BĂ€rbel Bas, SPD

BĂ€rbel Bas gibt Ministeramt und SPD-Vorsitz auf

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas zieht sich nach dem Tod ihrer Stieftochter und wegen öffentlicher Angriffe mit sofortiger Wirkung aus Regierung und SPD-Spitze zurĂŒck. Im Bundestag will die 58-JĂ€hrige weiterarbeiten.

BĂ€rbel Bas - Bild: Kay Nietfeld/dpa
BĂ€rbel Bas - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Bas beendet Regierungsarbeit sofort

  • BĂ€rbel Bas gibt ihr Amt als Arbeitsministerin und den SPD-Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung auf.
  • Die 58-JĂ€hrige informierte SPD-Co-Chef Lars Klingbeil und bat Kanzler Friedrich Merz um ihre Entlassung.
  • Bas begrĂŒndet ihren Schritt mit der Trauer um ihre verstorbene Stieftochter und fehlender Kraft fĂŒr beide Ämter.
  • Ihr Bundestagsmandat will Bas behalten.

BĂ€rbel Bas gibt ihr Amt als Bundesarbeitsministerin und den SPD-Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung auf.

Trauer und politische Angriffe

Die 58-JĂ€hrige erklĂ€rte, sie könne momentan nicht die Kraft aufbringen, ihre Regierungs- und Parteiarbeit kurzfristig vollumfĂ€nglich auszuĂŒben. Sie wolle sich ausreichend Zeit nehmen, um den Tod ihrer Stieftochter zu verarbeiten.

Zugleich kritisierte Bas öffentliche Angriffe, die auch aus den Reihen des Koalitionspartners weiter forciert worden seien. Unionspolitiker hatten ihr zuletzt vorgeworfen, GesetzentwĂŒrfe zu geplanten Reformen, unter anderem zur Rente, zu verzögern oder zu blockieren.

Nachfolge im Ministerium offen

Bas teilte mit, sie habe Lars Klingbeil ĂŒber ihre Entscheidung informiert. Bundeskanzler Friedrich Merz bat sie demnach, sie aus dem Ministeramt zu entlassen.

Mit ihrem RĂŒcktritt verliert die Bundesregierung die fĂŒr die Arbeits- und Rentenpolitik zustĂ€ndige Ministerin in einer Phase, in der mehrere Reformvorhaben vorbereitet werden. Die SPD muss zudem die ParteifĂŒhrung neu ordnen.

SPD-Spitze reagiert betroffen

Klingbeil Ă€ußerte sich traurig ĂŒber die Entscheidung und erklĂ€rte, hinter den Ämtern seien alle Menschen. Er könne den Schritt persönlich nachvollziehen und bezeichnete die Angriffe wĂ€hrend Bas’ Trauer als unanstĂ€ndig.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch wĂŒrdigte Bas’ Haltung. Sie habe auch dann Haltung gezeigt, wenn es unbequem geworden sei. Zugleich betonte er, die Kraft sei endlich.

Rentenreform verliert ihre zentrale Ansprechpartnerin

Der RĂŒckzug von BĂ€rbel Bas trifft die Bundesregierung in einer Phase, in der die geplante Rentenreform politisch besonders umkĂ€mpft ist. Bas arbeitete zuletzt an einem Gesetzentwurf zur Umsetzung des Rentenkompromisses. Umstritten sind vor allem die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und der weitere Zeitplan.

Der Konflikt verlĂ€uft nicht nur zwischen Regierung und Opposition, sondern auch innerhalb der Koalition. SPD-Vertreter verlangen Änderungen oder eine breitere Abstimmung, wĂ€hrend Unionspolitiker auf die bereits vereinbarten Reformschritte und eine schnelle Entscheidung drĂ€ngen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch brachte deshalb GesprĂ€che mit Fraktionen und möglicherweise MinisterprĂ€sidenten vor einem Kabinettsbeschluss ins Spiel.

FĂŒr die Bundesregierung entsteht damit kurzfristig zusĂ€tzlicher organisatorischer und politischer Druck: Das Arbeitsministerium braucht eine neue Leitung, wĂ€hrend zentrale Vorhaben weiter vorbereitet werden mĂŒssen. Bas bleibt Bundestagsabgeordnete und kann damit politisch an der Debatte beteiligt bleiben. FĂŒr BeschĂ€ftigte und Rentner bleibt entscheidend, wann ein belastbarer Gesetzentwurf vorliegt und ob die geplanten Änderungen am Rentenzugang, an BeitrĂ€gen und an der Finanzierung Bestand haben.

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