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Bericht: Starker Anstieg bei Rauschgiftdelikten

Veröffentlicht am: 08.04.2024 um 16:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Zahl der polizeilich erfassten Rauschgiftdelikte ist im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 346.877 FĂ€lle gestiegen.
Kokain (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das geht aus der Polizeilichen KriminalitĂ€tsstatistik (PKS) 2023 hervor, ĂŒber die die "Welt" (Dienstagsausgaben) berichtet. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will die Statistik am Dienstag vorstellen.

Demnach gab es im Jahr 2023 266.280 TatverdĂ€chtige (minus 0,6 Prozent). Davon hatten 85.625 keinen deutschen Pass (plus elf Prozent), darunter 23.254 Zuwanderer (plus 18,6 Prozent). Bei Kokain und Crack verzeichnet die PKS aber einen starken Anstieg (36.890 FĂ€lle, plus 29,1 Prozent). Auch die Zahl der TatverdĂ€chtigen nahm bei beiden Drogen um 23,2 Prozent auf insgesamt 30.463 zu. 13.814 (plus 27,6 Prozent) von ihnen haben keinen deutschen Pass, darunter 3.816 Zuwanderer (plus 35,7 Prozent). Ein Grund fĂŒr den starken Anstieg sei die "hohe VerfĂŒgbarkeit" fĂŒr Kokain und insbesondere Crack in Deutschland und Europa, die von immer grĂ¶ĂŸeren Koka-AnbauflĂ€chen und Produktionsmengen in SĂŒdamerika stammten, heißt es in der Statistik. DafĂŒr spreche die "Rekordsicherstellungsmenge" von mehr als 35 Tonnen Kokain. Im vergangenen Jahr sei der deutsche Markt offenbar mit so viel Kokain ĂŒberschwemmt worden, dass dies zu einem solch hohen Anstieg gefĂŒhrt habe. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zwar keine Erkenntnisse dazu, aus welchen Motiven der Kokainkonsum derart zunimmt. Aber die Wiesbadener Behörde stellt fest, dass Kokain keine "Elitedroge" mehr ist. Trotz der vergleichsweise hohen Preise sei diese fĂŒr viele Menschen in Deutschland bezahlbar und deshalb mittlerweile gesellschaftlich weitverbreitet. Bei Cannabis nahmen die VerstĂ¶ĂŸe gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz um 0,8 Prozent auf 215.865 FĂ€lle zu. Cannabis, das die rot-grĂŒn-gelbe Bundesregierung jetzt fĂŒr den privaten "Eigenanbau und Eigenkonsum" legalisiert hat, blieb damit im Jahr die noch am hĂ€ufigsten konsumierte illegale Droge. RĂŒckgĂ€nge hat die PKS demgegenĂŒber bei Heroin (10.130 FĂ€lle, minus 3,5 Prozent) und LSD (809 FĂ€lle, minus 10,7 Prozent) registriert. Auch beim Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivaten (inklusive Ecstasy) sank die Zahl um 4,3 Prozent auf 40.380 FĂ€lle. Die stĂ€rkste Abnahme wurde bei den "Neuen Psychoaktiven Stoffen" (NPS), den sogenannten Designerdrogen, mit 3.005 FĂ€llen (minus 17,9 Prozent) verzeichnet. Die DrogenkriminalitĂ€t ist ein sogenanntes Kontrolldelikt: Je mehr die Polizei kontrolliert, desto mehr Delikte stellt sie fest.

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