Berlin: SPD und GrĂŒne unterbrechen Sondierungen mit der Linken
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 19:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Unterschriften der Linksfraktion stehen aus
- SPD und GrĂŒne unterbrechen ihre Sondierungen mit der Linken zur Bildung einer Berliner Regierung.
- Die Linke hatte die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen und verhandelt mit beiden Parteien ĂŒber ein mögliches BĂŒndnis.
- Vor einer Fortsetzung wollen SPD und GrĂŒne eine ErklĂ€rung zum Umgang mit Antisemitismus bewerten, die alle Mitglieder der Linksfraktion unterschreiben sollen.
GrĂŒne und SPD in Berlin haben die SondierungsgesprĂ€che zur Regierungsbildung mit dem Wahlsieger Linke unterbrochen.
ErklÀrung soll Vertrauen schaffen
Nach Angaben der beiden Parteien muss zunÀchst eine ErklÀrung zum Umgang mit Antisemitismus bewertet werden. Sie soll von allen Mitgliedern der Linksfraktion unterzeichnet werden.
Erst danach wollen GrĂŒne und SPD entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen die GesprĂ€che fortgesetzt werden können.
Linke strebt BĂŒndnis mit SPD und GrĂŒnen an
Die Linke war aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als stĂ€rkste Partei hervorgegangen. Gemeinsam mit SPD und GrĂŒnen sondiert sie die Möglichkeit einer Regierungsbildung.
Bei den GesprÀchen standen neben dem Umgang mit Antisemitismus auch politische Sachfragen wie Verkehr, Klimaschutz, Mieten und Wohnen im Mittelpunkt.
Vereinbarung sorgt fĂŒr innerparteiliche Debatte
Die Parteien hatten sich zuvor auf GrundsĂ€tze zum Umgang mit Antisemitismus verstĂ€ndigt. Die Vereinbarung war innerhalb der Linken auf Kritik gestoĂen.
Mit der Unterbrechung machen SPD und GrĂŒne die Bewertung der ErklĂ€rung zur Voraussetzung fĂŒr den nĂ€chsten Schritt in der Regierungsbildung.
Antisemitismus-ErklĂ€rung als zentrale HĂŒrde
Die Unterbrechung verschiebt den Schwerpunkt der Berliner Regierungsbildung von Sachthemen auf die innerparteiliche Zustimmung bei der Linken. Die ErklĂ€rung soll von sĂ€mtlichen Mitgliedern der Linksfraktion unterzeichnet werden. Damit wird aus einer gemeinsamen politischen VerstĂ€ndigung eine formale Voraussetzung fĂŒr die Fortsetzung der GesprĂ€che.
Hintergrund ist eine zuvor zwischen Linken, GrĂŒnen und SPD vereinbarte Regelung zum Umgang mit Antisemitismus. Darin hatten sich die Parteien unter anderem zum Schutz jĂŒdischen Lebens, zum Existenzrecht Israels und zu einer Zwei-Staaten-Lösung bekannt. FĂŒr mögliche VerstöĂe war ein PrĂŒfverfahren vorgesehen, das bis zu Konsequenzen innerhalb der jeweiligen Fraktion reichen sollte.
Regierungsbildung gerÀt unter Zeitdruck
Die Linke war bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September stĂ€rkste Kraft geworden und strebt ein BĂŒndnis mit GrĂŒnen und SPD an. Die drei Parteien hatten neben dem Antisemitismus-Thema auch ĂŒber Verkehr, Klima, Vergesellschaftung sowie Mieten und Wohnen beraten.
FĂŒr die Fortsetzung der Sondierungen ist nun entscheidend, ob die ErklĂ€rung geschlossen getragen wird und wie die beteiligten Parteien die Unterschriften bewerten. Scheitert die VerstĂ€ndigung, wĂŒrde sich die Suche nach einer tragfĂ€higen Regierungsmehrheit in Berlin verlĂ€ngern. Gelingt sie, könnten die GesprĂ€che wieder zu Sachfragen und möglichen Koalitionsverhandlungen zurĂŒckkehren.
