Berlin-Wahl, Sondierungsgespräche

Berlin: Linke, Grüne und SPD starten Sondierungen zur Regierungsbildung

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Linke, Grüne und SPD in Berlin wollen nach der Abgeordnetenhauswahl Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung aufnehmen. Ein zuvor umstrittenes Handlungspaket zum Umgang mit antisemitischen Vorfällen machte den Weg dafür frei.

Linke, Grüne und SPD in Berlin nehmen zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung auf.

Parteien verständigen sich

Die drei Parteien teilten mit, dass sie die Gespräche beginnen wollen. Damit startet die nächste Phase der Suche nach einer neuen Landesregierung.

Hürde vor Sondierungen

Vor dem Beginn hatten Grüne und SPD eine Verständigung über den Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität verlangt. Als Reaktion auf antisemitische Vorfälle soll ein gemeinsames Handlungspaket gelten.

Linke stärkste Kraft

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Partei. Dahinter folgten CDU, AfD, Grüne und SPD. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD verlor ihre Mehrheit.

Weitere Gespräche stehen an

In den Sondierungen wollen die Parteien zunächst ausloten, ob es genügend gemeinsame politische Grundlagen für eine Regierungskoalition gibt. Eine endgültige Entscheidung über ein Regierungsbündnis ist damit noch nicht verbunden.

Schritt zur Regierungsbildung

Mit dem Beschluss beginnt in Berlin die nächste Phase nach der Abgeordnetenhauswahl vom 20. September. Die Linke war mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden, vor CDU, AfD, Grünen und SPD. Die bisherige CDU-SPD-Koalition verlor damit ihre Mehrheit.

Sondierungen sind noch keine Koalitionsverhandlungen. Die Parteien prüfen zunächst, ob es genügend gemeinsame politische Grundlagen gibt und ob sich Gespräche über ein Regierungsprogramm lohnen. Erst danach könnten formelle Verhandlungen über Ressorts, Haushalt und konkrete Vorhaben folgen.

Antisemitismus als zentrale Hürde

Vor dem Einstieg in die Sondierungen verlangten Grüne und SPD eine gemeinsame Linie zum Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität. Hintergrund waren kontroverse Vorgänge im Umfeld der Berliner Linken. Das nun vereinbarte Handlungspaket soll dieses zentrale Hindernis aus dem Weg räumen.

Für Berlin geht es zugleich um eine stabile Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Rechnerisch bleibt neben einem Bündnis aus Linken, Grünen und SPD auch eine Koalition von CDU, Grünen und SPD möglich. Die Entscheidung der drei Parteien eröffnet daher Gespräche, legt die künftige Regierungsbildung aber noch nicht fest.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Berlin: Rot-Grün-Rot einigt sich auf Sondierungsgespräche“ (08.10.2026)

Der Bericht schreibe, Linke, Grüne und SPD hätten sich auf ein Handlungspaket für den Fall antisemitischer Vorfälle verständigt. Damit sei ein zentrales Hindernis für den Beginn der Sondierungen beseitigt; weitergehende Aussagen über eine mögliche Koalition treffe der Beitrag nicht.

Deutschlandfunk: „Regierungsbildung in Berlin Linke, SPD und Grüne räumen Hindernis für Sondierungen aus dem Weg“ (08.10.2026)

Der Deutschlandfunk berichte, zweieinhalb Wochen nach der Wahl scheine der Weg für rot-grün-rote Sondierungsgespräche frei zu sein. Damit bestätige der Beitrag den Beginn der nächsten Gesprächsphase und setze den Schwerpunkt auf die zeitliche Einordnung; offen bleibe, ob daraus tatsächlich Koalitionsverhandlungen und eine Regierungsbildung hervorgingen.

Beide Beiträge stellten übereinstimmend die Verständigung über das Handlungspaket als Voraussetzung für die Sondierungen dar. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Während n-tv das Paket für antisemitische Vorfälle hervorhebe, ordne der Deutschlandfunk den Schritt stärker in den Prozess der Berliner Regierungsbildung ein.

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