Technologie, Forschung

Neue Studie: 93 % des europĂ€ischen Internetverkehrs lĂ€uft ĂŒber Router und niemand schaut hin: Allianz fordert Umdenken bei europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t

24.06.2026 - 10:00:47 | presseportal.de

Berlin - Die Sovereignty Alliance for European Network Technology (SAFENet) veröffentlicht gemeinsam mit der Forschungsinitiative Innovate Europe Foundation (IE.F) und der Berliner Beratung iconomy eine neue Grundlagenstudie zum europĂ€ischen Internetverkehr. Ein Ergebnis der Untersuchung zeigt: 93 % dieses europĂ€ischen Internetverkehrs fließen ĂŒber Router. Und: Die EU hat fĂŒr diese SchlĂŒsselkomponente des digitalen Ökosystems kein SouverĂ€nitĂ€tskonzept. Dabei kontrollieren chinesische Hersteller bereits 37 % des Marktes.

Neue Studie: 93 % des europĂ€ischen Internetverkehrs lĂ€uft ĂŒber Router und niemand schaut hin: Allianz fordert Umdenken bei europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t - Bild: presseportal.de
Neue Studie: 93 % des europĂ€ischen Internetverkehrs lĂ€uft ĂŒber Router und niemand schaut hin: Allianz fordert Umdenken bei europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t - Bild: presseportal.de

WĂ€hrend Europa ĂŒber SouverĂ€nitĂ€t im Bereich von KI, Cloud oder Chips debattiert, bleibt ein zentrales Element der digitalen Infrastruktur weitgehend unbeachtet: der Router, ob im heimischen Wohnzimmer oder im Netzwerk kleiner und mittlerer Unternehmen, ĂŒber ihn fließen in Europa 93 % des Internetverkehrs. Zum Vergleich: Auf den Mobilfunk entfallen nur rund 7 %. Dennoch genießen Router keine vergleichbare politische Aufmerksamkeit.

Eine nun veröffentlichte Studie zeigt: Bei Routern liegt einer der grĂ¶ĂŸten ungenutzten Hebel fĂŒr Europas digitale SouverĂ€nitĂ€t und seine Aktivierung gehört zu den wirkungsvollsten und am einfachsten umzusetzenden Maßnahmen der laufenden Legislaturperiode.

Konzentrierte AbhÀngigkeit mit Sicherheitsrisiken

Laut der Studie der Denkfabrik IE.F. kontrollieren chinesische Hersteller wie ZTE, Huawei, TP-Link, Xiaomi und Tenda bereits rund 37 % der Heimnetzwerk-GerĂ€te in der EU und haben damit theoretisch Zugang zu geschĂ€tzt 95 Millionen europĂ€ischen Haushalten. Insgesamt entfĂ€llt mehr als die HĂ€lfte aller Router- und Repeater-Installationen in Europa auf Anbieter von außerhalb der EU.

Diese AbhÀngigkeit ist nicht nur eine Frage der Marktstruktur, sondern der Sicherheit. Da der Router jedem GerÀt im Netzwerk vorgeschaltet ist, eröffnet ein einziger kompromittierter Router Einblick in die gesamte digitale AktivitÀt eines Haushalts oder Unternehmens. Die Studie identifiziert drei zentrale Risiken:

Inkonsequenz in der SouverÀnitÀtsdebatte

Besonders auffĂ€llig: Europa handelt in anderen kritischen Hardware-Sektoren lĂ€ngst gegen Hochrisiko-Lieferanten, beim Router jedoch bleibt es untĂ€tig. „Mit der 5G-Toolbox existiert ein erprobtes operatives Drehbuch. Die institutionellen Rahmen, die Gesetzgebungsinstrumente und die Koordinierungsmechanismen sind vorhanden“, schreiben die Autoren der Studie. „Was fehlt, ist der politische Wille, der sich auf die konkrete Frage der Router-Sicherheit richtet“, heißt es weiter.

Clark Parsons, GeschĂ€ftsfĂŒhrer IE.F: „Europa hat die Instrumente, den PrĂ€zedenzfall und den politischen Moment. Die Frage ist, ob es handelt, bevor die AbhĂ€ngigkeit unumkehrbar wird."

Jan Oetjen, SAFENet-Vorsitzender & CEO von FRITZ!: „UnabhĂ€ngige und sichere Netzwerktechnologie ist die Basis fĂŒr eine digitale SouverĂ€nitĂ€t Europas. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass Europa die Kontrolle ĂŒber die europĂ€ischen Netze behĂ€lt und seine digitale Zukunft selbst gestaltet."

Verbraucher vertrauen Europa – ohne es zu wissen

Dieser politische Wille hĂ€tte RĂŒckhalt in der Bevölkerung. Eine YouGov-Befragung unter mehr als 16.000 Menschen in der EU zeigt: 58 % der EuropĂ€er vertrauen europĂ€ischen Routern, wĂ€hrend 51 % der Befragten Routern von chinesischen und 63 % Routern von russischen Herstellern misstrauen. Das Problem: Die meisten EuropĂ€er wissen gar nicht, woher ihr Router stammt. Wer ein GerĂ€t vom Provider erhĂ€lt, hĂ€lt es ĂŒberwiegend fĂŒr europĂ€isch, sehr hĂ€ufig zu Unrecht, denn viele Provider-Router stammen nach wie vor von nicht-europĂ€ischen Herstellern.

Die Studie folgert: Transparenz allein wĂŒrde die politische Dynamik fĂŒr weitergehende Maßnahmen entfachen.

SAFENet-Allianz fordert: Europa muss jetzt handeln

„Die analytische Beweislage wird von niemandem bestritten, der die Marktdaten, die Bedrohungslage und die rechtliche Exponiertheit ernsthaft prĂŒft“, teilt die SAFENet-Allianz mit, die ein Zusammenschluss fĂŒhrender europĂ€ischer Netzwerktechnologie-Unternehmen ist. „Die Router-Sicherheit und -SouverĂ€nitĂ€t wurde und wird in der europĂ€ischen Debatte und Regulierung immer wieder verdrĂ€ngt – von grĂ¶ĂŸeren, sichtbareren Herausforderungen. Es ist Zeit, diese LĂŒcke zu schließen.“

Vier Hebel fĂŒr Europas Router-SouverĂ€nitĂ€t

Die gute Nachricht: Europa muss dafĂŒr weder neue Institutionen schaffen noch bei null beginnen. Die regulatorischen Werkzeuge sind vorhanden, es geht darum, sie gezielt einzusetzen. SAFENet bĂŒndelt sie in einem Vier-SĂ€ulen-Konzept:

Über SAFENet

Die Sovereignty Alliance for European Network Technology (SAFENet) ist ein strategischer Zusammenschluss fĂŒhrender europĂ€ischer Netzwerktechnologie-Unternehmen. Ziel: ein digitales Europa, das selbstbestimmt, resilient und zukunftsfĂ€hig ist.

Mehr unter safe-net.tech.

Über die IE.F

UnabhĂ€ngiger Berliner Think Tank fĂŒr Europas Platz in der globalen Digitalwirtschaft.

Mehr unter ie.foundation.

Studie:

https://www.ie.foundation/content/4-publications/ief_router-risk_260615_final.pdf

Pressekontakt:

Kira Terstappen-Richter · SAFENet · media@safe-net.tech
Clark Parsons · IE.F · c.parsons@ie.foundation

Original-Content von: SAFENet ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/602531

de | politik | 69617030 |