Wettbewerb, Industrie

DIE PAPIERINDUSTRIE: Neue ETS-VorschlÀge ignorieren Herausforderungen der Industrie

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 13:02 Uhr | presseportal.de

Berlin/BrĂŒssel - Der vorgeschlagene ETS-Review verfehlt das Ziel einer wettbewerbsfĂ€higen Industrietransformation / HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander von Reibnitz: "Der Vorschlag bleibt weit hinter den Erwartungen der energieintensiven Industrien zurĂŒck. Er ignoriert die RealitĂ€t in den Unternehmen und lĂ€sst zentrale Fragen zur Zukunft des ETS unbeantwortet." / Theoretische statt realisierbare Transformationspfade verschĂ€rfen Belastungen fĂŒr europĂ€ische Standorte / Papierindustrie fordert Nachbesserungen bei Produktbenchmarks zum Schutz vor Carbon-Leakage

DIE PAPIERINDUSTRIE: Neue ETS-VorschlÀge ignorieren Herausforderungen der Industrie - Bild: presseportal.de
DIE PAPIERINDUSTRIE: Neue ETS-VorschlÀge ignorieren Herausforderungen der Industrie - Bild: presseportal.de

DIE PAPIERINDUSTRIE kritisiert den heute von der EuropĂ€ischen Kommission vorgelegten Vorschlag zum Review des EU-Emissionshandels (ETS) als realitĂ€tsfern. "Der Vorschlag bleibt weit hinter den Erwartungen der energieintensiven Industrien zurĂŒck. Er ignoriert die RealitĂ€t in den Unternehmen und lĂ€sst zentrale Fragen zur Zukunft des ETS unbeantwortet. Damit fehlt weiterhin eine verlĂ€ssliche Perspektive fĂŒr die Zeit bis 2040. Statt grundlegende Probleme des Systems anzugehen, versucht die Kommission mit minimalen Änderungen Handlungsbereitschaft zu signalisieren, ohne echte Verbesserungen zu schaffen. Produktbenchmarks werden gar nicht angepasst. Der Entwurf muss im weiteren Verfahren deutlich nachgebessert werden. Andernfalls droht der ETS seine Akzeptanz zu verlieren und zu einem Treiber der Deindustrialisierung zu werden. Investitionen, IndustriearbeitsplĂ€tze und ganze Wertschöpfungsketten werden dann nicht in Europa gehalten, sondern ins Ausland verdrĂ€ngt," sagt Alexander von Reibnitz, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer von DIE PAPIERINDUSTRIE.

Ungelöst bleibt weiterhin auch die Frage der WettbewerbsfĂ€higkeit. Mit dem letzten Benchmark-Update hatte die EU-Kommission beschlossen, massiv Mittel aus der Industrie abzuziehen. Die daraus resultierende Belastung summiert sich allein fĂŒr die deutsche Papierindustrie auf rund 140 Millionen Euro pro Jahr, die den Unternehmen fĂŒr Investitionen in die Transformation fehlen. "Die aktuelle Benchmark-Systematik fĂŒhrt dazu, dass Branchen fĂŒr bereits erreichte Emissionsminderungen zusĂ€tzlich belastet werden. Das ist ein Designfehler im ETS, der immer offensichtlicher wird", so von Reibnitz.

RealitÀtsnahe Benchmarks statt theoretischer Idealwerte

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die starke Beteiligung der Papierindustrie an der Konsultation zu den ETS-Benchmarks: Knapp fĂŒnf Prozent aller in BrĂŒssel eingegangenen Stellungnahmen stammen aus der deutschen Papierindustrie. Die RĂŒckmeldungen zeichnen ein eindeutiges Bild. Zentrale Voraussetzungen fĂŒr Investitionen in klimafreundliche Technologien liegen hĂ€ufig außerhalb der Einflussmöglichkeiten der Unternehmen. "Wer heute in die Transformation investieren möchte, stĂ¶ĂŸt vielfach an Grenzen. NetzanschlĂŒsse werden oftmals erst in vielen Jahren verfĂŒgbar sein, Wasserstoff ist weder ausreichend verfĂŒgbar noch bezahlbar, und nachhaltige Biomasse ist begrenzt und nicht an jedem Standort einsetzbar. Wer den Unternehmen unter diesen Bedingungen mangelnde Transformationsbereitschaft vorwirft, verkennt die RealitĂ€t. Dies gilt es im ETS-Review aufzugreifen und Ökologie und Ökonomie wieder zusammenzubringen", fordert von Reibnitz.

Umsetzbare Transformationspfade aufzeigen und Finanzierung sichern

Der Verband kritisiert insbesondere, dass der Review all diese Herausforderungen ĂŒberhaupt nicht adressiert. Gerade die drastischen Auswirkungen der Produktbenchmarks werden ignoriert. Papierfabriken muss ein realistischer Weg zur Transformation aufgezeigt werden. Es braucht eine detaillierte und realistische Analyse des Transformationspotenzials, an der sich der ETS-Review orientieren muss. Zudem muss geklĂ€rt werden, wie die industrielle Transformation in Zukunft finanziert werden soll, wenn die ETS-Einnahmen schon heute nicht mehr reichen.

Pressekontakt:

DIE PAPIERINDUSTRIE
Marilena Hantke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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