Pharmaindustrie, Verbände

KARL muss Chefinnen-Sache werden - BPI fordert konsistente EU-Pharmapolitik

18.06.2026 - 10:28:08 | presseportal.de

Berlin - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, das Thema Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) zur "Chefinnen-Sache" zu machen. "Wenn 16 EU-Mitgliedstaaten ihre Bedenken wegen der zu erwartenden Kosten bei KARL äußern, wenn mehrere Mitgliedstaaten auf eine Verschiebung der Umsetzung drängen, dann ist die Kommissionspräsidentin gefordert", sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. "Bitte übernehmen Sie, Frau von der Leyen."

KARL muss Chefinnen-Sache werden - BPI fordert konsistente EU-Pharmapolitik - Bild: presseportal.de
KARL muss "Chefinnen-Sache" werden - BPI fordert konsistente EU-Pharmapolitik - Bild: presseportal.de

Nach den Worten des BPI-Hauptgeschäftsführers ist es höchste Zeit, dass die Kommissionspräsidentin für eine konsistente Pharmapolitik sorgt. "Es muss Schluss sein mit 'Politik paradox'. Es steht nicht mehr und nicht weniger auf dem Spiel als die Versorgungssicherheit in Europa", erklärte Dr. Joachimsen. Auf der einen Seite verfolge die Kommission mit dem Critical Medicines Act (CMA) die gute und richtige Absicht, kritische Arzneimittelproduktion wieder stärker in Europa zu verankern; auf der anderen Seite konterkariere sie dieses Vorhaben mit der erweiterten Herstellerverantwortung bei KARL, mit der enorme Kostenrisiken für die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie verbunden seien.

"Wer mit dem CMA den Pharma-Produktionsstandort Europa stärken will, muss die kommunale Abwasserrichtlinie in dieser Form stoppen", so der BPI-Hauptgeschäftsführer. Das Europäische Parlament entscheidet heute über mehrere Anträge zu KARL. Egal wie das Parlament entscheide, allein die Zahl der Anträge beweise, dass die Umsetzung der Richtlinie grundlegend überdacht werden müsse. "Jetzt ist die Kommission am Zug. Sie muss klare Prioritäten setzen. Und die können nicht zu zuletzt aufgrund der geopolitischen Spannungen nur lauten: Versorgungssicherheit garantieren, den Pharmastandort und damit die Arzneimittelproduktion in Europa stärken!"

Dank an Bundesgesundheitsministerin Warken

Ausdrücklich dankte Dr. Joachimsen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken dafür, dass sie im Rat für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz (EPSCO) eindeutig zu KARL Position bezogen hat. Die Ministerin hatte die Kommission dazu aufgefordert, zügig für Klarheit über die zu erwartende Kostenbelastung zu sorgen. Darüber hinaus solle die Kommission darlegen, wie ein Versorgungsrisiko vermieden und eine EU-weit einheitliche und vor allem praxistaugliche Umsetzung der Richtlinie gewährleistet werden könne.

Pressekontakt:

Hermann Hofmann, Tel. 0176 127909-36, presse@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie übermittelt durch news aktuell

http://ots.de/601533

de | politik | 69571147 |