Bericht, Privatpatienten

Bericht: Privatpatienten schlechter abgesichert als hÀufig vermutet

Veröffentlicht am: 23.03.2025 um 11:13 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Privatpatienten sind offenbar schlechter abgesichert als hÀufig vermutet wird.
Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Toptarife der deutschen privaten Krankenversicherungen (PKV) deckten nicht das Leistungsspektrum ab, das in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgeschrieben sei, heißt es in einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Premiumcircle, ĂŒber die der "Spiegel" und das ZDF-Magazin "Frontal" berichten. In der Untersuchung wurden jeweils die Vertragsbedingungen des Spitzentarifs der 32 deutschen PKV-Anbieter mit dem vorgeschriebenen Leistungskatalog der GKV abgeglichen. Der teuerste dieser PKV-Tarife kostet fast 1.000 Euro im Monat, die Daten sind auf dem Stand von Ende Januar.

"Trotz der zahlreichen Mehrleistungen in einzelnen Bereichen - keiner der Tarife bietet als Grundlage alle Leistungen an, die in der GKV selbstverstĂ€ndlich sind", sagte Premiumcircle-Chef Claus-Dieter Gorr. Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, mit der Versicherungsmakler VertrĂ€ge der Privaten vergleichen können. WĂ€hrend in der GKV die medizinisch notwendigen und anerkannten Leistungen weitgehend vorgeschrieben sind und sich auch unter den verschiedenen Kassen kaum unterscheiden, schließen Privatpatienten einen Einzelvertrag ĂŒber versicherte Risiken ab. Was im Vertrag und den zugehörigen Leistungskatalogen nicht als versichert benannt wird, mĂŒssen die Patienten selbst zahlen. FĂŒr alle untersuchten VertrĂ€ge gilt laut Gorr: "Kein PKV-Tarif erfĂŒllt die 104 Mindestleistungskriterien der GKV." Viele der Leistungen, die nicht von der PKV abgedeckt werden, seien existenziell. Die Privaten wiesen große LĂŒcken auf bei Rehabilitationsmaßnahmen nach schweren Operationen, bei Krebstherapien und Psychotherapien. Ebenso bei der PrĂ€vention, etwa der Schulung von Diabetikern. Der PKV-Verband antwortet auf eine Anfrage der Medien, er könne "die Behauptungen und Vermutungen nicht nachvollziehen". AnwĂ€lte berichten, dass zwischen Patienten und Versicherungen hĂ€ufig darĂŒber gestritten werde, was medizinisch notwendig sei. Roland Warther, Versicherungsanwalt im nordrhein-westfĂ€lischen Greven, sagte dem "Spiegel": Er könne die PKV nur noch Klienten empfehlen, die eine Rechtsschutzversicherung hĂ€tten. Die von den Versicherern festgelegten Preisgrenzen, etwa fĂŒr Physiotherapie, seien teils "weltfremd niedrig". Die Hamburger Medizinrechtlerin Juliane Winter sagte: "Ohne Rechtsbeistand kommen viele Privatversicherte nicht weiter." Der PKV-Verband erklĂ€rte dazu, Arztrechnungen wĂŒrden in der Regel reibungslos erstattet, "nur in wenigen EinzelfĂ€llen" komme es zu Beschwerden.

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