Bärbel Bas tritt zurück: Nouripour fordert mehr Respekt
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 18:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBas’ Ämterwechsel und politische Nachfolge
- Bärbel Bas legt ihr Amt als Bundesarbeitsministerin und als SPD-Co-Vorsitzende mit sofortiger Wirkung nieder.
- Bas begründet den Schritt mit persönlichen Schicksalsschlägen und öffentlichen Angriffen, auch aus dem Koalitionspartner.
- Alexander Schweitzer soll das Bundesarbeitsministerium ĂĽbernehmen.
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) fordert nach dem Rücktritt von Bärbel Bas (SPD) einen respektvolleren Umgang in der politischen Debatte. In der ntv-Sendung „Blome & Pfeffer“ sagte er am Montag, statt innezuhalten werde sofort taktiert, nachgetreten oder gespottet.
Nouripour mahnt ZurĂĽckhaltung an
Der Grünen-Politiker erklärte, der Rücktritt führe vor Augen, dass die Gesellschaft das „anständige Streiten miteinander“ verlernt habe. Viele Menschen redeten entweder nur noch mit Gleichgesinnten oder schrien sich an.
Nouripour sagte, er habe eng mit Bas zusammengearbeitet, obwohl beide politisch häufig unterschiedlicher Meinung gewesen seien. Angesichts ihrer persönlichen Schicksalsschläge müsse zunächst innegehalten werden.
Politische Bilanz soll später folgen
Es sei der Tag ihres Rücktritts, sagte Nouripour. Über die politische Bilanz und mögliche Reformen könne man am folgenden Tag weiterhin sprechen und die Entscheidung analysieren.
Es sei nicht anständig, trotz der bekannten familiären Tragödie zu unterstellen, Bas habe sich zurückgezogen, weil sie Reformen nicht angehen wolle. Bas hatte neben ihrem Ministeramt auch den Co-Vorsitz der SPD aufgegeben.
Der Rücktritt von Bärbel Bas betrifft zugleich ein zentrales Regierungsamt und die Führung der SPD. Nach ihrem Ausscheiden als Bundesarbeitsministerin soll der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer das Ressort übernehmen. Damit steht neben der persönlichen Belastung der Ministerin auch eine personelle Neuordnung innerhalb der schwarz-roten Koalition im Mittelpunkt.
Bas begründete ihren Schritt mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen, auch aus Reihen des Koalitionspartners. Nouripours Appell zielt deshalb auf zwei Ebenen: auf Rücksicht im Umgang mit einer Politikerin in einer familiären Ausnahmesituation und auf die politische Kultur insgesamt. Seine Kritik richtet sich gegen reflexhafte taktische Reaktionen, bevor eine Entscheidung inhaltlich bewertet wird.
Politische Folgen des RĂĽcktritts
Für die SPD entsteht kurzfristig eine doppelte Nachfolgesuche, weil Bas neben dem Ministeramt auch die Co-Parteiführung mit Lars Klingbeil aufgibt. Im Arbeitsministerium muss zugleich die Kontinuität der Regierungsarbeit gesichert werden. Die Debatte über Reformen und die Bilanz der Ministerin bleibt bestehen, wird durch Nouripours Forderung aber zeitlich von der unmittelbaren Reaktion auf den Rücktritt getrennt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende zurück“ (12.10.2026)
Der Beitrag stellt Bas’ persönliche Gründe und die Kritik an öffentlichen Angriffen heraus. Zusätzlich wird Alexander Schweitzer als möglicher Nachfolger im Arbeitsministerium genannt; die personelle Nachfolge an der SPD-Spitze bleibt davon getrennt.
Der Deutschlandfunk betont Bas’ Trauer und ihre Erklärung, die Ämter vorübergehend nicht vollumfänglich ausüben zu können. Anders als die Perspektive auf den politischen Umgang konzentriert sich der Beitrag stärker auf die Nachfolge und Reaktionen aus der SPD.
Beide Beiträge bestätigen den Rücktritt aus persönlichen Gründen und die geplante Nachfolge im Arbeitsressort. Offen bleibt insbesondere, wie die SPD ihre Parteiführung neu besetzt.
