Gesundheitspolitik, Arzneimittel

Studie: FĂŒr 4 Millionen Menschen mehr als 6 Kilometer bis zur nĂ€chsten Apotheke

09.06.2026 - 10:43:07 | presseportal.de

Berlin - Mehr als 4 Millionen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen mehr als 6 Kilometer bis zur nĂ€chsten Apotheke zurĂŒcklegen. Damit leben 4,9 Prozent der 82,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer mit Arzneimitteln schwach versorgten Region. Die absolute Zahl der vom Apothekenmangel betroffenen Menschen ist in Bayern besonders hoch (knapp 900.000 Menschen), wĂ€hrend in Mecklenburg-Vorpommern ein besonders großer Anteil der Bevölkerung (21,7 Prozent) weite Wege bis zur nĂ€chsten Apotheke auf sich nehmen muss. Das zeigt die Studie "Untersuchung der Entfernungen zwischen Apotheken und der betroffenen Bevölkerung" der ILS Research gGmbH, die im Auftrag der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde erstellt wurde.

Studie: FĂŒr 4 Millionen Menschen mehr als 6 Kilometer bis zur nĂ€chsten Apotheke - Bild: presseportal.de
Studie: FĂŒr 4 Millionen Menschen mehr als 6 Kilometer bis zur nĂ€chsten Apotheke - Bild: presseportal.de

"Die Studienergebnisse zeigen insgesamt eine gute Apothekenversorgung, machen aber auch klare regionale Unterschiede sichtbar", sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): "In FlĂ€chenlĂ€ndern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und ThĂŒringen gibt es besonders viele 'isolierte' Apotheken, die die Versorgung einer ganzen Region allein stemmen mĂŒssen. Somit sind in lĂ€ndlichen RĂ€umen einzelne Standorte oft systemrelevant, weil sie eine Alleinversorgungsfunktion ĂŒbernehmen. Ein Wegfall dieser Apotheken hĂ€tte deutlich verlĂ€ngerte Wege fĂŒr die Menschen zur Folge und wĂŒrde die Arzneimittelversorgung spĂŒrbar negativ beeintrĂ€chtigen. Hingegen gibt es in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen kaum 'isolierte' Apotheken. Trotzdem weisen StĂ€dte wie Berlin eine geringe Apothekendichte auf. Heißt konkret: In StĂ€dten mĂŒssen die verbliebenen Apotheken deutlich mehr Patientinnen und Patienten versorgen. Das Fazit ist also: Sowohl auf dem Land als auch in der Stadt zieht jede Apothekenschließung eine VersorgungsbeeintrĂ€chtigung nach sich - entweder durch weitere Wege im lĂ€ndlichen Bereich oder durch massive Überbelastung der verbliebenen Apotheken im stĂ€dtischen Bereich."

Hubmann weiter: "Manche Krankenkassen ignorieren das seit Jahren anhaltende Apothekensterben - und rechnen vor, dass die Menschen im Durchschnitt nur wenige Kilometer oder Minuten einplanen mĂŒssen, um zur nĂ€chsten Apotheke zu gelangen. Dabei berĂŒcksichtigen sie weder die tatsĂ€chliche Erreichbarkeit mithilfe von Auto oder öffentlichem Nahverkehr noch die so genannten SolitĂ€rapotheken, bei deren Schließung sich die Versorgung fĂŒr die betroffene Bevölkerung vor Ort drastischer als im bundesweiten Mittel verschlechtern wĂŒrde. Klar ist jedenfalls, dass die VergĂŒtung der Apotheken endlich und dauerhaft an die wirtschaftliche Gesamtentwicklung gekoppelt werden muss, damit die Versorgung der Menschen in WohnortnĂ€he erhalten bleibt." Die Zahl der Apotheken war bundesweit zuletzt auf 16.541 gesunken (Stand: 31. MĂ€rz 2026). In den vergangenen 13 Jahren sind rund 20 Prozent aller Standorte weggefallen.

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Christian Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004-137, c.splett@abda.de

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. ApothekerverbĂ€nde ĂŒbermittelt durch news aktuell

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