ihres Stammlands ausgeschieden.
Özdemir gewinnt an Zustimmung
Ministerpräsident Cem Özdemir kann sein Ansehen seit dem Start der grün-schwarzen Regierung Mitte Mai ausbauen. Mit seiner Arbeit sind 58 Prozent der Wahlberechtigten zufrieden, sieben Punkte mehr als vor der Landtagswahl.
31 Prozent äußern sich kritisch zu Özdemir. Mit der Landesregierung sind 51 Prozent zufrieden, 43 Prozent sehen sie kritisch. Damit bewegt sich die Bewertung der Regierung ungefähr auf dem Niveau der Vorgängerregierung unter Winfried Kretschmann kurz vor der Wahl.
Grüne bei Lösungskompetenz vorn
27 Prozent trauen den Grünen am ehesten zu, die zentralen Probleme des Landes zu lösen. Das sind fünf Punkte mehr als vor der Landtagswahl.
Der CDU schreiben dies noch 17 Prozent zu, 13 Punkte weniger als vor der Wahl. Die AfD kommt bei dieser Frage unverändert auf 16 Prozent.
Befragung im Oktober
Für die im Auftrag des Südwestrundfunks, der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Südwest Presse“ durchgeführte Erhebung wurden 1.191 Menschen in Baden-Württemberg befragt. Die Befragung lief vom 8. bis 13. Oktober 2026.
Die Umfrage markiert einen frühen Stimmungstest für die seit Mitte Mai amtierende grün-schwarze Landesregierung. Die Grünen halten ihr Ergebnis der Landtagswahl nahezu stabil, während die CDU deutlich verliert und die AfD zulegt. Damit verschiebt sich das Kräfteverhältnis innerhalb des Regierungsbündnisses: Die Grünen treten politisch stärker auf, die CDU muss ihren Rückstand zur AfD erklären.
Besonders relevant ist die persönliche Bewertung von Ministerpräsident Cem Özdemir. Seine Zufriedenheitswerte liegen deutlich über denen, die die CDU als Juniorpartner erreicht. Das spricht für einen Amtsbonus und dafür, dass die Landesregierung derzeit stärker mit dem Regierungschef als mit der CDU verbunden wird.
Koalition bleibt rechnerisch möglich
Trotz des CDU-Rückgangs bleibt eine grün-schwarze Mehrheit nach den genannten Werten rechnerisch möglich. Zugleich würde der Einzug der Linken in den Landtag das Parteiensystem verbreitern, während die FDP erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Die Umfragewerte sind keine Sitzverteilung und bilden nur die Stimmung zum Befragungszeitraum ab.
Der AfD-Zuwachs erhöht den Druck auf beide Regierungsparteien, insbesondere bei Themen, bei denen die Landespolitik unmittelbar wahrgenommen wird. Für die CDU geht es dabei nicht nur um den Abstand zu den Grünen, sondern auch darum, den Verlust von Kompetenz- und Wählerbindung gegenüber der AfD zu stoppen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
SWR: „Betroffene sollen zu Hause gesund werden: Von den Vorzügen einer neuen Therapie bei Magersucht“ (13.10.2026)
Der Beitrag enthält im weiteren Seitenverlauf einen Hinweis auf die aktuelle Baden-Württemberg-Umfrage und ordnet sie als ersten Stimmungstest nach der Landtagswahl ein. Als Schwerpunkt nennt die dortige Einordnung den Ministerpräsidenten-Bonus für Cem Özdemir sowie den Rückgang der CDU im Zusammenhang mit der Bundespolitik.
Der Beitrag bestätigt damit die politische Grundrichtung der dts-Meldung, behandelt die Umfrage jedoch nur in einem kurzen redaktionellen Hinweis und nicht mit der vollständigen Zahlenübersicht. Ein eigenständiger Vergleich der Parteienwerte und der Regierungszufriedenheit bleibt dort offen.
