Berlin: GrĂŒne nennen CDU-GesprĂ€chsangebot âein wenig spĂ€tâ
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:26 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBerliner Parteien vor Koalitionsentscheidung
- Werner Graf bezeichnet das CDU-GesprĂ€chsangebot als âein wenig spĂ€tâ.
- Stefan Evers will am 3. November mit GrĂŒnen und SPD ĂŒber Sondierungen sprechen.
- Linke, GrĂŒne und SPD planen nach dem Linke-Parteitag Koalitionsverhandlungen.
Berliner GrĂŒne weisen CDU-Angebot als verspĂ€tet zurĂŒck
Der Spitzenkandidat der Berliner GrĂŒnen, Werner Graf, hat das GesprĂ€chsangebot von CDU-Chef Stefan Evers als âein wenig spĂ€tâ bezeichnet. GesprĂ€chen mit demokratischen Parteien verschlieĂe sich seine Partei zwar nicht, doch hĂ€tten GrĂŒne, Linke und SPD bereits Sondierungen abgeschlossen.
CDU plant Treffen am 3. November
âWir versperren uns GesprĂ€chen mit demokratischen Parteien nie. Das haben wir von Anfang an gesagt. Aber das ist jetzt ein wenig spĂ€t, nachdem unsere Partei beschlossen hat, Koalitionsverhandlungen mit Linken und SPD aufzunehmenâ, sagte Graf den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
Mit Blick auf die CDU-Strategie fĂŒgte Graf hinzu: âDas scheint mir alles ein wenig ohne Plan zu sein.â Evers hatte angekĂŒndigt, GrĂŒnen und SPD bei einem bereits fĂŒr den 3. November terminierten GesprĂ€ch Sondierungen ĂŒber eine Regierungsbildung anzubieten.
Rot-grĂŒn-rotes BĂŒndnis steht vor Verhandlungen
Mit dem VorstoĂ will die CDU eine Koalition aus Linken, GrĂŒnen und SPD in der Hauptstadt verhindern. Die drei Parteien haben ihre Sondierungen bereits abgeschlossen.
Nach der erwarteten Zustimmung eines Linke-Parteitags am Samstag wollen sie voraussichtlich am kommenden Montag mit Koalitionsverhandlungen beginnen. Damit trifft das CDU-Angebot auf einen bereits weit fortgeschrittenen Prozess der Regierungsbildung.
Das GesprĂ€chsangebot der Berliner CDU fĂ€llt in eine Phase, in der sich die Regierungsbildung bereits auf ein rot-grĂŒn-rotes BĂŒndnis zubewegt. Linke, GrĂŒne und SPD haben ihre Sondierungen abgeschlossen; der nĂ€chste formale Schritt hĂ€ngt von der Entscheidung des Linke-Parteitags ab.
FĂŒr die CDU ist das GesprĂ€ch mit GrĂŒnen und SPD der Versuch, eine Regierungsbildung unter FĂŒhrung der Linken doch noch zu verhindern. Rechnerisch verfĂŒgt ein BĂŒndnis unter CDU-FĂŒhrung ebenfalls ĂŒber eine Mehrheit. Politisch mĂŒsste die CDU dafĂŒr jedoch insbesondere die GrĂŒnen von einem bereits vereinbarten Verfahren mit Linken und SPD abbringen.
Entscheidung der Linken als nÀchster Schritt
Die zeitliche Abfolge erhöht den Druck auf die CDU: Das Treffen mit SPD und GrĂŒnen ist erst fĂŒr den 3. November vorgesehen, wĂ€hrend Koalitionsverhandlungen des bisherigen SondierungsbĂŒndnisses voraussichtlich bereits am kommenden Montag beginnen sollen. Die ĂuĂerung von Werner Graf macht damit vor allem den Konflikt zwischen rechnerischer Mehrheit und politischer Verbindlichkeit sichtbar.
FĂŒr Berlin stehen nun zwei Optionen im Raum: GesprĂ€che ĂŒber ein CDU-gefĂŒhrtes BĂŒndnis oder die Fortsetzung des rot-grĂŒn-roten Projekts. Ob das CDU-Angebot noch Einfluss auf die Mehrheitsbildung gewinnt, hĂ€ngt maĂgeblich davon ab, ob GrĂŒne und SPD trotz des bereits eingeleiteten Verfahrens zu einem Kurswechsel bereit sind.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âDebatte nach Wahl: Berliner CDU will GrĂŒnen und SPD Sondierungen anbietenâ (29.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt das CDU-Angebot an GrĂŒne und SPD und ordnet es als Versuch ein, eine Regierungsbildung unter FĂŒhrung der Linken zu verhindern. Im Mittelpunkt steht damit stĂ€rker die Strategie der CDU als die Reaktion der GrĂŒnen.
Stern: âRegierungsbildung in Berlin: SPD-Landeschef Krach: GesprĂ€ch mit CDU kommt 'sehr spĂ€t'â (30.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den Termin am 3. November und setzt einen anderen Schwerpunkt: Neben den GrĂŒnen bewertet auch die Berliner SPD das CDU-GesprĂ€ch als verspĂ€tet. Offen bleibt, ob der Termin angesichts der geplanten Koalitionsverhandlungen noch politische Wirkung entfaltet.
Beide BeitrĂ€ge stimmen beim Termin und beim CDU-VorstoĂ ĂŒberein. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Perspektive: Der erste Artikel beleuchtet die CDU-Strategie, der zweite die Reaktionen der möglichen BĂŒndnispartner.
