Versorgung, Blutplasmaprodukten

Versorgung mit lebenswichtigen Blutplasmaprodukten langfristig sicherstellen

29.05.2024 - 16:10:28 | presseportal.de

Berlin - "Blutplasmaprodukte sind lebensnotwendig. Daher ist es ein erster wichtiger Schritt, dass der Rat der EuropĂ€ischen Union die SoHo-Verordnung Anfang dieser Woche annahm. Mit der Verordnung schafft die EU eine erste Grundlage, um die Sicherheit und QualitĂ€t von Blut, Gewebe und Zellen in der Gesundheitsversorgung zu verbessern und die grenzĂŒberschreitende Verarbeitung dieser Stoffe in der EU zu erleichtern", sagt Dr. Kai Joachimsen, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). "Jetzt kommt es darauf an, die Verordnung pragmatisch umzusetzen, um die Versorgungssicherheit mit Blutplasmaprodukten auch langfristig zu gewĂ€hrleisten", betont Joachimsen.

Versorgung mit lebenswichtigen Blutplasmaprodukten langfristig sicherstellen - Foto: presseportal.de

Die neuen Regeln der SoHo-Verordnung legen fest, dass die Spende von Substanzen menschlichen Ursprungs freiwillig erfolgen soll, ohne direkte Anreize oder finanzielle Gegenleistung. Angemessene AufwandsentschĂ€digungen sind jedoch zulĂ€ssig, um Spender nicht finanziell zu belasten. Gleichzeitig will die EU die Spendenbereitschaft in den Mitgliedstaaten fördern, wie zum Beispiel durch nationale Förderprogramme oder Kampagnen. Mitgliedstaaten sollen ihre SammelkapazitĂ€ten erhöhen. Zudem wird der grenzĂŒberschreitende Austausch von Substanzen humanen menschlichen Ursprungs erleichtert und die Zusammenarbeit nationaler Gesundheitsbehörden intensiviert. All diese Maßnahmen sollen darauf einzahlen, AbhĂ€ngigkeiten zu reduzieren, so dass sich die EU weitgehend selbst mit Substanzen menschlichen Ursprungs versorgen kann.

Risiko von LieferengpÀssen reduzieren

"In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass das System der Blut- und Plasmaspenden sehr fragil ist. Die Corona-Pandemie fĂŒhrte aufgrund der KontaktbeschrĂ€nkungen zu einem deutlichen RĂŒckgang der Spendenbereitschaft. Gleichzeitig bestehen große AbhĂ€ngigkeiten ins europĂ€ische Ausland - circa 40 Prozent des in Europa benötigten Plasmas wird aus den USA importiert. WĂ€hrend der Bedarf an Blutplasmaprodukten aufgrund immer besser werdender Diagnosen und eines erweiterten Indikationsspektrums stetig steigt, fĂŒhrte der Mangel an notwendigem Plasma insbesondere in den Jahren 2021/2022 zu LieferengpĂ€ssen", erklĂ€rt Joachimsen.

"Parallel nimmt die Anzahl der in Deutschland ansÀssigen Hersteller ab, die sich auf diese hochkomplexen PrÀparate spezialisiert haben. Hier spielen unter anderem Faktoren wie das Preismoratorium und Herstellerrabatte eine Rolle, die aufgrund massiv gestiegener Rohstoffpreise (Plasma) eine Produktion und marktgerechte Preisgestaltung nicht mehr zulassen. Das Ganze verschÀrft seither die Versorgungslage. Daher ist es unabdingbar, an weiteren Stellschrauben zu drehen", betont Joachimsen.

FĂŒr eine langfristige Sicherstellung der Patientenversorgung mit Blutplasmaprodukten fordert der BPI zudem:

Bis die SoHo-Verordnung drei Jahre nach Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft tritt, setzt sich der BPI weiterhin fĂŒr praxistaugliche Rahmenbedingungen ein, die eine Versorgungssicherheit von Blutplasmaprodukten im Sinne einer bedarfsgerechten, zuverlĂ€ssigen und dem medizinischen Fortschritt angepassten Versorgung ermöglichen.

Hintergrund: Aus menschlichem Blutplasma werden Antikörper (Immunglobuline) sowie andere Proteine gewonnen. Daraus können wertvolle Arzneimittel hergestellt werden, die zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen, Immundefekten, Blutgerinnungsstörungen, Krebsleiden oder auch bei genetischen Erbkrankheiten Anwendung finden. FĂŒr viele Menschen sind diese Produkte ĂŒberlebenswichtig. Laut der Weltgesundheitsorganisation gehören zum Beispiel Immunglobuline zu den versorgungsrelevanten "Essential Medicines", auch das Paul-Ehrlich-Institut hat sie mittlerweile als versorgungskritische Arzneimittel eingestuft. Die Herstellung von Blutplasmaprodukten ist hochkomplex und erfordert eine lange Produktionsvorlaufzeit von sieben bis zwölf Monaten. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Firmen, die diese lebensnotwendigen PrĂ€parate herstellen können.

Pressekontakt:

Laura Perotti (Stellvertretende Pressesprecherin), Tel. 030 27909-131, lperotti@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie ĂŒbermittelt durch news aktuell

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